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Krätze-Ausbruch: So dramatisch ist die Lage in Deutschlands Altenheimen!

Krätze-Ausbruch: So dramatisch ist die Lage in Deutschlands Altenheimen!

News Team
10.02.2017, 13:52 Uhr
Beitrag von News Team

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), hat den Umgang vieler Altenheime mit Krätze-Erkrankungen („Skabies“) in ihren Einrichtungen kritisiert. „Ausbrüche von Skabies sind inzwischen gut behandelbar“, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenmagazin FOCUS. Dies gelte aber nur, wenn sie früh erkannt werden.

„Bisher gab es hier keine Meldepflicht, sodass die Gesundheitsämter – wenn überhaupt – meist erst spät informiert wurden.“ Deshalb sei es gut, dass nun auch für Altenheime eine Meldepflicht eingeführt werde, sagte Laumann weiter. Die neue Vorschrift ist Teil eines Gesetzes zur „Modernisierung der epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten“, das vor allem Details eines elektronischen Melde- und Informationssystems regelt.

In dem Entwurf, der FOCUS vorliegt, wird von einer Zunahme von Krätze auch in anderen Einrichtungen wie Obdachlosenheimen berichtet: „Ausbrüche von Skabies sind ein wachsendes Problem insbesondere in Einrichtungen der Altenpflege, aber auch in Gemeinschaftsunterkünften für Obdachlose, Flüchtlinge und Asylbewerberinnen und Asylbewerber“, heißt in dem Entwurf der Bundesregierung. Unter anderem weil die Gesundheitsämter von den Heimen „nicht oder erst im Rahmen eines Hilfebegehrens bei fortgeschrittenem Ausbruchsgeschehen informiert werden, gestaltet sich die Bekämpfung solcher Ausbrüche äußerst schwierig“, heißt es weiter in dem Papier. „Dies hat zur Folge, dass Skabies in vielen Einrichtungen zu einem permanenten Problem wird.“

Was ist Krätze?

Jeder Mensch kann von Krätzmilben befallen werden. Die persönliche Hygiene schützt nicht davor. Die Erkrankung (Skabies) wird durch die 0,3 bis 0,5 mm großen befruchteten weiblichen Krätzmilben hervorgerufen, welche in der Haut Gänge bohren und dort ihre Eier und Kot ablegen.

Wie wird der Befall mit Krätzmilben behandelt?

Die Behandlung der Skabies kann örtlich (lokal) oder oral (Einnahme über den Mund) erfolgen. Für die örtliche (lokale) Behandlung stehen in Deutschland grundsätzlich Mittel mit Permethrin, Benzylbenzoat und Crotamiton zur Verfügung. Für die orale (Einnahme über den Mund) Behandlung steht in Deutschland seit Februar 2016 Ivermectin zur Verfügung, vor allem für Betroffene in Gemeinschaftsunterkünften.

Maßnahmen zur Verhütung der Weiterverbreitung

Tritt eine Erkrankung auf, so ist die vorhandene körpernahe Kleidung und Bettwäsche des Erkrankten bei mindestens 50°C für wenigstens 10 Minuten zu
waschen. Nicht waschbare Textilien (auch Spielmaterial) sollten chemisch gereinigt werden. Möbel, Fußböden und sonstige Oberflächen sind gründlich abzusaugen, Matratzen zusätzlich zu lüften.

Wenn dies nicht möglich ist, können die Gegenstände und Textilien in Plastiksäcke eingepackt oder in Folie eingeschweißt werden und für 72 Stunden bei mindestens 21°C gelagert werden. Erfolgt die Lagerung bei geringer Luftfeuchtigkeit z. B. direkt vor einem auf mindestens 21°C eingestellten Heizkörper, reichen auch 48 Stunden aus.

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