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Hinterkaifeck: Das Grauen im Spargelland

Hinterkaifeck: Das Grauen im Spargelland

04.04.2012, 20:18 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Meine Vermieterin, die Christlbäuerin von Langenwiesen, erinnert sich noch an die Erzählungen von ihrem Großvater, der damals, im Frühjahr 1922, den Tatort von Hinterkaifeck besucht hatte. Von überall aus dem Umland ist die Landbevölkerung aus dem Schrobenhauser Land damals zu dem Einödhof gezogen, um den gruseligen Tatort selbst in Augenschein zu nehmen. Gerüchte von rätselhaften Details hatten vorher die Runde gemacht, dass mancher gar meinte, hier sei  der Leibhaftige persönlich im Spiel gewesen.

Und in der Tat war es schwierig, sich auf die Einzelheiten, die um den Mordfall bekannt wurden, einen Reim zu machen. Nicht nur die Bäuerin Viktoria Gabriel, zusammen mit ihren Eltern und ihren zwei Kindern war ermordet worden, sondern auch die Magd, die am Tag vor der Tat erst ihren Dienst angetreten hatte. Der alte Bauer hatte am Tag vor der Tat Spuren im Schnee entdeckt, die aus dem Wald zum Hof führten, aber nicht wieder zurück. Wer hatte die Tiere im Stall vier Tage lang von dem Zeitpunkt der Tat bis zur Entdeckung der Leichen versorgt? Schließlich wurde auch noch bekannt, dass der alte Bauer mit seiner Tochter Viktoria in inzestuöses Verhältnis hatte.

Ungesühnte Tat

Lag in diesem Inzest zwischen Vater und Tochter die Lösung des Rätsels? Waren die beiden Kinder von Viktoria Gruber etwa gar nicht von ihrem Ehemann oder einem Liebhaber gezeugt worden, sondern von dem alten Bauern? Erste Verdächtigungen gingen in diese Richtung. Schließlich geriet vor allem Lorenz Schlittenbauer, der vermeintliche Entdecker der Leichen, in den Focus der vielen, selbst ernannten Ermittler. Schlittenbauer war für kurze Zeit der Liebhaber von Viktoria Gabriel gewesen. Möglicherweise hatte ihn die Frau aber vor allem dazu benutzt, eine Schwangerschaft aus ihrem inzestuösen Verhältnis mit ihrem Vater zu vertuschen.

Im Laufe der Zeit tauchten immer wieder neue Verdächtige auf. Doch letztlich fehlten und fehlen die Beweise, um die Tat einem der Beschuldigten nachzuweisen und so blieben die Morde von Hinterkaifeck juristisch ungesühnt. Die Leichen der Mordopfer wurden in Waidhofen beigesetzt. Auf dem Gedenkstein auf dem Friedhof steht zu lesen: "Der Herr gendenket als Bluträcher unser. Vergisst nicht das Geschrei der Armen."

Wer sich einen Eindruck von dem Hof Hinterkaifeck machen will, findet ein Modell von Hinterkaifeck auf kraftvolle-ort.de

(Bild: Polizeiliche Aufnahme der Kammer der Magd)

86579 Waidhofen auf der Karte anzeigen:
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4 Kommentare

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Hallo Frieder,
ich hab Deinen Artikel erst jetzt gefunden.
Hab Dir doch mal erzählt, dass mein Urgroßvater der erste am Hof war nach den Morden. Wenn's Dich interessiert, hier der Link mit seiner Aussage

http://www.hinterkaifeck.net/wiki/in...Bemerkungen

Mein Bruder hat auch noch alte Zeitungsausschnitte von der Geschichte.
Liebe Grüße, Barbara
  • 24.10.2012, 10:36 Uhr
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Kleiner Fehler: Auf dem Obelisken steht Bluträcher nicht Blutrichter.
Trotzdem danke, dass Ihr das Thema auch hier lebendig haltet!
Grüße
  • 28.07.2012, 19:07 Uhr
Vielen Dank für den Tipp. Ich habs gleich ausgebessert.
  • 30.07.2012, 09:37 Uhr
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Hinterkaifeck - meine große Leidenschaft. Ich bin immer wieder gerne dort draußen.
  • 13.06.2012, 18:45 Uhr
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