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Revolution in der Pflege

28.04.2017, 15:11 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

08.März 2017

CDU/CSU und SPD wollen die Krankenhäuser und die Krankenkassen mit einer Gesetzänderung noch vor der Bundestagswahl beauftragen, „geeignete Personaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen, unter Einbeziehung von Intensivstationen und der Besetzung im Nachtdienst, verbindlich festzulegen“. Für die Vereinbarung über Personaluntergrenzen haben Kliniken und Kassen dann bis zum 30. Juni 2018 Zeit, Anfang 2019 soll sie in Kraft treten. Falls sie sich nicht einigen können, soll das Bundesgesundheitsministerium die Personaluntergrenzen im Alleingang zum 1. Januar 2019 festsetzen können. Können die Kliniken nicht nachweisen, dass sie die Vorgaben einhalten, müssen sie damit rechnen, dass sie weniger Geld bekommen und dieser Missstand veröffentlicht wird.
Doch die Pläne von Bachmann, bis 2020 rund 1000 zusätzliche Pflegerinnen an den Saar-Kliniken zu beschäftigen, sind bisher nicht finanziell abgesichert. Der Verband der Ersatzkassen (VdEK) im Saarland hatte bereits mitgeteilt, dass er sich nicht über den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen hinaus an der Finanzierung beteiligen will. „Als ich den Plan von Frau Bachmann das erste Mal gelesen habe, habe ich gedacht, das ist ein Aprilscherz,“ sagte der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Saar Armin Lang, der SZ. Es sei sicher von Frau Bachmann „gut gemeint gewesen“, sagte der Ex-SPD-Landtagsabgeordnete, der in Saarbrücken und Berlin eine Beratungsfirma im Gesundheitsbereich führt. Das ein Bedarf in dieser Größenordnung an Pflegekräften am Bett in den Kliniken bestehe, bestreite er nicht. „Da besteht Handlungsbedarf“, betonte Lang. „Aber Frau Bachmann hat auf die Finanzierung der Stellen gar keinen Einfluss. Außer sie nimmt Geld in die Hand und macht es“, so Lang, der 20 Jahre lang Geschäftsführer des VdEK Saar war. „Das können auch die Kassen nicht finanzieren“, betonte Lang. Es gebe die Bundespflegesatzverordnung, die regele, nach welchen Maßstäben die Kassen die Kliniken finanzieren. „Die Kassen können laut Gesetz nur in dem dort vorgegeben Korridor handeln“, erklärte Lang.
http://www.saarbruecker-zeitung.de/s...398,6397469

das ging aber schnell:
24. April 2017
Eine reine Krankenpflege-Ausbildung wird es künftig nicht mehr geben. Stattdessen lernen alle Pflege-Azubis zwei Jahre lang zusammen.

Eine kleine Revolution ist es schon, was sich ab 2019 in der Pflege ändern wird. Wer dann eine Ausbildung beginnt, muss sich nicht mehr zwischen Kranken-, Kinderkranken- oder Altenpflege entscheiden. Eine sogenannte generalistische Ausbildung ermöglicht es Azubis in Zukunft, in allen drei Bereichen zu arbeiten. Nach langen Diskussionen hatten sich CDU/CSU und SPD im Bundestag auf folgende Eckpunkte verständigt:
- Alle Auszubildenden der Pflegebranche werden ab 2019 zunächst eine zweijährige generalistische Ausbildung durchlaufen, in der Kenntnisse der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege vermittelt werden. Es wird möglich sein, diese zwei Jahre mit dem (neuen) Abschluss als Pflegeassistent zu beenden.
- Im dritten Ausbildungsjahr können die Azubis wählen, ob sie die generalistische Ausbildung fortsetzen (Abschluss: Pflegefachmann/-frau) oder ob sie sich auf Kinderkranken- oder Altenpflege spezialisieren und den entsprechenden Abschluss machen. Der Abschluss Krankenpfleger fällt also weg. Wer später im Krankenhaus arbeiten will, macht den generalistischen Abschluss.

Doch im Bundestag gab es massiven Widerstand, der vor allem von den privaten Altenheimbetreibern ausging. Entsprechend zufrieden ist daher ihr Verband bpa im Saarland: „Die Altenpflege behält einen eigenen Ausbildungsabschluss, das ist wichtig. Wir brauchen angesichts der steigenden Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen im Saarland echte Profis, die auf den Umgang mit Alterserkrankungen gezielt vorbereitet werden.“ Aus Sicht der Generalistik-Befürworter sind die privaten Heimbetreiber aber vor allem deshalb gegen die Generalistik, weil eine einheitliche Pflege-Ausbildung bedeuten würde, dass sie die Gehälter an das höhere Niveau der Krankenhäuser anpassen müssten.
Die Saarländische Krankenhausgesellschaft (SKG), die alle 22 Kliniken vertritt, begrüßte grundsätzlich die Einigung. Jede Maßnahme, die geeignet sei, die Ausbildung in den Pflegeberufen zu stärken und einen Beitrag gegen den Fachkräftemangel zu leisten, sei willkommen, sagte Manfred Klein, stellvertretender Vorsitzender der SKG. „Für die Krankenhäuser ist die Personalsicherung die zentrale Herausforderung. Deshalb hoffen wir sehr, dass die konkrete Ausgestaltung des Pflegeberufe-Reformgesetzes zeitnah erfolgt und diesem Ziel auch gerecht wird.“
Verdi-Sekretär Michael Quetting forderte, dass die jeweiligen Spezialisierungen erhalten bleiben müssen. Er begrüße es, dass die Kinderkrankenpflege und Altenpflege erst einmal beibehalten werden. Verdi hat vor allem das Ziel, die betriebliche Mitbestimmung der Auszubildenden zu sichern und zu verhindern, dass Fachkräfte in Zukunft durch Pflege-Assistenten ersetzt werden. „Damit verbinden bestimmte Akteure das Anliegen, in der Altenpflege eine Anrechnung auf die Fachkraftquote zu erreichen. Man darf aber nicht die ökonomischen Interessen der Arbeitgeber in den Mittelpunkt stellen“, so Quetting.
http://www.saarbruecker-zeitung.de/s...814,6432999

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8 Kommentare

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Keine 3 jährige Ausbildung mehr ??
Dann werden die Patienten sterben wie die Fliegen - ist das so gewollt ??
  • 29.04.2017, 12:09 Uhr
  • 0
so wie ich das verstanden habe:
2 Jahre alle gemeinsam
das letzte Jahr kann sich dann jeder entscheiden, wie er sich differnz. weiter ausbilden lassen möchte...
  • 30.04.2017, 10:27 Uhr
  • 1
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Danke Gabriele,
man braucht einige Zeit um das zu verstehen, ich jedenfalls. Aber ich bin auch froh nicht mehr davon betroffen zu sein.
Allerdings befürchte ich das Ganze wird zum Schnelldurchlauf auf Kosten der Qualität.
Weniger ist mehr, ich meine weniger Personal kann mitunter mehr Qualität bringen.
5 Leute im Frühdienst ohne konkrete Aufgaben sind oft ein Wettlauf vor der Arbeit...
  • 28.04.2017, 16:50 Uhr
  • 1
du bist indem moment auch davon betroffen:
1. wenn du im Krankehaus bist und versorgt werden musst...
2. wenn der Altersruhesitz eine Einrichtung ist...
  • 28.04.2017, 23:54 Uhr
  • 2
Gabriele,
auch wenn ich hier bin, ich wohne nicht auf dem Mond.
Die Diskussion ums Geld und zu wenig Personal ist uralt.
Das die Versorgung im Krankenhaus, einschließlich Pflegeeinrichtungen, auch Reha immer schlechter wird sehe ich auch, mit Sorge, denn mit zunehmenden Alter ist die Gefahr der Abhängigkeit immer größer.
Was überall fehlt sind Persönlichkeiten, Menschen, die ihre Aufgabe nicht als Job, sondern als Aufgabe erkennen.
Erst gestern sah ich im Fernsehen, dass Krankenfahrer mit ihren Smartphons die Patienten, die sie ins Krankenhaus fahren mussten, filmten und bei Facebook eingestellt haben sollen.
Von einer Bekannten habe ich gehört, dass ihrem Vater im Krankenhaus der Rollator weggenommen wurde weil er damit gefallen ist.
Hallo das hat nichts mit Geld zu tun, sondern mit Charakter.
Ja, wir sitzen im selben Boot, nur und es geht dir wie mir (vermute ich) um das Wohl der Patienten, derer, die Hilfe brauchen, um wieder gesund zu werden, mindesten wieder ein eigenständiges Leben führen zu können.
Hab ein schönes Wochenende
  • 29.04.2017, 05:47 Uhr
  • 1
Margarethe könnte zig Bücher über Missstände von Seiten des Personal schreiben...

es gibt Pfleger(innen) die haben ihre Pflichten und deren Aufgaben als Instrument seines eigenen Ich kompensiert, d.h. sie sind kompl. fehl am Platz!!!

manchmal denke ich: hier kann das Machtspiel einer Person die sich immer unterbewertet fühlt (mehr darüber ist mir zu weitgreifend würde ausufern)
im Pflegebereich diese Unzufriedenheit deckeln, mit....

egal ob Klinik oder Seniorenheime....
  • 30.04.2017, 10:34 Uhr
  • 1
Gabriele,
wie geht man aber damit um wenns konkret wird?
Aber auch wenn man davon weiß ?
Ich habe keine Antwort und kämpfe vor Ort gegen Windmühlen.
Wenn dir ein fast 90zigjähriger am Telefon sagt:
"Ich bin immer so traurig wenn ich in mein Schlafzimmer gehe", dann könnte ich alle Verantwortlichen entlassen.
Er wird um 20Uhr ins Bett gebracht (hat immer am Abend noch Phönix gesehen oder Arte, 3Sat)
Um 21 Uhr bekommt er noch eine "Ladung" Tabletten in den hals geschüttet und wird so schwach, dass er sich nicht mehr allein waschen kann. "Ich schäme mich so wenn sie mich unten herum waschen", flüsterte er am Telefon. Er hat das sonst immer selber gemacht. Und nicht jede Mitarbeiterin ist dabei sensibel.
Mir tut es in der Seele weh und macht mich wütend.
Es ist doch auch unsere Zukunft wenn es so weiter geht...
"Tatort Pflegeheim" Trude Unruh (Graue Panther)
hat bereits 1990 dieses Buch zusammen getragen.
Der Verleger verlegt schon lange Reisen weils niemanden interessiert...
  • 30.04.2017, 10:48 Uhr
  • 0
als Außenstehende kannst du nicht sehr viel tun, wenn´s um bestimmte pers. geht sowieso nicht, denn sie müssen es ausbaden

das Einige was man tun kann: unrgelmäßiges Kommen...

wenn man nicht Angehöriger ist, also keine sog. Vollmacht hat, können sie dir auch den Zugang zur Person untersagen:

er schläft...
momentan besuch nicht möglich...
er ist gestürzt, darum mussten wir ihn einschließen...
u.u.u.
  • 30.04.2017, 11:35 Uhr
  • 0
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