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Was Frauen wirklich denken: Fünf von 1001 Geheimtipps - so ganz unter uns

Sonja Bissbort
28.05.2013, 00:20 Uhr
Beitrag von Sonja Bissbort

Ungefähr alle sechs Wochen freue ich mich ganz besonders auf den Freitag nachmittag. er gehört mir, meiner Haut und meiner Kosmetikerin. Dann bette ich mich für eine gute Stunde der Welt entrückt auf ihrer Liege, der Rücken wird von einer Heizdecke wohlig gewärmt, Sälbchen und Mäskchen werden auf Gesicht, Hals und Dekolleté getupft und einmassiert, jede Hautpore wird bedampft, gereinigt und gepflegt. Nur der kalte Wickel am Ende, der die Poren verschließen soll - nein, an ihn mag ich mich einfach nicht gewöhnen. Aber mein Protest verhallt jedes Mal.

Während die eine mit flinken Händen arbeitet und die andere genießt, findet auch noch ein Austausch der anderen Art statt.

Wo sind Frauen noch so sehr unter sich?

Frauen-Wochenenden, Urlaub mit der besten Freundin, endlose Telefonate bis in die tiefe Nacht - Frauen brauchen Frauen, um der Zeit zu entkommen und die Tiefen des Lebens und Untiefen des Alltags auszuloten, über Männer zu sprechen und über Männer, die es gerade im Leben nicht gibt, nachzudenken.

Die Kosmetikerin nimmt im Frauen-mit-Frauen-Leben eine Schlüsselstelle ein. Sie kennt das eigenwillige Kinnhaar, das immer wieder nachwächst, die Mitesser der Nasenflügelpartie, die geröteten Äderchen der seitlichen Wangen, die dunklen Nasenhaare, die mit jedem Jaar dichter und lästiger werden. Ihr können wir uns wie in einem Harem gänzlich und ohne jeden Vorbehalt anvertrauen. Sie findet, egal wie verzweifelt man gerade über die eine oder andere Unschönheit des eigenen Erscheinungsbilds ist, ein Mittelchen und so schreitet man am Ende der Liegezeit erhaben von dannen. Und: sie hat aus all den unzähligen Gesprächen von Frau zu Frau ein ungeahntes WIssen, was sie wie die weisen Frauen früherer Zeiten weiter gibt.

Das www. der Frauengeheimnisse.

Meist fängt es wie bei Scheherazade mit einem ganz einfachen Satz an. "Ihre Schuhe sehen toll aus." "Ja, das fand dich auch, aber ... sie drücken und der Schuhmacher hat schon alles probiert..." "Wissen Sie, ich fülle Wasser in meine Schuhe und laufe darin herum, das dehnt das Leder." "Wasser?" "Ja, dies hat mir eine ältere Dame geraten, da hatte ich so dicke Füße, dass ich kaum noch stehen konnte..."

Oder Tipp zwei: "Ach, ich bin so unglücklich. Heute mittag sitze ich beim Italiener und da spritze ich mir von der leckeren Tomatensauce mit Kapern, Oliven und Fenchel einen dicken Klecks auf meine schönen neuen hellen Schuhe..." "Oh ... ich sehe..." "Ich habe sofort getupft und mit Wasser, aber es ist so ein feiner Stoff..." "Bei textilen Schuhen müssen Sie Shampoo nehmen, ein ganz mildes für feines Haar..." Oder Tipp drei: "Ich habe mich gestern in Pumps aus rotem Lackleder verliebt. Aber jetzt im Sommer... Ich glaube, meine Füße würden mir dies nie verzeihen." "Halten Sie Ihren Fön in den Schuh, der macht Lackleder schön weich..." Oder Tipp vier: "Wunderschön, dieser grüne Kajal, aber nichts für meine Augen, sie sind dann immer so gerötet..." "Ja, die meisten Frauen haben Probleme damit. In der grünen Farbe sind Stoffe, die Augen schlecht vertragen..."

Und dann war ich reif für Tipp fünf: "Ich bin ja eigentlich komplett gegen Schönheitsoperationen. Aber irgendwie habe ich das dringende Gefühl... meine Augenlider ... sie hängen..." "Wissen Sie, was meine Omi mir gesagt hat: Kind, denk immer daran, es gibt auf dieser Welt unzählig viele Spiegel, die dir alles Mögliche einreden und suggerieren wollen. Den wichtigsten und einzig wahren trägst du in dir. Hör nur auf ihn, deinen inneren Spiegel."

Diesen Geheimtipp werde ich wohl nie vergessen. Egal wie alt ich werde und egal wie oft ich noch am Freitag nachmittag meinen Platz auf der schönsten Liege der Welt einnehme.

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