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1. September 1939: Der Zweite Weltkrieg

1. September 1939: Der Zweite Weltkrieg

Agentur für Bildbiographien Susanne Gebert
01.09.2017, 19:32 Uhr

4474 Tage währte das 1000jährige Reich auf deutschem Boden.
Dann brach es am 8. Mai 1945 in einem Inferno aus Blut, Tränen und Millionen Toten zusammen. Eine Chronologie des fürchterlichsten Krieges in der Weltgeschichte.

Die Absicht, den deutschen „Lebensraum“ unter allen Umständen zu erweitern, hatte Adolf Hitler schon in seinem Buch „Mein Kampf“ formuliert und in Propagandareden ständig wiederholt. Seit der „Machtergreifung“ im Jahr 1933 wird die deutsche Außen- und Innenpolitik, die Wirtschafts- und Finanzpolitik auf dieses Ziel ausgerichtet.

Die Ouvertüre: Appeasement 1938

Wenn Hitler Ende 1938 einem Attentat zum Opfer gefallen wäre, würden nur wenige zögern, ihn einen der größten Staatsmänner der Deutschen zu nennen“, schreibt Joachim Fest in seiner exzellenten Hitler-Biographie. Und Sebastian Haffner schildert in seinen ‚Anmerkungen zu Hitler‘ (1978) einen Zeitraum vom Frühjahr 1938 bis zum Frühjahr 1939, in dem bis zu 90 Prozent aller Deutschen Hitler-Anhänger gewesen sein sollen.
Dem „Führer“ scheint alles zu gelingen …

Trotzdem ist das Aufatmen der deutschen Bevölkerung unermesslich groß, als am Abend des 29. September 1938, das „Münchner Abkommen“ verkündet wird – einen Krieg will außer Hitler und seine Getreuen nämlich niemand, nicht einmal die meisten seiner Militärs.
Aber der „Führer“ hat zur Erleichterung vieler auch dieses Mal sein Vabanquespiel gewonnen: Die „Appeasement“-Politiker Frankreichs und Großbritanniens haben ihre Zustimmung zum Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich gegeben, außerdem wird ein Friedenspakt zwischen England und Deutschland geschlossen.
Der Frieden scheint jetzt endlich gerettet zu sein, Hitlers Machtansprüche befriedigt. Kurz nach dem Abkommen erklärt Hitler in einer Rede, „dies sei nun die letzte Forderung, die er an die Welt zu stellen habe.

Hitlers Versprechungen sind wie so oft Augenwischerei.
Nach der Besetzung des Sudetenlandes laufen die Kriegsvorbereitungen auf Hochtouren.
Die Rest-Tschechoslowakei sei kein lebensfähiger Staat, die deutsche Generalität mache sich Sorgen über die geopolitische Lage dieses Staates, der – auf der Landkarte betrachtet – wie ein Pfahl im Fleisch des großdeutschen Reiches säße. Goebbels‘ Propagandaministerium lässt in den Zeitungen und über den Rundfunk fast täglich Berichte über angebliche Gräueltaten verbreiten, die Tschechen an harmlosen Sudetendeutschen verübt haben sollen. Immer wieder heißt es, dass Böhmen für die Russen eine ideale Flugbasis bilde.
Wer will, kann ahnen, dass Hitlers Machthunger noch lange nicht gestillt ist.

Partnerwahl: Die "britischen Gouvernanten" zieren sich

Hitler wirbt bei den Briten seit Mitte der 1930er Jahre für ein gemeinsames Bündnis. Sein Ziel ist es, für seinen bereits in „Mein Kampf“ angekündigten Krieg im Osten den Rücken frei zu haben.
Ab dem Jahr 1934 finden sogenannte „Pilgerreisen“ britischer Politiker, Journalisten, Adliger und Industrieller statt, in Berlin oder auf den Obersalzberg werden sie vom „Führer“ persönlich empfangen und von der Sinnhaftigkeit eines solchen Bündnisses überzeugt.
Lange Zeit scheint es, als ob man auf der Insel den Plänen eines deutsch-britischen Techtelmechtels nicht abgeneigt ist, aber die „britischen Gouvernanten“ , wie Hitler seine potenziellen Lieblings-Bündnispartner schließlich nennt, zieren sich und winken ab. Ebenso scheitert seine Idee, die Polen zu einem gemeinsamen Angriff auf die Sowjetunion zu überreden.

Dann geschieht das für viele Unfassbare: Im August 1939 schließen Hitler und Stalin – „Unmensch“ und „Bestie", wie sich die Diktatoren gegenseitig zu bezeichnen pflegen – einen „Nichtangriffspakt“.
Die Unterschriften unter den Verträgen und dem „geheimen Zusatzprotokoll“ (das die Aufteilung Polens vorsieht) ist kaum trocken, als die deutsche Wehrmacht am 1. September 1939 ohne Kriegserklärung Polen angreift und der Zweite Weltkrieg beginnt.

Drôle de guerre – Sitzkrieg

Es herrscht eine eigenartige und gedrückte Stimmung im Land, als die Deutschen am 1. September 1939 über die Rundfunkgeräte immer und immer wieder die Passage hören müssen, mit der Hitler vor dem Reichstag den Überfall auf Polen begründet. Viele ahnen, dass der angebliche Kriegsgrund eine Lüge ist.

Anders als im August 1914 gibt es auf den Straßen weder hysterischen Jubel noch spontane patriotische Kundgebungen oder Gesänge.
Kaum jemand hat diesen neuen Krieg gewollt, viele fürchten ihn, denn die Erinnerungen an den ersten Weltkrieg mit Millionen von Opfern und der chaotischen Nachkriegszeit sind gerade einmal 20 Jahre alt. Auf den Straßen sieht man im September 1939 nur ernste Gesichter mit zusammengebissenen Zähnen.
Zwar gibt es keine Begeisterung, aber auch keinen Widerstand oder offen geäußerte Angst.

Der Führer wird’s schon richten“ ist ein geläufiger Spruch, mit dem man sich zu trösten versucht. Die Wehrmacht, die Beamtenschaft, die Partei und nicht zuletzt die Deutschen funktionieren.

Zwar erklären Franzosen und Briten dem Deutschen Reich nach dem Überfall Polens den Krieg, aber sie unternehmen nichts. Wie erstarrt sehen sie zu, wie Hitlers Wehrmacht im Osten freie Bahn hat, den polnischen Feldzug als „Blitzkrieg“ führen und in wenigen Wochen beenden kann. Im Westen herrscht ein eigenartiger Sitzkrieg – Drôle de guerre – „komischer Krieg“ Eine historische Chance geht verloren, denn es ist klar, dass an der deutschen Westgrenze nur wenige Einheiten zur Verteidigung Deutschlands zur Verfügung stehen. Trotzdem: Keiner wagt es, den ersten Schuss abzugeben.

Blitzkriege

Die fatalistische Stimmung der Deutschen schlägt nach dem raschen Kriegserfolg in Polen schließlich doch noch in eine Art vertrauensvoller Zuversicht um.
Die Wehrmacht scheint unschlagbar zu sein. Nach Polen werden in kurzen konzertierten Feldzügen Dänemark, Norwegen, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, ein Großteil Frankreichs, Jugoslawien und Griechenland erobert und besetzt. Bis Mitte 1941 jagt im Radio eine Sondermeldung die nächste, eingeleitet durch die jeweilige „Sondermeldungsfanfare“ („Die Wacht am Rhein“ beispielsweise als Frankreichfanfare, die Sinfonische Dichtung für Orchester Nr. 3″, „Les Préludes“, von Franz Liszt als „Russlandfanfare“).

Nur die Briten verwehren den scheinbar Unbesiegbaren den Blitzkrieg.
Großbritannien ist ab der Kapitulation Frankreichs am 22. Juni 1940 bis zum deutschen Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 ein Jahr lang Deutschlands einziger verbliebener Kriegsgegner und steht mit dem Rücken zur Wand.
Am 16. Juli 1940 befiehlt Hitler die Operation Seelöwe, die Landung in Großbritannien. Damit dieser Plan gelingen kann, beginnt im August 1940 der Luftkrieg über England.
Die Briten halten durch, mit „Blut, Schweiß und Tränen“ , angeführt durch die Standfestigkeit ihres Premiers Winston Churchill und der Königsfamilie. Für den weiteren Kriegsverlauf ist das Durchhalten der Briten von entscheidender Bedeutung.

Das „Unternehmen Barbarossa“

Es gleicht einem Treppenwitz der Geschichte, dass ausgerechnet der sonst bis an die Grenze zur Paranoia misstrauische Stalin die Zeichen der Zeit nicht erkennt.
Ab März 1941 berichten immer mehr sowjetische Spione von einem nicht enden wollenden Strom deutscher Truppen, die Richtung Osten marschieren, täglich brächten bis zu vier Züge deutsche Soldaten und Panzer in die Aufmarschräume in Polen.
Anfang Mai 1941 meldet der Agent Richard Sorge aus Japan nach Moskau, dass ein Angriff der Deutschen mit 150 Divisionen unmittelbar bevor stünde. Geplanter Termin: der 20. Juni 1941. Stalin wiegelt ab und droht seinen Militärs und Beratern, es würden „Köpfe rollen“, wenn sie ohne seine Erlaubnis Truppenbewegungen durchführten.

Am 22. Juni 1941 beginnt nach mehrwöchigen Verzögerungen das „Unternehmen Barbarossa“, der deutsche Überfall auf die Sowjetunion, mit dem Adolf Hitler seinem „Volk ohne Raum“ den Lebensraum im Osten geben will. Darüber hatte er bereits 1925 in „Mein Kampf“ geschrieben.
Stalin hätte es wissen können, denn er ist einer der wenigen ausländischen Staatsmänner, die Hitlers Manifest gelesen haben. Völlig überrumpelt und am Boden zerstört zieht er sich auf seine Datscha zurück und ist für mehrere Tage für niemanden zu sprechen.

Der gefürchtete „Zweifrontenkrieg“ kommt auch für die deutsche Bevölkerung überraschend. Tief bedrückt vernehmen die Deutschen Hitlers Propagandalüge, der „russische Aufmarsch gegen die deutsche Grenze“ sei in vollem Gange: Um den Wahnsinn einer zweiten Front plausibel zu machen, verkauft man ihnen den Krieg gegen den einstigen Bündnispartner Sowjetunion als Aggression der „Bolschewisten“ .
Dieser Krieg gegen die Sowjetunion macht den Deutschen Angst. Unmut – wenn auch sehr leise geäußert – breitet sich aus.

Fast sieht es so aus, als ob Hitlers Feldzug im Osten gelingen könnte. Die von den stalinistischen Säuberungen der vorangegangenen Jahre dezimierten sowjetischen Truppen erleiden schwere Verluste und werden von der Wehrmacht Richtung Osten getrieben. Moskau ist bereits evakuiert, sogar der einbalsamierte Leichnam Lenins wird abtransportiert.
Dann setzt im Oktober 1941 der Herbstregen ein, die deutsche Invasion bleibt nach wochenlangem Vormarsch im Matsch vor Moskau stecken. Im November 1941 gelingt es einigen wenigen deutschen Einheiten noch, die Außenbezirke Moskaus zu erreichen. Dann beginnt der gefürchtete russische Winter früher als gewöhnlich. Der Wetterwechsel ist mächtiger als alle sowjetischen Armeen.
Maschinen und Waffen versagen in der klirrenden Kälte. Viele Soldaten erfrieren, weil man sie im Vertrauen auf einen schnellen Sieg ohne Winterausrüstung nach Russland geschickt hat. Die fehlende Ausrüstung soll nun – viel zu spät – durch Sammlungen in der Heimat beschafft werden.

Pearl Harbour

Der Krieg der Deutschen an der Ostfront tobt ein halbes Jahr, als am 7. Dezember 1941 das mit Deutschland und Italien verbündete Japan ohne Kriegserklärung den amerikanischen Marinestützpunkt Pearl Harbour bombardiert.

Am 11. Dezember erklären die mit Japan verbündeten Achsenmächte Deutschland und Italien den USA den Krieg.
Der US-amerikanische Präsident Roosevelt hatte bereits lange Zeit die bedrängten Briten und die Sowjetunion mit Waffen und Material unterstützt; offiziell in den Krieg eintreten konnte er gegen den Willen einer Mehrheit der Amerikaner nicht.
Der japanische Angriff auf Pearl Harbour und die Kriegserklärung der Achsenmächte ändern alles.

Ende 1942 kämpfen in Nordafrika erstmals US-amerikanische gegen deutsche Truppen. Aus dem innereuropäischen Krieg ist ein Weltkrieg geworden, der mit nie gekannter Grausamkeit und zunehmender Brutalität auf allen Seiten geführt wird.
Niemand schert sich mehr um die nach dem ersten Weltkrieg mühsam errungenen Regeln und Konventionen. Ein Menschenleben – sei es nun das eines Soldaten oder eines Zivilisten – ist nichts mehr wert.

Luftkrieg

Bereits seit Mai 1940 hatte die britische Royal Air Force (RAF) Luftangriffe gegen Ziele in Deutschland geflogen, aber die Entfernung ist riesig und für die britischen Bomber kaum zu bewältigen. Trotz der geringen Aussichten, dem deutschen Kriegsgegner ernsthaft schaden zu können, fliegen sie. Die RAF-Bombardements sind allerdings mehr psychologische Nadelstiche und keine ernsthafte Bedrohung für das „Blitzkrieg“ gewöhnte Deutsche Reich.
Das wird nach dem Kriegseintritt der Amerikaner Ende 1941 schlagartig anders. Für die Briten bedeutet der neue, nun auch offizielle Verbündete, die immens wichtige Verstärkung an Mensch und Material. Die deutsche Zivilbevölkerung, die den Krieg hauptsächlich aus den Sondermeldungen im Radio und durch die Bilder der Wochenschau im Kino kennt, bekommt ihn jetzt spüren.
Tag für Tag und Nacht für Nacht.

Ab Mitte 1942 gehen die Alliierten dazu über, große Bomberpulks nach Deutschland zu schicken, um sowohl Industrie- und Militäreinrichtungen zu zerstören, aber auch um die Moral der Bevölkerung zu brechen.
Die amerikanische USAAF konzentriert sich in Tagesangriffen vorwiegend auf Industrieziele, während die Bomber der britischen RAF bei Nacht die Städte bombardieren, um Zivilbevölkerung und kämpfende Soldaten zu demoralisieren.

Der Totale Krieg

Wollt Ihr den totalen Krieg?“ brüllt Propagandaminister Joseph Goebbels in seiner Sportpalastrede vom 18. Februar 1943 und erntet frenetischen Jubel.
Für viele deutschen ist die grauenvollen Schlacht bei Stalingrad mit 700.000 Toten und die Kapitulation der 6. Armee Ende Januar 1943 die psychologische Wende: Ab diesem Zeitpunkt glauben viele nicht mehr, dass dieser Krieg zu gewinnen ist. Doch die Angst vor der „rasenden Rachsucht“ der Bolschewisten und die durch geschickte Propaganda geschürte Wut über den „angloamerikanischen Bombenterror“ lässt sie durchhalten. Viele sind kriegsmüde, mobilisieren aber ihre letzten Kräfte – und hoffen trotz aller Zweifel auf den versprochenen „Endsieg“.

Am 10. Juli 1943 landen alliierte Streitkräfte in Sizilien und kämpfen sich durch Italien Richtung Norden, ein knappes Jahr später, am 6. Juni 1944 beginnt die „Operation Overlord“ – der „längste Tag“: die Landung englischer, amerikanischer, französischer und polnischer Soldaten in der Normandie.

An der Ostfront treibt die Roten Armee die Deutsche Wehrmacht Richtung Westen, bereits im Frühjahr 1944 erreichen sowjetische Kampfverbände die Grenze Rumäniens, der Tschechoslowakei und des ehemaligen Polen.
Die nationalsozialistische Propaganda beschönigt den einsetzenden Rückzug deutscher Truppen an fast allen Fronten als „Frontbegradigungen“ . Im Radio – vom Volksmund „Goebbelsschnauze“ genannt – wird über Mittel- und Langwelle verkündet, dass die Soldaten der deutschen Wehrmacht erst Heimatboden erreicht haben müssten, um „das Reich“ besser verteidigen und die Feinde zurückschlagen zu können.

Im zivilen Deutschland wissen viele nicht weiter.
Besonders im Osten hat man fürchterliche (und begründete) Angst vor den heranrückenden „Bolschewiken“.
Flucht ist den Bewohnern Ostpreußens unter Androhung schwerer Strafen verboten worden, Hitler will der vorrückenden Roten Armee einen menschlichen „Schutzwall“ entgegenstellen – die Parteibonzen hatten sich selbst natürlich schon längst in Sicherheit gebracht.

Im Westen nehmen die Luftangriffe auf deutsche Städte zu und fordern Tausende Menschenleben. Nacht für Nacht heulen in den Großstädten die Sirenen, viele Menschen verbringen die meisten Nächte in Luftschutzkellern, immer in der Angst, bei einem direkten Treffer verschüttet zu werden. Frauen leben in permanenter Furcht um das Leben ihrer Söhne und Männer an den verschiedenen Kriegsschauplätzen, besonders um die, die an der Ostfront kämpfen müssen.

Hitlerjungen und alte Männer werden zum „Volkssturm“ eingezogen, dem letzten Aufgebot. War bis weit in den Krieg hinein die Versorgung mit Lebensmitteln und Kleidung gut, so wird jetzt bemerkbar, dass immer mehr ehemals besetzte Gebiete nicht mehr ausgebeutet werden können.
Die Deutschen sind erschöpft.
„Heil Hitler“ – der „Deutsche Gruß“ – verschwindet.

Hitler fordert den Kampf bis zum Untergang.

Der Untergang

Als am 12. April 1945 US-amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt überraschend stirbt, frohlockt Hitler für kurze Zeit und hofft auf den Zerfall der alliierten Koalition. Die Wehrmacht soll und muss weiterkämpfen – wie so oft mit der Drohung „bolschewistischer“ Gräueltaten.

Zu „Führers Geburtstag“ am 20. April empfängt er Gäste im Führerbunker. Hitler wird 56 Jahre alt und ist geistig und körperlich ein Wrack.

Am 22. April erleidet er einen Nervenzusammenbruch, als er erfährt, dass SS-Obergruppenführer Felix Steiner den befohlenen Entsatzangriff seiner Armeegruppe in der Schlacht um Berlin als undurchführbar verweigert hat.

Am 25. April 1945 reichen sich auf der zerstörten Elbbrücke in Torgau Soldaten der 90. US-Infanteriedivision und der sowjetischen Gardedivision die Hand.
Ost- und Westfront sind jetzt vereint. Berlin ist von der Roten Armee eingekesselt.

Am 28. April erfährt Hitler von Himmlers monatelangen Geheimverhandlungen mit den Alliierten über einen Separatfrieden und lässt daraufhin Himmlers Kontaktmann Herrmann Fegelein verhaften und erschießen.

Am 29. April verbreitet sich die Nachricht von der Erschießung des italienischen „Duce“ Benito Mussolini und der Misshandlung seiner Leiche.

Am 30. April heiratet Hitler seine Lebensgefährtin Eva Braun.
Danach diktiert er sein politisches Testament: Er ernennt seinen treuen Gefolgsmann und Hardliner, den Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine, Großadmral Karl Dönitz, zu seinem Nachfolger als Reichspräsidenten und Oberbefehlshaber der Wehrmacht. Goebbels soll neuer Reichskanzler werden.
Göring und Himmler werden aus der NSDAP ausgeschlossen.
Die Deutschen ruft er zur unbedingten Fortsetzung des Krieges, zur Einhaltung der Nürnberger Rassengesetze und zur weiteren „Vernichtung“ der Juden auf. Er verteilt Ampullen mit Zyankali und vergiftet seine Schäferhündin.

Am Nachmittag zieht sich Hitler mit seiner Ehefrau zurück.
Eva Braun schluckt Gift, Hitler erschießt sich.

Kriegsende

Der neue Reichspräsident Dönitz lässt gemäß Hitlers letzten Willen zunächst weiterkämpfen und benennt am 2. Mai 1945 in Flensburg-Mürwik eine „geschäftsführende“ Reichsregierung.
Eine Gesamtkapitulation lehnt er ab, stattdessen soll ein Separatfrieden mit den westlichen Alliierten geschlossen und der Kampf gegen die Rote Armee fortgesetzt werden. Am gleichen Tag kapitulieren die verbliebenen deutschen Truppenteile in Berlin vor der Roten Armee.

Am 8. Mai 1945 verkündet Dönitz über einen Flensburger Sender die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht.

Am 9. Mai 1945 unterzeichnet Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel die bedingungslose Kapitulation gegenüber der Sowjetunion.

Keitels Unterschrift beendet den Zweiten Weltkrieg in Europa endgültig.
Exakte Schätzungen gibt es nicht, aber es wird vermutet, dass zwischen 36 und 52 Millionen Menschen ihr Leben verloren haben.
Ungezählt bleiben die Millionen, die verletzt, obdachlos, vertrieben, deportiert oder inhaftiert wurden.
Das „Tausendjährige Reich“ ist nach zwölf Jahren untergegangen und hinterlässt Tod, Elend und unermessliches Leid.

Den vollständigen Artikel mit allen Darstellungen und weiterführenden Leseempfehlungen ist in meinem Blog Generationengespräch zum Nachlesen: Vor 70 Jahren: Weltkriegsende – Zusammenbruch – Befreiung

Copyright: Agentur für Bildbiographien, www.bildbiographien.de 2015

Die Agentur für Bildbiographien veröffentlicht seit 2012 hochwertige Bildbände und Chroniken über Familien- und Unternehmensgeschichten und bietet zusätzlich einen Ghostwriting-Service für Unternehmen und Privatpersonen an. Weitere Informationen auf unserer Homepage www.bildbiographien.de

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2 Kommentare

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Gerd Schulze- Rohnhoff hält eine Rede bei youtube über die vielen Väter des Krieges!
  • 25.09.2017, 05:13 Uhr
  • 1
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Haben nicht die englischen Zyonisten Deutschland schon 1933 den Krieg erklärt?
MfG
  • 22.09.2017, 20:58 Uhr
  • 1
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