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Bandscheibenvorfall - das sollten Sie jetzt nicht überstürzen!

Bandscheibenvorfall - das sollten Sie jetzt nicht überstürzen!

News Team
23.12.2016, 08:37 Uhr
Beitrag von News Team

Männlich, mittlere Altersgruppe, im Beruf stehend – wer zu dieser Zielgruppe gehört, wird sich bei einem Bandscheibenvorfall eher einer Operation unterziehen als konservative Behandlungsmethoden auszuschöpfen. Und damit zugleich häufiger entgegen den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie handeln, wie eine Studie am Hamburg Center for Health Economics (HCHE) ergab. Bei jedem dritten Bandscheiben-Patienten wird vorschnell operiert. Denn viele Patienten fürchten, ohne Operation ihren Beruf nicht mehr ausüben zu können.

Über die Erfahrungen der Patienten mit Bandscheiben-Operationen weiß man bislang in Deutschland nur wenig. Diese Lücke schließt die HCHE-Studie, die einen besonderen Fokus darauf legt, ob vor der Operation – sofern diese nicht durch einen Notfall begründet war – konservative Behandlungsmethoden ausgeschöpft wurden.

Zu den konservativen Mitteln gehören etwa Krankengymnastik, Massagen und Schmerztherapie wie Injektionsbehandlungen, die über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen erfolgen sollen. Frühere Studien zeigen, dass die konservative Behandlung mittelfristig vergleichbare Ergebnisse erzielt, jedoch weniger Kosten verursacht und keinerlei Operationsrisiken birgt. Insgesamt wurden mehr als 6000 Versicherte der Barmer GEK befragt, die 2014 und 2015 an der Bandscheibe operiert wurden. Die Rücklaufquote betrug 47 Prozent.

OP mit Folgen

Bei einem Drittel der Befragten wurden konservative Therapieverfahren nicht konsequent verfolgt oder trotz Ansprechens der Therapie operiert. Auch wenn vielfach ohne akute Indikatoren operiert wurde, hielten die Patienten die Operation für den richtigen Weg. Insbesondere die Berufstätigen sorgten sich, ohne Operation ihren Beruf nicht mehr ausüben zu können. Außerdem waren sie der Überzeugung, dass ein Eingriff die bessere Möglichkeit sei, um die Schmerzen zu beheben. Zwar kommt es im Falle einer Bandscheiben-Operation oftmals zu einer Linderung der Beschwerden, doch immerhin zehn Prozent der Operierten leiden nachhaltig unter Komplikationen.

Diejenigen, die sich vor einem Eingriff eine Zweitmeinung eingeholt hatten, wurden häufiger konservativ therapiert. „Dies zeigt, wie wichtig es ist, entsprechende Beratungsangebote auszubauen“, erklärt HCHE-Forscher Prof. Dr. Mathias Kifmann und regt an, konservative Therapiemöglichkeiten insbesondere für Berufstätige besser verfügbar zu machen. In Anbetracht der oft zeitintensiven konservativen Therapien können auch spezialisierte Angebote für bestimmte Berufsgruppen von Nutzen sein. Nicht zuletzt sind auch die volkswirtschaftlichen Kosten interessant: Eine Bandscheiben-Operation kostet im Schnitt etwa 4350 Euro. Überträgt man die Befunde, sind im Jahr 2014 durch womöglich vorschnelle Operationen Kosten im deutlich zweistelligen Millionenbereich entstanden.

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10 Kommentare

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wie schön zu lesen, dass nicht alle gleich zur OP gehen. Bei mir war's ähnlich: Rücken versteifen sollte gemacht werden. Da bin ich zum Osteopathen gegangen der mir sehr geholfen hat, und anschließend hab ich angefangen mit Nordigwalking....im Rahmen meiner Möglichkeiten (nicht so wie die Anderen gelaufen sind, sondern wie es mir gut tat/tut) alles Bestens bis jetzt! OP in weiter Ferne, bzw hab ich abgehakt.
  • 23.12.2016, 16:10 Uhr
  • 2
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Ich hatte letztes Jahr kurz vor Weihnachten meinen 4. Bandscheibenvorfall. Zuerst bekam ich Physio. Jetzt mache ich seit einem 3/4 Jahr Gymnastik und leichtes Krafttraining und vermeide langes Sitzen. Das hilft mir. Ich hoffe, so eine OP noch rausschieben zukönnen.
  • 23.12.2016, 13:43 Uhr
  • 2
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2008 hat mir eine Oberärztin nach dem MRT verkündet, dass ich einen Bandscheibenvorfall habe und der müße operiert werden. "Nein" war meine Antwort....schließlich waren ansonsten alle Funktionen in Ordnung und mir war schon damals bekannt, wie "gerne und schnell" operiert wird.
Physiotherapie und eigenes Hinzutun haben mich wieder bis auf einen tauben Zeh in Ordnung gebracht.
  • 23.12.2016, 12:59 Uhr
  • 2
richtig ,,ärzte sind auch unternehmer
  • 23.12.2016, 13:43 Uhr
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Aha....und wenn man eine OP ablehnt ( weil es andere Möglichkeiten gibt, als zu operieren), dann spricht diese Ärztin kein Wort mehr, weil sie beleidigt ist. Nennt man das dann "Unternehmertum..oder tun..." ??
  • 23.12.2016, 14:08 Uhr
  • 1
ja nennt man so ,,ob sie pricht oder nicht ist doch egal , es gibt andere welche auch unternehmer sind ,,aber etwas an ihre kunden auch noch denken obwohl unternehmer. freie wahl des arztes gibt es auch noch ,,den arzt von früher gibt es leider nicht mehr
  • 23.12.2016, 14:12 Uhr
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du wirst damit leben müsseen sibylle
obwohl es mir unverständlich ist das die krankenkasse kosten übernahme ablehnt ..zumal die menschen älter werden ,,evt ist dies der krankenkasse noch nicht bekannt ,,1 ganz junger den fall bearbeitet ,,sich hoch arbeiten will ,,egal wie
  • 23.12.2016, 12:55 Uhr
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vor 25 Jahren hatte ich einen Bandscheibenvorfall. Chirurgen meinten, dass ich ohne OP mein Problem (Schmerzen, Fussheberschwäche ) nicht mehr in den Griff bekommen würde.

Eine 4-wöchige intensive physikalische Therapie bewirkte enorme positive Veränderungen. Unter weiteren täglichen Übungen war ich mein Problem nach 6 Monaten völlig los. Selbst die Fussherberschwäche hat sich völlig aufgelöst. Bis heute kann ich unter Berücksichtigung der richtigen Haltung auch schwere Lasten bewegen.

Ich lernte in meiner akuten Schmerzphase nur einen Arzt kennen, der von einem Freund (Chirurgen) hörte: "Operier einen Bandscheibenvorfall nur dann, wenn der Patient dich auf Knien darum bittet." Dann lernte ich einen Pysio-Therapeuten kennen, der mir ein Buch über physikalische Therapien gab. Ich las und war überzeugt. Er sollte recht behalten!
  • 23.12.2016, 12:11 Uhr
  • 4
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hatte ich auch vor ca 20 j , sogar schmerzen bis in die füsse
mich erfolgreich gegen op geweigert.oft erfolgen nach 1-2 j. regelmässig neue ops mit übungen überwunden.weiss heute welche übungen erforderlich sind falls schmerzen sich melden
  • 23.12.2016, 11:44 Uhr
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