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Lecker und dekorativ in den Herbst

Lecker und dekorativ in den Herbst

Partner Tipp
21.09.2017, 08:55 Uhr
Beitrag von Partner Tipp

So sehr der Herbst durch den Temperaturabstieg auch nerven kann, ein Gutes hat er: wenn das Thermometer maximal zweistellig ist, schmecken einem klassisch-schwere Gerichte wesentlich besser, als über 30 Grad. Kombiniert mit herbstlicher Deko wird daraus ein Rundum-Programm für die kommenden Tage. Und auf den folgenden Zeilen gibt’s deshalb Augen- und Zungen-Wellness. (Alle Zutaten für vier Personen).

Deko 1: Der Erntesegen

Spätestens im September wird abgeerntet. Und was nicht im Supermarktregal landet, eignet sich hervorragend, um damit den heimischen Eingangsbereich zu dekorieren. Dem kommt zupass, dass das, was auf vielen Maisfeldern kein köstlicher Speisemais ist, sondern eine Spezialsorte, um Biogas herzustellen.
Ergo suche man sich den nächsten Bauern und bitte um ein gutes Dutzend dieser Maiskolben – mit Blättern und allem Drum und Dran. Und dann braucht es noch:

• Eine hölzerne Weinkiste oder ein Korb
• Jutesack
• (Zier-)Kürbisse
• Äpfel
• Eicheln/Kastanien

Der Jutesack wird aufgeschnitten und damit die Kiste ausgelegt. Dann kommen zunächst die großen Kürbisse hinein. Nun die Maiskolben wie eine Banane „entblättern“ und dazwischen stecken. Die Zwischenräume werden mit Kastanien aufgefüllt. Zuletzt die Äpfel mit Haarspray etwas „wetterfester“ machen und als Farbtupfer verteilen.

Lecker 1: Wie in der Pfalz

Es war die Leibspeise des Bundeskanzlers Kohl und ist in der Pfalz lukullisches Nationalheiligtum – und zwar so sehr, dass manche Metzgereien regelrechte Schulungen dazu abhalten. Die Rede ist vom Saumagen. Und obgleich der Name abschrecken kann, ist das Gericht selbst eine deftig-herbstliche, kinderleicht zubereitete Köstlichkeit:

Zutaten: 500g Sauerkraut / Schalotten / Butter / 1TL Zucker / 300ml Riesling / 2 Lorbeerblätter / 3 Pimentkörner / 3 Wacholderbeeren / Mehlig kochende Kartoffeln / Sahne / Schmalz / Dijonsenf / Saumagen

Der Saumagen selbst kann fertigt gekauft werden, ihn gibt es – neben Pfälzer Metzgereien – in gutsortierten Supermärkten sowie in Feinkostläden in der Dose. Und dann geht es los:
Das Sauerkraut im Sieb abspülen und mit Küchenkrepp ausdrücken. Dann in einem großen Topf die feingehackten Schalotten mit Butter andünsten. Jetzt den Zucker darüber streuen und karamellisieren lassen. Anschließend das Sauerkraut hinzugeben und einige Minuten anbraten. Dann wird mit dem Riesling abgelöscht. Die Lorbeerblätter sowie die Pimentkörner und die Wacholderbeeren hinzugeben und das Ganze unter ständigem Rühren aufkochen. Nach 8 bis 10 Minuten die Hitze reduzieren. Die verdampfte Flüssigkeit durch mehr Riesling und etwas Gemüsebrühe auffüllen. Auf diese Weise zwei bis drei Stunden köcheln lassen. Je länger, desto süßer wird es. Am Schluss die Gewürze herausnehmen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Das Kartoffelpüree wird hergestellt, indem man die geschälten und halbierten Kartoffeln mit reichlich Salz so lange kocht, bis sie sich leicht zerdrücken lassen. Dann das Wasser abschütten, einen Schluck Milch hinzugeben und stampfen. Dabei immer wieder Butterflocken hinzugeben, bis ein streichzartes Püree entsteht. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Der Saumagen muss nur aus der Dose genommen und in daumendicke Scheiben geschnitten werden. Dann wird er mit Butter und Schmalz von beiden Seiten leicht braun angebraten.
Dann alles auf Teller drapieren und mit einem Löffel Senf servieren.

Deko 2: Wind. Licht.

Der Herbst mit seiner Blätterpracht lädt zum Wandern ein. Doch warum davon nur optische Eindrücke mitnehmen, wenn man aus gesammelten Blättern Windlichter basteln kann? Man braucht lediglich (frisch abgefallene) Blätter sowie Einmachgläser und Leim. Zunächst müssen die Gläser außen gut abgeschrubbt und mit Küchenkrepp getrocknet werden. Dann stellt man sie auf eine alte Zeitung und zieht sich Gummihandschuhe an.
Mit einem Pinsel wird nun ein Teil des Glases mit Leim bestrichen, jeweils ein Blatt bekommt ebenfalls Kleber ab. Und dann werden die Herbstboten einfach überlappend auf die Gläser geklebt. Das Ganze lässt man über Nacht durchtrocknen, wickelt am nächsten Tag um den Glasrand eine Schleife aus Bast oder Bindfaden. Ein Teelicht hinein und das Herbstwindlicht ist fertig.

Lecker 2: Wie in der Eifel

In der südwestlichen Ecke Deutschlands versteht man sich ausgezeichnet darauf, aus einfachen Zutaten erstaunlich leckere und gehaltvolle Speisen zu zaubern, die perfekt zu kühlen Herbsttagen passen. In diese Kategorie fällt auch ein echter Klassiker, der früheren Armeleuteküche. Der Topfkuchen oder besser gesagt „Döppekooche“.

Zutaten: 2kg festkochende Kartoffeln / 2 Eier / 2 Zwiebeln / 4 Mettwürstchen / 100g Schinkenspeck / 2 EL Mehl / 1 EL Salz / Muskat / Pfeffer

Die Vorbereitung beginnt damit, dass man den Backofen auf 220°C (Ober- & Unterhitze) vorheizt. Dann werden die Kartoffeln geschält, gewaschen und so fein gerieben, als wollte man Kartoffelpuffer machen. Diese Masse kippt man in ein blitzsauberes Küchentuch, faltet es zum Sack und drückt die Flüssigkeit gut aus.
Die Leckereien starten, indem Schinkenspeck und Mettwürste fein gewürfelt werden. Gleiches gilt für die Zwiebeln. Dann werden Kartoffeln, Zwiebeln, Eier, Würstchen, Speck und Mehl in eine große Schüssel gegeben und zusammen mit dem Salz und je einer Prise Pfeffer und Muskat gut vermengt.
Die Backstufe benötigt eine gut eingeölte Auflaufform – hier gilt wirklich die Regel „viel hilft viel“. Dort hinein wird die Masse gegeben und dann für zwei Stunden in den Backofen gestellt. Sollte die Kruste zu braun werden, auf 190°C reduzieren und die bislang offene Form mit einem Deckel oder Alufolie abdecken.
Anschließend den Döppekooche mit einem Bratenwender auf Teller portionieren und mit einem Klecks Apfelmus servieren.

Deko 3: Ast ab

Der Herbstwind bricht immer wieder kleinere Äste ab. Gut so, denn für die folgende Deko sucht man sich genau einen solchen Ast (die Zweige sollten maximal Kinderfinger-Durchmesser haben) aus, gerne schön verästelt und in etwa so lange, wie Wohnzimmer- oder Küchenfenster breit sind. Zudem werden auch Blätter benötigt und etwas Angelschnur oder ähnlich reißfester Faden.
Gleich der erste Schritt ist der Kniffligste, denn man muss an beiden Enden des Astes die Schnüre so anknoten, dass der Ast in der Waage hängt. Dann die Einzelfäden mit Druckstiften (besser sind Haken) direkt an der Decke vor dem Fenster befestigen und zwar so, dass der Ast das Glas nicht berührt. Nun kommt das Kreative: Die Blätter werden mit Nadel und Faden so am Ast fixiert, als würden sie davon herabfallen. Mit etwas Geschick entsteht die perfekte Illusion.

Lecker 3: Ran an die Klößchen

Unser drittes Gericht ist deutschlandweit bekannt und gibt richtig Hitze von innen und außen – und das ohne Alkohol. Dafür aber mit kräftig Energie aus den Knochen, denn die Rede ist von Markklößchensuppe.

Zutaten: Rinderbrühe (entweder aus Brühpulver oder mit frischen Zutaten selbst gemacht) / 4 Markknochen (Metzger) / Semmelbrösel / 4 Eier / Salz / Pfeffer / Petersilie / Schnittlauch / Liebstöckel (Maggikraut)

Los geht’s, indem das Mark mit einem dünnen Messer aus den Knochen befreit wird. Ist das getan, kommt es in einem Topf und wird unter ständigem Rühren ausgelassen. Durch ein feines Sieb wird das nun flüssige Mark in eine Schüssel gekippt. Anschließend die Reste im Topf nochmals auslassen und ebenfalls sieben.
Augenmaß braucht es, denn nun wird eine erste Ladung Semmelbrösel zum Mark gekippt und alles mit den Händen vermengt bis die Masse noch recht feucht ist. Dann kommen die Gewürze sowie die Eier hinzu und alles wird unter Zugabe von weiteren Semmelbröseln vermengt, bis sich daraus Kugeln formen lassen, ohne auseinanderzufallen. Falls man zu viele Brösel hinzugegeben hat, kann man durch ein weiteres Ei ausgleichen.
Wie groß die Klößchen werden sollen, hängt vom eigenen Geschmack ab, bewährt hat sich der Durchmesser eines Teelichts. Dann die Brühe zum Kochen bringen, die Markklößchen „versenken“ und unter schwacher Hitze für 7 bis 9 Minuten ziehen lassen. Heiß servieren.

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