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Krebskiller Methadon? Immer mehr Patienten fordern das Mittel - Ärzte schlag ...

Krebskiller Methadon? Immer mehr Patienten fordern das Mittel - Ärzte schlagen Alarm

News Team
15.09.2017, 13:26 Uhr
Beitrag von News Team

Vor einigen Wochen sorgte ein TV-Beitrag über das Drogenersatzmittel Methadon bei "Stern TV" für Aufsehen. Wie die Chemikerin Claudia Friesen vom Institut für Rechtsmedizin an der Uni Ulm erklärte, verstärke Methadon die Wirkung einer Chemotherapie und könne Tumore zum schrumpfen bringen.

Zu Wort kam auch eine Patienten, die nach eigener Aussage "ohne Methadon nicht mehr das wäre". Die Vermutung kam auf, dass die Pharmaindustrie Methadon nicht für die Krebstherapie zulassen möchte, weil es zu günstig sei.

Dementsprechend hoch ist seitdem das Misstrauen von Krebspatienten gegenüber ihren Ärzten.

Patienten fordern Methadon

Viele Patienten fordern von ihren Behandlern Methadon, Ärzte verweisen jedoch weiterhin auf die sehr dünne Studienlage und verweigern die Verschreibung.

Denn Friesens Aussagen berufen sich auf Tierversuche und Tests mit Zellkulturen. In einem so frühen Stadium der Forschung lasse sich keine zuverlässige Aussage über eine eventuelle Wirksamkeit beim Menschen treffen.

Palliativmedizinier Sven Gottschling vom Universitätsklinikum Homburg/Saar sagte laut "Focus Online":

Wir sehen mit Schrecken, was hier passiert.

Der aktuelle Methadon-Hype habe schon mehrere Personen mit Überdosen in die Klinik gebracht. Patienten hatten ihren Hausarzt zur Verschreibung überredet und sich Dosierungsempfehlungen aus dem Internet heruntergeladen. Die eigenmächtige Dosierung hätte zu einer Überdosis geführt. Auch hätten einige Patienten Methadon für ein Krebsmittel gehalten und zugunsten des Drogenersatzes ihre bisherige Krebstherapie abgebrochen. Das könne mitunter tödlich sein.

Friesen weist Vorwürfe zurück

Friesen wies den Vorwurf zurück, wonach sie falsche Hoffnungen geweckt hätte. Die Chemikerin betont, Methadon sei ausschließlich ein Mittel, um die Wirkung von Chemotherapie zu verstärken.

Neuroonkologe Wolfgang Wick vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg plant jetzt eine Studie, bei der die Auswirkungen von Methadon in Ergänzung zur Chemotherapie auf das Tumorwachstum untersucht werden sollen.

Wir wollen prüfen, ob man im Menschen die nötigen Wirkspiegel erreichen kann, ob das verträglich und dann auch effektiv gegen den Tumor ist.

Der Beginn der Studie ist frühestens Mitte 2018 geplant.
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2 Kommentare

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Welch ein Schock für die Ärzte - dann käme in Zukunft weniger Geld in ihre Kasse ... das muss verhindert werden
  • 15.09.2017, 18:17 Uhr
  • 0
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Das ist zu billig und darf nicht helfen, sonst gehen "Riesengeschäfte den Bach runter. Auch Medizin hat nicht viel mit Ethik zu tun.
  • 15.09.2017, 14:21 Uhr
  • 1
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