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Zahnschäden durch Zungenpiercings - Die Spielsucht und ihre Opfer

Zahnschäden durch Zungenpiercings - Die Spielsucht und ihre Opfer

04.09.2017, 15:44 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Zungenpiercings erfreuen sich großer Beliebtheit, sind jedoch nicht frei von Risiken. So besteht durch sie die Gefahr, dass die Zähne Schaden erleiden. Es gibt aber durchaus Möglichkeiten, Läsionen an den Zähnen zu verhindern. Dabei gilt es, verschiedene Kriterien zu beachten.

Das Zungenpiercing und seine Risiken


Nicht jedem Liebhaber des Piercings ist bewusst, dass das Zungenpiercing mit Gefahren verbunden ist. Die Risiken beim Stechen des Piercings fallen eher gering aus, doch ist es möglich, dass die Zähne dauerhafte Beeinträchtigungen erleiden, die sich nicht mehr beheben lassen. Werden jedoch bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachtet, lässt sich Schmerzen, ästhetischen Nachteilen und teuren Kosten für eine Zahnarzttherapie entgegenwirken. Darüber hinaus gilt für Piercingträger der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung als sinnvoll.

Unnötige schmerzhafte und unästhetische Beeinträchtigungen der Zähne


Träger eines Zungenpiercings neigen häufig dazu, das Schmuckstück in der Mundhöhle spielerisch zu gebrauchen. Dies hat allerdings oft zur Folge, dass sowohl die Zähne als auch das komplette Gebiss Schäden erleiden, die leicht aber auch schwer ausgeprägt sein können. Zu den häufigsten Zahnproblemen durch ein Zungenpiercing gehören:

- der Abbruch von Zahnteilen oder des gesamten Zahns
- Verschiebungen der Zähne, weil mit den Schneidezähnen an der Piercingkugel gesaugt wird
- Schmerzempfindlichkeit an den Zähnen, weil der Zahnschmelz in Mitleidenschaft gezogen wird
- Einrisse und Abschmirgeln von Zahnschmelz und Zahn

Ein Risiko stellt nicht nur das Spielen mit der Piercingkugel dar, sondern auch das Beißen auf das Schmuckstück beim Sprechen oder Essen. Umso wichtiger ist das Beachten bestimmter Kriterien.

Die passende Piercingstelle mithilfe eines erfahrenen Piercers finden


Wird das Piercing von einem Piercer angebracht, der über reichlich Routine verfügt, senkt dies die Gefahr von Schäden an den Zähnen erheblich ab. Auf den Einsatz unerfahrener Lehrlinge sollte dagegen verzichtet werden. Von großer Bedeutung ist auch die Position des Schmuckstücks. So gilt es als empfehlenswert, es in der Mitte der Zunge und nicht zu weit auf ihrer Vorderseite anzubringen. Ein wichtiges Kriterium spielt zudem die Auswahl der Stablänge. Bei einem frisch gestochenen Piercing ist sie etwas länger, weil das Abklingen einer Schwellung an der Zunge erforderlich ist. Damit es nicht zum Draufbeißen kommt, ist es ratsam, den Stab individuell an die Zunge anzupassen. Auf diese Weise ist nach der Abheilung problemloses Essen möglich.

Auf Spielticks verzichten


Beim Tragen eines Zungenpiercings sollte auf das Herumspielen an dem Schmuckstück verzichtet werden. Folgende Dinge gilt es zu vermeiden:

+ Klappern mit dem Schmuck an den Zähnen. Wichtig ist, das Piercing nicht an den Innenbereich der Zähne zu schlagen, weil dies den Zahnschmelz erheblich beeinträchtigt. Außerdem können Zahnecken abbrechen.

+ Am Piercing nuckeln. Viele Menschen neigen dazu, das Piercing mit den Schneidezähnen festzuhalten, wodurch wiederum die Gefahr von Zahnverschiebungen oder des Abbruchs von Zahnteilen besteht.

Für Piercingträger sind außerdem regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt sinnvoll. Dadurch lassen sich Schäden an den Zähnen rechtzeitig erkennen.

Abschluss einer Zahnzusatzversicherung


Wer ein Piercing anlegt, ist gut beraten, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen. Dabei gilt es zwei entscheidende Kriterien zu beachten. Dazu gehört vor allem die Auswahl eines Versicherungsunternehmens, von dem keine Gesundheitsfragen gestellt werden. Darüber hinaus sollte nach dem Versicherungsabschluss eine regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt stattfinden, damit Beeinträchtigungen der Zähne frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden oder der Nachweis einer Prophylaxe erfolgt. Treten dennoch Defekte an den Zähnen auf, tragen die Versicherungsunternehmen zum Teil die kompletten Kosten.

Die Auswahl des passenden Materials


Von überaus wichtiger Bedeutung für den Schutz der Zähne ist die Auswahl eines geeigneten Piercings. In der Regel erfolgt ein vertikales Zungenpiercing. Ebenso möglich ist das horizontale Stechen. Dabei ragen die Piercingkugeln auf der rechten und linken Seite der Zunge hervor. Eine andere Option stellt das Edge-of-Tongue-Piercing dar, das unmittelbar durch die Zungenspitze führt. Für den Schutz der Zähne gelten die beiden Formen jedoch nicht als sinnvoll, weil die Schmuckstücke in direkten Kontakt mit den Zähnen kommen, was wiederum dauerhafte Schäden hervorruft.

Eine bedeutende Rolle spielt außerdem das Piercingmaterial. Im Anschluss an die Abheilung sollte der Titanschmuck nicht gegen eine Glitzerkugel ausgewechselt werden. Besser ist dagegen der Einsatz des Kunststoffes PTFE. Dieser verfügt über eine weichere Konsistenz und gibt gegenüber dem Zahnschmelz schneller nach. Dadurch kommt es rascher zum Bruch des Schmuckstücks als der Zähne.

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