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Akute Tuberkulose mehrfach diagnostiziert! Schule schließt wegen Massenunter ...

Akute Tuberkulose mehrfach diagnostiziert! Schule schließt wegen Massenuntersuchung

News Team
04.12.2017, 17:43 Uhr
Beitrag von News Team

Die Stadt Dresden hat mit einem Tuberkulose-Ausbruch zu kämpfen.

An der Hoga-Schule wurden vier Infektionen festgestellt. Die Betroffenen waren oder sind an akuter Tuberkolose erkrankt.

Aktuell läuft eine Massenuntersuchung. Der Schulbetrieb ruht. Am Montag und am Dienstag werden rund 600 Schüler und Lehrer untersucht.

Gesundheitsamtsleiter Jens Heimann: „Bei den bekannten Fällen ist ein Zusammenhang anzunehmen, wobei aufgrund der sehr variablen Inkubationszeit nicht sicher festzustellen ist, von wem die Ansteckung ausging. Um ein Höchstmaß an Sicherheit für die Bevölkerung zu erzielen und weitere Ansteckungsrisiken zu mindern, führt das Gesundheitsamt eine großflächige Umgebungsuntersuchung durch und weitet den Untersuchungsradius auf die beide Schulen an der Zamenhofstraße 61/63 aus.“

Dabei werden Blutproben getestet, Röntgenaufnahmen ausgewertet und Kontaktpersonen identifiziert.

„Jeder Fall wird ernst genommen und in Abgleich mit dem persönlichen Gesundheitszustand und der Lebenslage überprüft. Wir sind mit mehreren Teams im Einsatz“, so Heimann weiter.

Das Gesundheitsamt geht laut Mitteilung nach den Richtlinien des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) vor. Die Ergebnisse der Untersuchung liegen in wenigen Tagen vor.

Sollten weitere Erkrankungsfälle festgestellt werden, wird geklärt inwieweit die Ermittlungen von Kontaktpersonen über den Radius der Schule hinaus ausgeweitet werden müssen, z. B. auf Familienangehörige. Das Gesundheitsamt wird die betroffenen Personen umgehend informieren.

Das Amt erklärt: "Tuberkulose ist weder eine hoch ansteckende Krankheit, noch stellt sie aus epidemiologischer Sicht ein außergewöhnliches Ereignis dar. In Dresden gab es in den letzten vier Jahren im Durchschnitt rund 40 Erkrankungen pro Jahr. Die Infektion erfolgt in der Regel durch direkten Kontakt mit einer an Tuberkulose erkrankten Person mittels erregerhaltiger Tröpfchen über die Luft. Eine Übertragung über Dritte, nicht an Tuberkulose Erkrankte, ist nicht möglich."

Ob man sich angesteckt hat, ist abhängig von verschiedenen Faktoren, wie z. B. Häufigkeit, Dauer und Intensität des Kontakts zur erkrankten Person, Anzahl und Ansteckungsfähigkeit der freigesetzten Erreger und Empfänglichkeit gegenüber den Erregern. Selbst wenn eine Ansteckung erfolgte, bleiben über 90 Prozent der Menschen gesund. Ein tödlicher Verlauf liegt statistisch betrachtet bei unter einer Person pro Jahr in Dresden.

Das Robert-Koch-Institut rät zu hoher Vorsicht bei Tuberkulose-Diagnosen:

Bei Häufungen von Tuberkulose-Erkrankungen (mindestens 2 Erkrankungen mit epidemiologisch gesichertem Zusammenhang) ist eine durch das Gesundheitsamt koordinierte Ausbruchsuntersuchung erforderlich. Die Feintypisierung isolierter Stämme durch molekulare Methoden und der anschließende Vergleich dieser Stämme untereinander stellt ein wichtiges Hilfsmittel bei der infektionsepidemiologischen Aufklärung von Ausbrüchen dar. Daher sollten alle Isolate eines vermuteten Ausbruchs einem Labor mit Möglichkeiten zu dieser Untersuchung zugeführt und die Ergebnisse der zuständigen Gesundheitsbehörde mitgeteilt werden.

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