wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Eine Frau (32) klärt auf: Darum ist die Antibaby-Pille unzumutbar!

Eine Frau (32) klärt auf: Darum ist die Antibaby-Pille unzumutbar!

News Team
06.04.2017, 12:37 Uhr
Beitrag von News Team

Die Antibabypille ist unzumutbar - diesen Standpunkt vertritt die Berliner Autorin Sabine Kray ("Diamanten Eddie) in einem aufsehenerregenden Beitrag auf Zeit Online: "Ausreichend aufgeklärt haben mich meine Ärzte weder über die Wirkweise noch über die Nebenwirkungen des Präparates. Ich nahm es 17 Jahre lang."

Kray, die sich als Mentorin für junge Mädchen bei der Bürgerstiftung Neukölln engagiert, spricht ganz offen über ihre Sexualität. Spontaneität und Sex waren für sie gewissermaßen zwei Dinge, die einander ausschlossen. "Umso überraschter war ich, als ich vor einiger Zeit die hormonelle Verhütung absetzte und feststellte, dass man auch ganz und gar unvermittelt an Sex denken kann", schreibt Kray auf Zeit Online.

Ihrer Meinung nach mischt sich die Pharmaindustrie zu sehr in den höchst privaten Bereich von jungen Frauen ein. Kray schreibt: "Frauen, die teilweise noch gar kein Gefühl für die eigene Sexualität haben, werden einem Arzneimittel ausgesetzt, das ihnen, im Gegensatz zu den Versprechungen der Industrie, bei der Erkundung der eigenen Sexualität alles andere als behilflich ist."

Mehr als irritierend findet Kray, dass etwa die Pille für den Mann, obgleich seit Jahren daran herumgedoktert wird, bis heute keine Zulassung erhalten hat. Wegen zu krasser Nebenwirkungen, die auch Frauen kennen: Depression, Gewichtszunahme, Hautprobleme.

Sabine Kray wird richtig zornig: "Wer sich den Katalog an mitunter sogar tödlichen Nebenwirkungen, die mit der Einnahme hormoneller Verhütungspräparate für Frauen einhergehen, einmal in Ruhe angesehen hat, muss sich fragen, wie solche Arzneimittel unter der genannten Bedingung der Unbedenklichkeit überhaupt auf den Markt kommen konnten."

Kray propagiert den Verzicht mangels Alternativen. Und sie hat recht. Denn von medizinischer Unbedenklichkeit ist die Pille offenbar weit entfernt.

Thrombosegefahr durch die Pille

Allein in Deutschland erleiden schätzungsweise 2.700 Frauen jährlich eine Thrombose - in manchen Fällen mit Todesfolge - weil sie die Antibabypille einnehmen. Das ergaben Recherchen der WDR-Redaktion "Quarks & Co" im Rahmen einer Folge über Risiken und Nebenwirkungen von Arzneimitteln, die im WDR zu sehen war.

Obwohl bekannt ist, dass insbesondere die Antibabypille der sogenannten 3. und 4. Generation gefährliche Nebenwirkungen haben kann, wird sie weiterhin verschrieben - und eingenommen. Bei 9 bis 12 von 10.000 Frauen kann ein Blutgerinnsel auftreten, wenn sie diese Pille ein Jahr einnehmen - bei den Präparaten der älteren Generation ist das Risiko nur halb so hoch. "Quarks & Co" hat berechnet, was das konkret bedeutet: Bei etwa 6,8 Millionen Frauen, die deutschlandweit die Pille nehmen, sind jährlich mindestens 2.700 betroffen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat 2013 auf die Risiken der Antibabypille der 3. und 4. Generation hingewiesen - getan hat sich in Deutschland seitdem nichts. "Quarks & Co" liegen die Listen über die Absatzzahlen der jeweiligen Präparate vor. Der Vergleich von 2013 bis 2015 zeigt, dass die Absatzzahlen der riskanteren Pillen der neueren Generation nahezu gleich geblieben sind, obwohl es eine weniger gefährliche Alternativen gäbe: die Pillen der älteren Generation. Vor allem junge Mädchen greifen gerne zu Pillen der neueren Generation, weil sie die positiven Nebeneffekte schätzen: Schönere Haut und Haare. Damit gehen sie ein deutlich höheres Risiko ein, eine Thrombose (Gefäßverstopfung) zu bekommen, die als Lungenembolie tödlich enden kann oder aber die Betroffenen ein Leben lang einschränkt. In Frankreich erstatten die Krankenkassen seit 2013 die Kosten für die neuen Präparate nicht mehr. Als Folge sanken die Verordnungen um 45 Prozent, die der vorherigen Generationen stiegen um 30 Prozent an. Seitdem nahmen in Frankreich die Lungenembolien bei jungen Frauen (15-49 Jahre) um 11,2 Prozent ab, bei den Mädchen (15 - 19 Jahre) sogar um 19,1 Prozent. Aber auch andere Medikamente können gefährliche Nebenwirkungen haben. Nach Expertenschätzung sterben jährlich in Deutschland 30.000 Menschen an den Folgen von Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten, das sind zehnmal so viele wie Verkehrstote.

Krank durch Antibabypille?

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren