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Spargel: Das Liebchen mit dem schlanken Leib und seine Geheimnisse

Spargel: Das Liebchen mit dem schlanken Leib und seine Geheimnisse

Hans-Herbert Holzamer
19.03.2012, 09:34 Uhr
Beitrag von Hans-Herbert Holzamer

Zum Ende der Spargelzeit 2011 zogen Thüringens Bauern eine positive Bilanz. Sie hatten in ihrem Hauptanbaugebiet im Raum Herbsleben und Kutzleben im Unstrut- Hainich-Kreis ein gutes Ergebnis erzielt . Ob da die Erwartungen für dieses Jahr daher nicht hoch sein würden, wollten wir von Geschäftsführer Jan Niclas Imholze, einem der größten Spargelbauer im Lande, wissen. Aber der wollte sich auf nichts festlegen, außer auf die Größe der Anbaufläche seiner Spargelhof GmbH. „Wir bewirtschaften 200 Hektar, geerntet wird in diesem Jahr auf 180 Hektar.“ Und dass am 24. April der traditionelle Spargelanstich gefeiert werde. Und es werde die 10 Thüringer Spargelkönigin vorgestellt. Wer das sei?

Kutzleben voller Geheimnisse

„Geheimnis.“ Und die diesjährigen Köstlichkeiten des Chefkochs Andreas Motter? „Geheimnis.“ Immerhin verriet Jan-Niclas Imholze, wie er den Spargel am liebsten isst: „Pur mit zerlassener Butter und frischen Kartoffeln.“ Wie kann man nur aus Spargel nur so ein Gemüse von Geheimnissen machen? Nähern wir uns dem Thema systematisch: Die jungen Triebe (griechisch Asparagus, junger Trieb) des Gemüse- oder gemeinen Spargels (Asparagus officinalis) werden in Europa je nach Region von März bis Juni geerntet. Spargel ist als Gemüse und Heilpflanze seit langem bekannt. Goethe reimte: „Liebchen ist der Zeitvertreib, auf den ich jetzt mich spitze. Sie hat einen gar so schlanken Leib und trägt eine Stachelmütze.“

Wenn der Spargel aus dem Winterschlaf erwacht

Seit 1998 gibt es den Spargelhof in Kutzleben. Gesellschafter der GmbH sind die Familienmitglieder Imholze, Vater Hans-Heinrich und die Brüder Henrik und Jan-Niclas. Jan- Niclas ist Kaufmann, Henrik Landwirt. „Dass wir uns mit Äußerungen zurückhalten“, erklärt der Kaufmann der Familie, hat seine Gründe. „Wir bewirtschaften deutschlandweit gesehen ein spätes Gebiet, die Ernte ist einfach schwer abzusehen. Der Spargel sei noch so lange im Winterschlaf, bis die Tagestemperaturen sich auf 12 Grad erhöhten, „dann geht es los.“ Man habe einen guten Lehmboden, der zum einen UV-Licht abhalte, so werde der Spargel schneeweiß, und zum anderen dem Spargel viele Mineralstoffe mitgebe. Da er den Spargel ja lieber schlicht möge, was denn der Gast am 24. beim Anstich auf den Teller bekäme. „Unser Koch Andreas Motter ist sehr kreativ, er hat sich etwas Neues einfallen lassen. Und bevor Sie bei unserer Spargelkönigin nachhaken: Es gab keinen Contest, wir haben gesucht, wer einen Bezug zum Spargel hat, und sind fündig geworden.“

Spargel nach Goethes Art

Wo es allerdings einen Contest gab: beim Geschmack des Spargels. Beim letzten europaweiten Test hatte Spargel aus Kutzleben nach Meinung der Jury und des Publikums die Spitze vorn. Vorher musste er an der Schnittstelle „feucht sein“, roh bei Reibung, „angenehm quietschen“ und gedämpft „zart auf der Zunge zergehen“, nachdem ihn Andreas Motter zwölf Minuten lang gegart hatte. Und da sich der Kaufmann nicht erweichen lässt, ein Detail über die Spezialitäten des Festes zu verraten, kredenzt uns der Koch „Spargel nach Goethe-Art“, mit Öl, Weinessig, feingehackter Gartenkresse und feingehacktem Bärlauch, Zitronenmelisse, trockenem Weißwein, Salz, Pfeffer, Muskat und etwas Zucker. Dazu gibt es Baguette. Es ist so gut, dass dieses Gericht einen Extra-Preis verdient hätte. Und an Goethes Ode an den schlanken Leib seines Liebchens kann man sowieso nichts aussetzen.

99955 Kutzleben auf der Karte anzeigen:
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1 Kommentar

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Spargelzeit... bald, juhuuu!
  • 29.03.2012, 19:23 Uhr
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