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Vom Widerstandskämpfer zum Bundeskanzler

Vom Widerstandskämpfer zum Bundeskanzler
14.01.2018, 11:36 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Der erste sozialdemokratische Kanzler Deutschlands

Erst Widerstandskämpfer in der NS-Zeit, später Bundeskanzler der Bundesrepublik und eine Ikone der Sozialdemokratie: Willy Brandt war einer der bedeutendsten Politiker in Deutschland.

Doch bis zu seinem Ziel war es ein steiniger Weg: Am 18. Dezember 1913 erblickt Willy Brandt als Herbert Ernst Karl Frahm das Licht der Welt und wächst in einem Lübecker Arbeiterviertel auf. Seinen Vater lernt er nie kennen. Erst kümmert sich seine Mutter um ihn, dann pflegt ihn seine Nachbarin, später sein Großvater, den er "Papa" nennt.

Brandts Interesse für Politik ist auf seinen Stiefgroßvater Ludwig Frahm zurückzuführen. Brandt wurde 1925 Mitglied der Kinderfreunde, einer Kindergruppe der Falken, ab April 1929 der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ). 1931 übernimmt er den Vorsitz im Bezirk der SAJ Lübeck-Mecklenburg. 1930 trat Brandt der SPD bei. Ein Jahr später, im Oktober 1931 brach er mit Leber und der SPD, und warf der Partei „Mutlosigkeit“ im Hinblick auf gesellschaftliche Veränderungen vor. Brandt schloss sich daraufhin der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) an.

Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler 1933 und damit dem Beginn der NS-Diktatur in Deutschland wurde die SAPD verboten. Die Partei beschloss, unter den Bedingungen der Illegalität aus dem Untergrund im Widerstand gegen die Herrschaft des Nationalsozialismus weiterzuarbeiten.

Willy Brandt erhielt im März 1933 den Auftrag, die Ausreise des SAPD-Leitungsmitglieds Paul Frölich nach Oslo zu organisieren. Nachdem Frölich jedoch festgenommen wurde, übernahm Brandt dessen Aufgabe, in Oslo eine Zelle der Organisation aufzubauen. In dieser Zeit nahm er, der bis dahin noch unter seinem Geburtsnamen Herbert Frahm bekannt war, den „Kampfnamen“ Willy Brandt an, den er über sein weiteres Leben hinweg beibehielt.

Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus kehrte Brandt 1945 als Korrespondent für skandinavische Zeitungen nach Deutschland zurück und berichtete über die Nürnberger Prozesse.

Brandt begann seine politische Karriere im Nachkriegsdeutschland 1949 als Berliner Abgeordneter der SPD im ersten Deutschen Bundestag. Am 3. Dezember 1950 wurde er auch in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt, dessen Präsident er 1955 wurde. 1957 trat er als Nachfolger des verstorbenen Otto Suhr das Amt zum Regierenden Bürgermeister von Berlin an.

Zur Bundestagswahl 1961 trat Brandt erstmals als Spitzenkandidat der SPD gegen den amtierenden Bundeskanzler und CDU-Kandidaten Konrad Adenauer an. In die Schlussphase des Wahlkampfs fiel der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961, den Brandt nach eigenem Bekunden als „den bislang schwärzesten Tag seiner Amtszeit“ empfand. Von 1969 bis 1974 war Brandt Regierungschef einer sozialliberalen Koalition von SPD und FDP. Zuvor hatte er von 1966 bis 1969 während der ersten Großen Koalition im Kabinett Kiesinger das Amt des Bundesaußenministers und Vizekanzlers ausgeübt.

Für seine Ostpolitik der Aussöhnung und Entspannung erhielt er 1971 den Friedensnobelpreis. Am 8. Oktober 1992 starb er nach einem bewegten Leben. Willy Brandt hat in Berlin auf dem Waldfriedhof in Zehlendorf ein Ehrengrab der Stadt Berlin. Quelle: Wikipedia, Text und Foto: Klaus Tolkmitt

7 Kommentare

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Brandt hat es verstanden die Jugend zu motivieren, so dass nach dem Krieg eine Generation heranwuchs, die sich politisch ganz anders auseinandersetzte als seine Väter.
Es gab da nicht mehr ein "Ja und Amen" zu allem.

Die Jugend hinterfragte, setzte sich in Gremien der unterschiedlichsten Art zusammen und versuchte das Ihre beizutragen, um Deutschland weiter vorwärts zu bringen. Vorwärts nicht nur im wirtschaftlichen Sinn, auch im Sinne eines vereinigten Europas.
Die Jugend erkannte, dass nur die Globalität eine stabile Zukunft sichert.
Brandt war uns Vorbild mit seiner Ostpolitik.

Leider fehlt heute eine Person wie Brandt, die die Jugend aus ihrer Lethargie heraus holt.

Erst Pegida hat uns aufgezeigt, dass da sehr wohl eine Jugend herangezogen wurde, die sich auflehnt gegen eine rechtspopulistische Vereinigung, die auf dem besten Weg ist, Deutschland wieder auf den Stand zu bringen wie unter A.H.

Es würde niemandem schaden, wenn er sich mal rückblickend mit dem
Vermächtnis Brandts beschäftigt.
  • 16.01.2018, 14:52 Uhr
  • 1
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Ja, dann wollen wir mal gut über ihn reden. Aber müssen wir immer unsere Leiteinkenntnisse präsentieren???
  • 15.01.2018, 11:37 Uhr
  • 0
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Eine fast Wahre Story, aber reichlich geschönt. Komisch nach dem Tod wird selbst der größte Sünder heilig gesprochen.
  • 14.01.2018, 14:53 Uhr
  • 1
De mortuis nil nisi bene !
  • 14.01.2018, 21:02 Uhr
  • 3
Genau so: von den Toten nur Gutes.
  • 14.01.2018, 21:05 Uhr
  • 0
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Ich vermisse ihn sehr, als Mensch und Politiker.
  • 14.01.2018, 14:43 Uhr
  • 3
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