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Nach Todesfällen: Bundesinstitut startet Risikobewertungsverfahren für weit  ...

Nach Todesfällen: Bundesinstitut startet Risikobewertungsverfahren für weit verbreitetes Medikament

News Team
10.02.2017, 18:17 Uhr
Beitrag von News Team

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat ein Risikobewertungsverfahren für ein bestimmtes Gicht-Medikament gestartet.
"Colchysat Bürger" wird trotz zahlreicher toxischer Nebenwirkungen zur Behandlung akuter Gichtanfälle verabreicht.

Im Zusammenhang mit Medikationsfehlern, Missbrauch und versehentlicher Überdosierung gab es zuletzt immer mehr Meldungen beim Bundesinstitut. Eine Überprüfung der Datenbank ergab: Im Jahr 2016 gab es 102 Fallberichte, in mindestens 15 Fällen spielte Überdosierung eine Rolle. Zehn Fälle endeten tödlich.

Tod nach Überdosierung


Das Risikobewertungsverfahren wurde nun aufgrund eines aktuellen Falls gestartet: Ein 73-jähriger Patient nahm wegen Schmerzen im Vorfuß nachts um 3 Uhr 50 ml Colchicin (entspricht 25 mg) ein. Warum er so viel einnahm, ist unklar. Die Tageshöchstdosis liegt eigentlich bei 8 mg innerhalb von 24 Stunden.

Zwölf Stunden nach der Einnahme alarmierte der Mann wegen Unterbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schweißausbrüchen den Notarzt. Der Patient wurde umgehend auf die Intensivstation gebracht. Ein Gegengift gibt es für das verabreichte Medikament nicht. 50 Stunden nach der Einnahme verstarb der Mann an Multiorganversagen.

Darreichungsgröße verringern


Um das Risiko einer Überdosierung zu minimieren, will das BfArM die Darreichungsgröße von 100 ml abschaffen und maximal Flaschen mit 30 ml zulassen.

Außerdem sollen die Patienten besser über Nebenwirkungen und Gefahren aufgeklärt werden. Darüber hinaus wird eine Begrenzung der bisherigen Tageshöchstdosis (8 mg) angestrebt.

In Frankreich beträgt die Tagesdosis maximal 3 mg am ersten Tag, an den Folgetagen wird diese immer weiter reduziert. Laut dem §Deutschen Ärzteblatt" ist dies durchaus sinnvoll, weil es bereits bei verabreichten 6-7 mg tödliche Indikationen gegeben habe.

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