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Krätze-Ausbrüche gemeldet! Milben bohren Tunnel in Haut, wo sie Kot und Eier ...

Krätze-Ausbrüche gemeldet! Milben bohren Tunnel in Haut, wo sie Kot und Eier ablegen

News Team
27.11.2017, 15:14 Uhr
Beitrag von News Team

Die Krätze ist auf dem Vormarsch. Derzeit melden Ärzte und Apotheker im Westen und im Norden erhöhte Fallzahlen.

„Aktuell haben wir jeden Tag mehr als zehn Verdachtsfälle“, sagt Andreas Körber, Oberarzt in der Hautklinik am Universitäts-Klinikum Essen, dem Portal "Der Westen".

Der dort ansässige Hautarzt Eugen Lang bestätigt diesen Trend. „Wir Hautärzte sehen heute an einem Tag teilweise mehr Krätze-Patienten als früher in einem Jahr.“

Fatal: Wegen der gestiegenen Nachfrage waren die Medikamente zwischenzeitlich vergriffen. Die Hersteller kommen mit der Produktion nicht nach.

Auch Bochum verzeichnet einen starken Ansteig. Seit 2015 haben sich die Krätze-Fälle dort verzehnfacht, wie "Der Westen" schreibt.

Auch im Norden greifen die Milben um sich, wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet.

Aus dem Kreis Stormarn sind aktuell 90 Fälle gemeldet. Aus Schleswig-Holstein sind es mehr als 240 Meldungen.

Spinnentiere als Punkt erkennbar


Krätze bedeutet einen Befall der Haut mit Krätze­milben. Sie gehören zu den Spinnen­tieren, wie das Robert-Koch-Institut informiert. Weibliche Skabies­milben werden 0,3 bis 0,5 mm groß (mit dem mensch­lichen Auge gerade noch als Punkt sichtbar), männ­liche Milben 0,21 bis 0,29 mm.

Die Parasiten dringen nicht viel tiefer als in die Hornschicht ein, weil sie auf Sauerstoffaufnahme durch die oberen Hautschichten angewiesen sind.

Das Hineinbohren dauert zwischen 20 und 30 Minuten. Im der obersten Epidermis-Schicht graben die weiblichen Krätze­milben tunnelförmige Gänge und bewegen sich pro Tag ca. 0,5 bis 5 mm vorwärts. Sie legen in der Haut Kot und Eier ab.

Die Folgen können Juckreiz, Pusteln, Blasen, Furunkel und Krusten sein.

Die Begattung findet auf der Haut­ober­fläche statt. Die männlichen Milben sterben danach, nur die be­fruch­teten Weibchen graben sich in die Haut ein. Sie bleiben etwa 30 bis 60 Tage lebens­fähig und verlassen in dieser Zeit das Tunnel­system in der Regel nicht mehr.

Es stehen Medikamente bereit, um die Milben abzutöten. Um die Verbreitung einzudämmen sind außerdem verstärkte Hygienemaßnahmen nötig.

Kleidung, Handtücher und Bettwäsche müssen täglich gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Sachen, die nicht gewaschen werden können, müssen sieben Tage luftdicht in eine Plastiktüte gepackt werden. Polster, Matratzen und Möbel müssen täglich abgesaugt werden.

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