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Tuberkulose-Ausbruch dramatischer als gedacht! 26 weitere Menschen haben den ...

Tuberkulose-Ausbruch dramatischer als gedacht! 26 weitere Menschen haben den Erreger eingeatmet

News Team
08.12.2017, 13:22 Uhr
Beitrag von News Team

Das Gesundheitsamt testet seit Montag, 4. Dezember 2017, aufgrund des aktuellen Geschehens im HOGA-Gymnasium und an der HOGA-Oberschule Dresden Schüler und Lehrer auf eine mögliche Ansteckung mit Tuberkulose.

Vier Menschen waren an der akuten Form der TBC erkrankt gewesen, weshalb die Massenuntersuchung eingeleitet wurde.

Nun gibt es 26 weitere Verdachtsfälle!

Die Zahl der TBC-Verdachtsfälle an der Hoga-Schule in Dresden-Leuben steigt weiter an, wir Radio Dresden berichtet. Gesundheitsamtsleiter Jens Heimann sagte dem Sender, dass bei zehn weiteren Schülern TBC-Erreger entdeckt worden.

Seit September seien 26 Schüler und Lehrer betroffen.

Das bedeutet nicht, dass die betroffenen Personen an Tuberkulose erkrankt sind. Es sagt lediglich aus, dass sie Kontakt zu ansteckungsfähigen Personen hatten und der Erreger übertragen wurde.

Weitere positive Befunde erwartet


Von den bislang 200 entnommenen Blutproben wurden bis gestern, 7. Dezember 2017, 82 Proben labormedizinisch ausgewertet. Weitere Ergebnisse in dieser Größenordnung werden in den kommenden Tagen vorliegen. Es ist davon auszugehen, dass darunter auch weitere positive Befunde sein werden.

Was tut das Gesundheitsamt?


Das Gesundheitsamt testet seit Montag, 4. Dezember 2017 aufgrund des aktuellen Geschehens im HOGA-Gymnasium und an der HOGA-Oberschule Dresden Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer auf eine mögliche Ansteckung mit Tuberkulose. Um größtmögliche Gewissheit und Sicherheit für die 900 Schülerinnen und Schüler zu erlangen, weitet das Gesundheitsamt die bereits laufenden Tuberkulose-Untersuchung auf alle Personen an den beiden Schulen aus. Sie werden vor Ort zur Blutabnahme gebeten.

Täglich wird bei bis zu 120 Personen Blut abgenommen. Dieses wird im IGRA-Verfahren untersucht (Interferon-Gamma Release Assay). Interferon-Gamma ist ein Stoff, den der menschliche Körper als Reaktion auf den Krankheitserreger bildet. Dieser lässt sich im Labor nachweisen. Das Gesundheitsamt ist derzeit mit drei Untersuchungsteams im Einsatz.

Die Kapazität wird ab Freitag, 8. Dezember 2017, auf vier Teams aufgestockt. Nächste Woche soll ein weiteres Untersuchungsteam dazukommen. Parallel ist das Gesundheitsamt in Verhandlung, um ein zusätzliches Labor für die Auswertung der Proben zu gewinnen. Die Testung wird bis Mitte nächster Woche andauern. Die Ergebnisse werden zum Anfang der darauffolgenden Woche vorliegen.

Die Eltern der betroffenen Schülerinnen und Schüler werden von Mitarbeitern des Gesundheitsamts informiert und beraten. Die Kinder und Jugendlichen werden anschließend am Dresdner Universitätsklinikum weitergehend untersucht. Dort werden die erforderlichen Schritte eingeleitet, unter anderem Röntgen der Lunge. Je nachdem, ob eine Tuberkuloseerkrankung tatsächlich vorliegt, wird eine Therapie mit einer Kombination verschiedener Antibiotika durchgeführt. Andernfalls werden die Patienten präventiv behandelt.

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?


Tuberkulose ist keine hoch ansteckende Krankheit, und stellt aus epidemiologischer Sicht kein außergewöhnliches Ereignis dar. Ein relevantes Übertragungsrisiko liegt erst vor, wenn zu einer ansteckungsfähig erkrankten Person ein direkter Kontakt von Angesicht zu Angesicht von mindestens acht Stunden gegeben ist.

Eine Ansteckung durch Ausscheidungen von Tuberkulosebakterien (z.B. Urin oder Stuhl) ist wegen der geringen Bakterienzahl sehr selten.
Eine Übertragung durch Dritte, nicht an Tuberkulose erkrankte Menschen ist nicht möglich.

Auch eine mittelbare Übertragung, z. B. über Handläufe, Kleidung oder sonstige Gegenstände, ist nicht möglich.

Wie wird Tuberkulose übertragen?


Die Ansteckung erfolgt heute praktisch nur noch über die Atemwege von Mensch zu Mensch. Die an ansteckungsfähiger Tuberkulose erkrankte Person gibt beim lauten Sprechen, Singen, Niesen oder Husten bakterienhaltige Tröpfchen in die Umgebungsluft ab. Diese können von einem anderen Menschen eingeatmet werden.

Dabei ist die Ansteckungsgefahr umso größer, je mehr Bakterien der Erkrankte im Auswurf hat und je länger ein enger und naher Kontakt zu dieser Person besteht.

Wer erkrankt an Tuberkulose?


Nur etwa 10 Prozent der Personen, die sich mit Tuberkulosebakterien angesteckt haben, erkranken im Verlauf der nächsten Wochen, Monate oder Jahrzehnte an einer behandlungsbedürftigen Tuberkulose.

Menschen mit geschwächten Abwehrkräften haben ein erhöhtes Risiko, an Tuberkulose zu erkranken. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und durch chronische Erkrankungen oder Medikamente abwehrgeschwächte Menschen.

Woran lässt sich Tuberkulose erkennen?


Die Krankheitszeichen weiß nur ein Mediziner einzuschätzen. Häufig beginnt die Erkrankung mit wenigen harmlos erscheinenden Beschwerden, wie

Husten, manchmal mit Blutbeimengungen

Gewichtsabnahme

Appetitlosigkeit

Müdigkeit


leichtes Fieber


Nachtschweiß.

Nicht alle Tuberkulosekranken fühlen sich schwer krank. Wenn Husten länger als erwartet anhält und von weiteren der genannten Beschwerden begleitet wird, sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen. Vor allem wenn Sie Kontakt zu einem an ansteckungsfähiger Lungentuberkulose Erkrankten hatten, ist es wichtig, noch Jahre später an die Tuberkulose zu denken. Grundsätzlich ist es allerdings jedem möglich, sich ohne sein Wissen mit der Tuberkulose anzustecken.

Warum wird erst jetzt über die Tuberkulose-Fälle berichtet?


Kontaktpersonen werden frühestens acht Wochen nach der eventuellen Übertragung untersucht. Vorher sind Krankheitssymptome für eine gesicherte Diagnostik noch nicht zu erwarten. Für eine Behandlung ist dies gleichwohl rechtzeitig. Denn die Inkubationszeit, also die Zeit bis zum Ausbruch der Krankheit, ist deutlich länger.

Das Gesundheitsamt stellt die Ermittlung der Kontaktpersonen und damit die Information möglicher Betroffener nach dem Infektionsschutzgesetz und geltenden Richtlinien des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose sicher. Insofern ist eine Information aller in Frage kommender Kontaktpersonen zur Abklärung des jeweiligen Einzelfalls geboten. Eine generelle Information ist nicht vorgesehen, sondern wird durch ein individuelles Beratungsgespräch den Anforderungen besser gerecht.

Wie wird ansteckungsfähige Tuberkulose behandelt?


Ziel der Therapie einer Tuberkulose ist die Abtötung aller Tuberkulosebakterien, damit die Krankheit ausheilen kann. Die Behandlung dauert in der Regel 6 bis 9 Monate und besteht aus einer Kombinationstherapie mit mehreren Antibiotika.

Selbst wenn sich der Patient kurze Zeit nach Therapiebeginn bereits viel besser fühlt oder keine Bakterien mehr ausscheidet, ist es unbedingt erforderlich, die Medikamente konsequent, täglich und bis zum Ende der Therapie einzunehmen! Eine zu kurze oder nicht regelmäßig eingenommene Therapie kann zu einem Rückfall führen, der oft schwerer zu behandeln ist.

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