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Der Schoß ist fruchtbar noch:(

Der Schoß ist fruchtbar noch:(

24.09.2017, 12:23 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Sag Nein!

Dann gibt es nur eins!
Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen - sondern Stahlhelme und Maschinengewehre. dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Mädchen hinterm Ladentisch und Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Granaten füllen und Zielfernrohre für Scharfschützengewehre montieren, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN! Du. Besitzer der Fabrik. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst
statt Puder und Kakao Schießpulver verkaufen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst einen neuen Tod erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Dichter in deiner Stube. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Liebeslieder, du sollst Haßlieder singen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Arzt am Krankenbett. Wenn sie dir morgen befehlen, du
sollst die Männer kriegstauglich schreiben, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Kapitän auf dem Dampfer. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keinen Weizen mehr fahren - sondern Kanonen und Panzer, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Bomben und Phosphor über die Städte tragen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Schneider auf deinem Brett. Wenn sie dir morgen befehlen,
du sollst Uniformen zuschneiden, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Richter im Talar. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst zum Kriegsgericht gehen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Mann auf dem Bahnhof. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst das Signal zur Abfahrt geben für den Munitionszug und für den Truppentransport, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Mann auf dem Dorf und Mann in der Stadt. Wenn sie morgen kommen und dir den Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Mutter in der Normandie und Mutter in der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London, du, am Hoangho und am Mississippi, du, Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und Oslo - Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins:
Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!
Denn wenn ihr nicht NEIN sagt, wenn IHR nicht nein sagt, Mütter, dann:
dann:
In den lärmenden dampfdunstigen Hafenstädten werden die großen Schiffe stöhnend verstummen und wie titanische Mammutkadaver wasserleichig träge gegen die toten vereinsamten Kaimauern schwanken, algen-, tang- und muschelüberwest den früher so schimmernden dröhnenden Leib, friedhöflich fischfaulig duftend, mürbe, siech, gestorben -
die Straßenbahnen werden wie sinnlose glanzlose glasäugige Käfige blöde verbeult und abgeblättert neben den verwirrten Stahlskeletten der Drähte und Gleise liegen, hinter morschen dachdurchlöcherten Schuppen, in verlorenen kraterzerrissenen Straßen -
eine schlammgraue dickbreiige bleierne Stille wird sich heranwälzen, gefräßig, wachsend, wird anwachsen in den Schulen und Universitäten und Schauspielhäusern, auf Sport- und Kinderspielplätzen, grausig und gierig, unaufhaltsam - der sonnige saftige Wein wird an den verfallenen Hängen verfaulen, der Reis wird in der verdorrten Erde vertrocknen, die Kartoffel wird auf den brachliegenden Äckern erfrieren und die Kühe werden ihre totsteifen Beine wie umgekippte Melkschemel in den Himmel strecken -
in den Instituten werden die genialen Erfindungen der großen Ärzte sauer werden, verrotten, pilzig verschimmeln -
in den Küchen, Kammern und Kellern, in den Kühlhäusern und Speichern werden die letzten Säcke Mehl, die letzten Gläser Erdbeeren, Kürbis und Kirschsaft verkommen - das Brot unter den umgestürzten Tischen und auf zersplitterten Tellern wird grün werden und die ausgelaufene Butter wird stinken wie Schmierseife, das Korn auf den Feldern wird neben verrosteten Pflügen hingesunken sein wie ein erschlagenes Heer und die qualmenden Ziegelschornsteine, die Essen und die Schlote der stampfenden Fabriken werden, vom ewigen Gras zugedeckt, zerbröckeln — zerbröckeln — zerbröckeln —
dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpesteter Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig glühenden Sonne und unter wankenden Gestirnen umherirren, einsam zwischen den unübersehbaren Massengräbern und den kalten Götzen der gigantischen betonklotzigen verödeten Städte, der letzte Mensch, dürr, wahnsinnig, lästernd, klagend - und seine furchtbare Klage: WARUM? wird ungehört in der Steppe verrinnen, durch die geborstenen Ruinen wehen, versickern im Schutt der Kirchen, gegen Hochbunker klatschen, in Blutlachen fallen, ungehört, antwortlos, letzter Tierschrei des letzten Tieres Mensch – all dieses wird eintreffen, morgen, morgen vielleicht, vielleicht heute nacht schon, vielleicht heute nacht, wenn – wenn – wenn ihr nicht NEIN sagt.

zitiert aus: Wolfgang Borchert, Das Gesamtwerk, Rowohlt 1986, Seite 318 ff

20 Kommentare

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Der Michel schläft gemütlich, 17 Kommentare von 5 Leuten.
Gute Nacht Deutschland!
  • 10.10.2017, 21:27 Uhr
  • 1
Die anderen haben zu tun, sie müssen ihr Gutmenschentum zur Schau stellen. Das ist wichtiger
  • 11.10.2017, 12:35 Uhr
  • 0
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Es gibt eine Friedensbewegung!!! Dr. Daniele Ganser spricht darüber.
KenFM z.b. oder die Anstalt, Willy Wimmer, uva. auf Youtube
  • 10.10.2017, 00:45 Uhr
  • 1
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Schuld sind immer die ...
"Schuld an der Talfahrt haben wir doch wohl dem €, den Bangstern und dem Zinseszins, oder den anderen hohlköpfigen Religioten, Kriminellen, neurotischen, unfähigen, korrupten,politischen Selbstdarstellern und Wichtigtuern,
Hirarchin, Privilegien, Ideologien und dem durch
Fehlanwendung zum Manipulationsinstrument
verkommenen Konstrukt Geld zu verdanken?“
MfG
  • 08.10.2017, 18:51 Uhr
  • 2
Gerade gesehen...
Dr.Daniele Ganser.( Youtube)
  • 10.10.2017, 00:36 Uhr
  • 1
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WeltN24: "Aggression ist kein Urtrieb des Menschen":
Die amerikanische Neuropsychologin Naomi Eisenberger fand heraus, dass das Gehirn soziale Ausgrenzung, Demütigung oder Armut genauso empfindet und mit Aggression beantwortet, wie wenn körperliche Gewalt zugefügt wird.
Das NEIN wird nicht funktionieren, solange ein großer Teil der Menschheit unter "Ausgrenzung, Demütigung oder Armut" leidet. Also findet euch mit dem nächsten Krieg ab!
  • 27.09.2017, 20:52 Uhr
  • 2
Das ein Krieg kommen wird steht fest. Nur die Form noch nicht. Es liegt aber an uns ihn so lange wie möglich hinauszuzögern.
  • 28.09.2017, 08:52 Uhr
  • 2
Was können die Europäer denn machen? 1: Ihre Außen-Grenzen schützen, um Terroristen aufzuhalten. 2: Die NATO stärken, um politisch Einfluss auf aggressive Nachbarn auszuüben. 3: Eine europäische Armee aufbauen, die von der Welt und besonders von den Amerikanern ernst genommen wird.
Das alles steht im Gegensatz zu Deinem NEIN, das in der heutigen Welt leider nicht realisiert werden kann.
  • 28.09.2017, 11:33 Uhr
  • 2
Dr. Daniele Ganser anhören, auf Youtub z.B.
  • 10.10.2017, 00:41 Uhr
  • 2
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Bernd, warum sagen wir nicht vorher schon nein. Warum lassen wir uns immer wieder so entmündigen, warum sagen wir nicht, wir wollen über unser Schicksal selber entscheiden, warum sagen wir nicht, wir wollen die Basisdemokratie. Warum schließt Du Dich dieser Bewegung nicht an. Wenn die Menschen die Frage entscheiden können, wollen sie einen Krieg oder nicht, wird es keinen Krieg mehr geben!
  • 27.09.2017, 09:48 Uhr
  • 4
Stimmt!
  • 27.09.2017, 12:42 Uhr
  • 2
Mit Frieden gibt es nix zu verdienen.
  • 01.10.2017, 13:13 Uhr
  • 3
Mit Krieg erst recht nicht, da gibt es nur was zu verlieren.
  • 01.10.2017, 19:23 Uhr
  • 2
Nur für die, die sich zur Teilnahme aufhetzen lassen.
  • 01.10.2017, 19:38 Uhr
  • 3
Auch Harvey Friedman öffnet uns die Augen und sagt was läuft.
  • 10.10.2017, 00:48 Uhr
  • 1
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Immer wieder, immer noch aktuell
  • 24.09.2017, 22:39 Uhr
  • 3
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Wenn diejenigen Politiker, welche militärische Auseinandersetzungen beschließen, selbst + aktiv + an vorderster Front, in diesem Schlamassel mitwirken müßten, gäbe es so gut wie keine solcher Kriege mehr...!!!
  • 24.09.2017, 13:46 Uhr
  • 3
Die Zeiten, wo Anführer in vorderster Front selbst kämpfen sind sind schon lange vorbei.
  • 24.09.2017, 14:10 Uhr
  • 2
  • 24.09.2017, 14:35 Uhr
  • 2
Also ab in den Boxring und nur einer ist der Gewinner.
Das Volk.
  • 16.10.2017, 19:10 Uhr
  • 0
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