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Die beste Hilfe gegen den Mausarm

Die beste Hilfe gegen den Mausarm

Helmut Achatz
27.06.2016, 22:22 Uhr
Beitrag von Helmut Achatz

Täglich die gleiche Handbewegung ist monoton und schlecht für Sehnen und Muskeln. Die Folge ist beispielsweise ein Mausarm, eine typische Krankheit der Büroarbeiter. Was hilft dagegen? Klar, am Anfang noch Kortison-Spritzen, Bandagen und Pflaster, auf Dauer aber nur dehnen, dehnen, dehnen.

Die Epikondylitis ist auch als Tennis-, Maus-, Maurer- und Malerarm bekannt – auch als Golferarm. Sie ist wohl die häufigste Erkrankung des Arms schlechthin. Es trifft eben nicht immer nur Tennisspieler, sondern auch Kassierer, Sekretärinnen, Webdesigner – und sogar Journalisten, sprich, Leute, die ein und dieselbe Bewegung oft wiederholen. Das kommt beim Tippen vor und beim Klicken mit der Maus. Diese monotonen Bewegungen überlasten den Sehnenansatz am Knochenvorsprung des Ellenbogens, der Epikondylus heißt – und eine Erkrankung eben Epikondylitis.

Ab 50 sind Sehnen weniger elastisch

Das trifft vor allem die 50plus-Generation, weil die Sehnen ihre Elastizität eingebüßt haben. Dadurch kann es zu Mikrorissen kommen. Schleichend macht sich der Arm bemerkbar. Und wie? Das sind manchmal ganz banale Bewegungen, die plötzlich schmerzen. Das kann beim Anheben einer Einkaufstüte passieren oder beim Rüberreichen des Brotkorbs. Auch nachts spürt der Mausarm-Kranke seinen Epikondylus.

Wer glaubt, das gibt sich schon und die Beschwerden ignoriert, muss sich nicht wundern, wenn aus gelegentlichen Schmerzen Dauerschmerzen werden.

Diagnose Mausarm

Wie lässt sich ein Mausarm diagnostizieren? Der Schweizer Tomi Bosshard aus Rapperswil empfiehlt auf seiner Seite tennisarm.ch folgendes: „Lege Hand und Arm flach und ausgestreckt – mit durchgestrecktem Ellenbogen – auf den Tisch und dem Handrücken nach oben; drücke mit der gesunden Hand den Mittelfinger etwas auf den Tisch und versuche nun, diesen Mittelfinger gegen den Widerstand anzuheben. Schmerzt oder zieht es im Ellenbogen, hast du einen Tennis- oder Mausarm“.

Allerdings komme es auch hin und wieder vor, dass die Diagnose nicht anspreche, obwohl es ein Tennis- oder Mausarm ist. Wer den Unterarm dehnt (davon später ausführlich), fühlt, wie der Muskel reagiert – zieht und leicht schmerzt. Ferner gebe es auch einen schmerzhaften Druckpunkt unter den hervortretenden Ellenbogen-Knöchel wie nach einer starken Prellung.

Ruhigstellen war gestern

Früher empfahlen Orthopäden ihren Patienten gern, den Arm ruhig zu stellen und kamen auch gleich mit der Kortisonspritze. Das hat sich etwas geändert. Heute kommt der Physiotherapeuten ins Spiel, der mit Dehnübungen den verhärteten Muskel im Unterarm lockern soll.

Eine Alternative ist Bosshard zufolge die Selbsttherapie, die er auf seiner Seite tennisarm.ch genau beschreibt, sogar mit Bildern. Ein Tennis- oder Mausarm sei eine Verkrampfung eventuell mit einer daraus resultierenden Sehnenverkürzung. Die Dehn-Therapie soll die Verkrampfung lösen, so Bosshard. Er empfiehlt:

den Arm nicht mehr zu schonen
tägliche Dehnübungen
an einer Stange hängen
Salben und Bandagen können nicht schaden. Gerade bei akutem Mausarm kann ein schmerzstillendes Pflaster zur lokalen symptomatischen Behandlung den Tag erträglicher machen. Das gleiche gilt für Ellenbogen-Bandagen, die wie eine Massage im Schmerzbereich wirken. Beides ist rezeptfrei und kann auch bequem online bei einer Versandapotheke bestellt werden.

Dehnübung

Jetzt zur Dehnübung – Bosshard beschreibt sie so:

Strecke den Problem-Arm dem Körper entlang hinunter. Mache eine Faust. Kippe die Faust zum Körper und hoch. Nimm die Faust in die andere Hand und ziehe die Faust mit dem gesunden Arm hoch gegen den Körper hin. Der Problem-Arm/Ellenbogen muss dabei aber vollständig durchgestreckt bleiben.
Hab’ keine Angst vor Schmerzen. Das Hochziehen muss etwas Ziehen und am Anfang sogar leicht schmerzen. Du wirst sehen, dass der Schmerz schon nach zehn bis 20 Sekunden beginnt nachzulassen. Es sollte jedoch nicht extrem gezogen werden, extreme Schmerzen helfen nicht entsprechend schneller, auch könnte das Handgelenk darunter leiden! Nach 15 Minuten sollte es nicht mehr Schmerzen als vor dem Dehnen. Wenn die generellen Schmerzen zunehmen, dehnt man zu stark – etwas reduzieren.
Die Frequenz des Dehnens: täglich zehn bis 20 mal. Dauer: 30 Sekunden und häufiger oder mehrere Minuten aneinander und wenige Male pro Tag. Total pro Tag etwa zehn bis 20 Minuten investieren.

Es sei wichtig, so Bosshard, täglich zu dehnen, also „nicht“ einfach nur stärker. Und, am besten dehnen genau nach den problematischen Tätigkeiten.

Zugegeben, das klingt alles etwas theoretisch – ein paar Fotos verdeutlichen, was mit der Dehnübung gemeint ist:

Hängeübun

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eben dem Dehnen hilft auch das Hängen. Dafür genügt eine eingeklemmte Quer-Stange im Türrahmen. Wer einen Mausarm hat, hängt sich einfach an eine Reckstange – das Gewicht des eigenen Körpers zieht nach unten und der Unterarm wird automatisch gedehnt. Fünf bis zehn Mal täglich 30 bis 60 Sekunden, empfiehlt Bosshard.

Wichtig sei, dass die Arme durchgestreckt sind und auch der Oberkörper hängt. Es macht nichts, wenn die Füße den Boden berühren. Das meiste Gewicht sollte mit den Händen gehalten werden, ohne dass die Unterarme angespannt sind. Zusatzeffekt: Dadurch wird die Bandscheibe entlastet. Übrigens, Türrecks gibt es schon für weniger als 50 Euro – einfach bei Google den Suchbegriff eingeben.

Mehr dazu unter vorunruhestand.de

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