wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
EDC-Hormongifte auf deutschen Tellern - so gefährlich ist unser Essen wirkli ...

EDC-Hormongifte auf deutschen Tellern - so gefährlich ist unser Essen wirklich

News Team
16.12.2016, 10:48 Uhr
Beitrag von News Team

Verbraucherinnen und Verbrauchern sind seit Jahren hormonschädlichen Pestizidrückständen in nicht zu vernachlässigbaren Mengen ausgesetzt. Dies zeigt eine aktuelle Auswertung der behördlichen Lebensmittelüberwachungs-Daten von 2011 bis 2014 durch das Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. (PAN Germany).

Rund 18% der zwischen 2011 und 2014 untersuchten Lebensmittelproben weisen Rückstände von 29 hormonschädlichen Pestiziden auf, in 6% der Proben konnten Mehrfachrückstände der sog. endokrine Disruptoren (EDCs) festgestellt werden. Rückstände von weiteren 96 Wirkstoffen, die zumindest unter Verdacht stehen, schädlich auf das Hormonsystem einzuwirken, wurden in 23,8% der untersuchten Proben nachgewiesen.

EDCs können bereits in sehr geringen Dosierungen in das empfindliche Hormonsystem von Mensch und Tier eingreifen. Besonders Kinder und Schwangere sind gefährdet. Verschiedenste gesundheitliche Schäden wie Fortpflanzungsstörungen, Unfruchtbarkeit, Fehlbildungen der Geschlechtsorgane, Brust-, Prostata- und Hodenkrebs, Verhaltens- und Entwicklungsauffälligkeiten bei Kindern oder chronische Erkrankungen wie Diabetes werden mit der Exposition gegenüber hormonell wirksamen Substanzen in Verbindung gebracht.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zählen zu den potentiellen endokrinen Disruptoren natürliche Bestandteile der Nahrung wie Phytohormone, zum Beispiel die in Soja vorkommenden Isoflavone, aber auch Umweltgifte wie PCB, Pestizide wie DDT, bestimmte Konservierungsmittel und Bestandteile von Druckfarben und UV-Lichtschutzsubstanzen, wie Benzophenon, Schwermetalle wie Cadmium und Weichmacher wie zum Beispiel einige Phthalsäureester.

Verbraucher besser schützen

Die Umweltorganisation PAN Germany plädiert für einen besseren Schutz der Bevölkerung vor Hormongiften und fordert deshalb ein klares Veto der Bundesregierung gegen die aktuellen Bestrebungen der EU-Kommission, die rechtlichen Schutz-Standards wieder abzuschwächen.

In vielen Lebensmittel/Stoff-Kombinationen übersteigen die Rückstandswerte den Wert von 0,01 mg/kg. Dieser Wert markiert die "vernachlässigbare Exposition" von EDCs über den Verzehr von Lebensmitteln. Nach der Pestizid-Verordnung von 2009 ist die Verwendung von EDCs generell verboten, es sei denn, ihre Exposition ist für Verbraucher, Anwender und Umwelt ist vernachlässigbar. Allerdings greift diese Regelung noch nicht, denn es fehlt noch immer ein regulatives Verfahren zur Identifizierung von EDCs.

Abstimmung in Brüssel

Am 21.12.2016 soll in Brüssel voraussichtlich über einen entsprechenden Kommissionsvorschlag abgestimmt werden, der auf massive Kritik von Umwelt- und Verbraucherverbänden wie PAN, Wissenschaftlern und mehreren Mitgliedsstaaten wie Frankreich und Schweden stößt. Kritisiert werden die sehr hohen Hürden zur Einstufung einer Substanz als EDC, aber auch der Versuch der EU-Kommission, die Schutzstandards der Pestizid-Verordnung drastisch zu senken. So soll u.a. der Vorsorgewert einer vernachlässigbaren Exposition gestrichen werden und durch eine klassische Risikoabschätzung ersetzt werden.

"Die reale Gefahr von Mehrfachrückständen wird in der üblichen Risikoabschätzung gar nicht berücksichtigt, kritisiert PAN-Germany Expertin Susanne Smolka. "Unsere Auswertung zeigt, dass EDCs in vielen verschiedenen Lebensmitteln als Rückstände und als Mehrfachrückstände nachzuweisen sind. Die Verbraucher müssen endlich wirksam geschützt werden. Deshalb erwarten wir von der Bundesregierung, dass sie keine Vorschläge unterstützen, die die gesetzlich festgeschriebenen Schutzstandards und das Vorsorgeprinzip derart bedenklich absenken", so Smolka.

McDonald's-Kampagne wird Lachnummer im Internet, weil jetzt jeder nur noch Hintern sieht

1 Kommentar

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Für eine Tabelle was man sorgenlos essen darf würde ein DIN 4
Blatt reichen ! Warum wird die nie veröffentlicht ??
  • 16.12.2016, 10:59 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.