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Was ist Autosuggestion und was bringt sie?

Was ist Autosuggestion und was bringt sie?
Helmut Achatz
26.11.2017, 10:29 Uhr
Beitrag von Helmut Achatz

Ist es möglich, sich gesund zu denken? Dieser Frage ist der französische Apotheker Emile Coué im ausgehenden 19. Jahrhundert nachgegangen, nach dem er feststellte, dass einem Kranken nicht nur Medizin hilft, sondern auch der Glaube daran – der Glaube spielt sogar eine entscheidende Rolle bei der Heilung. Wenn er seinen Klientel eine Medikament verkaufte mit positiven Empfehlung, dass ihnen das Medikament sicher helfen werde und es ihnen bald besser gehen werde, so ging es ihnen auch schon bald besser.

Erfahrungen eines Apothekers


Ausgehend von seiner Erfahrung als Apotheker entwickelte Coué die Lehre von der Autosuggestion. Seine Lehre fand nicht nur in Frankreich Tausende von Anhängern, sondern auch in anderen Ländern, darunter Russland, die USA und Deutschland. Das ist allerdings lange her.

1905 formulierte er seine Methode und ging damit an die Öffentlichkeit – und wurde schon bald gefeiert. Er ist der Vater des positiven Denkens, autogenes Training wäre ohne seine Ideen nicht vorstellbar, ebenso die Neurolinguistische Programmierung (NLP).

Und doch ist er in den vergangenen Jahrzehnten in Vergessenheit geraten, obwohl er einer der ersten großen Visionäre der Psychotherapie war. Viele Bücher über Coué sind schon etwas vergilbt, andere schon längst vergriffen, darunter das von Alfred Brauchle „Hypnose und Autosuggestion“.

Wir brauchen Coué wieder


Ob sich das ändert? Könnte sein. Zumindest organisierte sich 2017 – zum 160. Geburtstag von Coué – der immerhin zweite internationale Kongress zur Methode Coués und seiner zeitgenössischen Anwendung. Die Zeit scheint wieder reif zu sein für Coué, den Lehrer, der die Menschen zum Glauben an sich, zum Selbstvertrauen, zum Optimismus in punkto Krankheit erziehen wollte. Denn viele fühlen sich heute überfordert, ausgelaugt, gehetzt und reagieren mit Kopfschmerzen, Bluthochdruck und Rückenproblemen.

Coué entwickelte eine einfache Autosuggestionsformel:

„Es geht mir von Tag zu Tag in jeder Hinsicht besser und besser“

So viel zu Coué und der Geschichte der Autosuggestion, worum aber geht es genau? Coués Grundgedanken – oder auch Grundgesetze – sind, so berichtet Alfred Brauchle in seinem Buch „Hypnose und Autosuggestion“:

Coués Grundgedanken


- Jeder Gedanke in uns ist bestrebt, Wirklichkeit zu werden – und er nimmt dabei den Umweg über das Unterbewusstsein. „Solange der Gedanke sich nur im Bewusstsein befindet und keine Beziehungen zum Unterbewusstsein gewonnen hat, wirkt er genau so wenig wie das Pulver in der Schachtel“, schmückt Brauchle Coués Lehre aus.
- Nicht der Wille ist die bedeutsamste Eigenschaft in uns, sondern die Einbildungskraft, die Fähigkeit, sich etwas glauben zu machen. Und kommen Wille und Einbildungskraft in Konflikt, dann ist es immer der Wille, der unterliegt, die Einbildung welche siegt. Das klingt paradox und scheint in krassem Gegensatz zu unseren praktischen Erfahrungen. Das „Gesetz der das Gegenteil bewirkenden Anstrengung“ ließe sich auch so formulieren: „Was man mit einer leichten Anstrengung erreicht, verdirbt man sich mit einer großen Anstrenung“, so Brauchle.

Die beiden Grundgedanken Coués lassen sich in dem Satz zusammenfassen:

Jeder Gedanke will sich auf dem Weg über das Unterbewusstsein verwirklichen, sofern wir ihm das nicht durch übermäßiges Wollen verwehren.
Mehr dazu unter vorunruhestand.de

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