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Sterben! ...warum müssen sich Menschen quälen, Tiere aber nicht?

Sterben! ...warum müssen sich Menschen quälen, Tiere aber nicht?
24.01.2018, 14:38 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Mein Hund war schwer krank (mit infauster Prognose) und ich habe mich (zusammen mit dem Tierarzt) zu einer aktiven Sterbehilfe entschlossen. Das heißt, mein Hund bekam vom Tierarzt eine tödliche Injektion unter der er dann ganz ruhig & friedlich eingeschlafen/gestorben ist.

Diese Maßnahme erfolgte natürlich ohne die Einwilligung meines Hundes, was, übertragen auf den Menschen, einem Mord gleichkommen würde.

Ein bewusstloser Mensch, der wegen einer tödlich verlaufenden Krankheit schwer leidet, darf keine erlösende Spritze bekommen, außer der Sterbehelfer wollte es riskieren sich des Mordes schuldig zu machen.

Selbst wenn eine rechtswirksame Patienten-Einwilligung, zum Beispiel per Patientenverfügung, vorläge, würde sich der Sterbehelfer dem Risiko einer hohen Gefängnisstrafe wegen Tötung auf Verlangen aussetzen.

Sterbehilfe, bei tödlich Erkrankten, die schwer leiden, ist nur möglich, wenn der Patient einwilligungsfähig ist, also nicht bewusstlos oder bewusstseinseingeschränkt ist, der Patient rechtswirksam zustimmen kann und sein Sterben selbst einleitet, indem er eine tödliche Infusion startet oder einen Becher mit einem tödlich wirkenden Medikament selbst trinkt, die Tatherrschaft also beim Patienten liegt. Dies wäre dann eine sog. assistierte Sterbehilfe, d.h. ein Arzt besorgt das tödliche wirkende Medikament und der Patient nimmt es selbst zu sich.

Beim Menschen ist nur diese Form der assistierten Sterbehilfe straffrei, aber nicht die aktive Sterbehilfe - wie beim Tier (s.o.) - die beim Menschen entweder wegen Mordes oder wegen Tötung auf Verlangen strengstens verboten ist und mit Gefängnis bestraft wird.

Als mein liebes Hündchen beim Tierarzt einschlief dachte ich, weshalb dürfen schwer leidende Tiere die Gnade eines friedlichen und ruhigen Todes problemlos bekommen und Menschen nicht?


Anhang
Siehe auch meine Artikel:

"Die gesetzlichen Neuregelung der assistierten Sterbehilfe"
wize.life/themen/kategorie/politik/artikel/65975/

"Vorsicht, Patientenverfügungen können unwirksam sein"
wize.life/themen/kategorie/gesundheit/artikel...irksam-sein

19 Kommentare

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Weiß man mit Sicherheit - ob der Patient sterben will??
Oft können es die Angehörigen nicht mehr mit ansehen!
  • 25.01.2018, 09:59 Uhr
  • 0
Die betreffenden todkranken und leidenden Patienten formulieren diesen Wunsch mehrmals gegenüber Personen, wie z.B. ihrem Hausarzt, die dem Patienten nahe stehen und seine Krankengeschichte kennen.
  • 25.01.2018, 10:05 Uhr
  • 0
Leider habe ich schon erlebt, dass der Patient froh war, als
eine überraschende Wende eingetreten war, dass seinem
Wunsch nicht nachgekommen wurde.
Es gibt viele Möglichkeiten, dem Betreffenden Erleichterung
zu verschaffen und nicht den Tod vorzeitig herbeizuführen.
  • 25.01.2018, 10:11 Uhr
  • 0
Ich beschreibe einmal meine Gedanken über das Sterben: im Falle einer ausweglosen Krankheitssituation mit hohem Leidensdruck muss ein Patient das Recht haben über die Art und den Zeitpunkt seines Sterbens selbst entscheiden zu können.

Wenn sich in diesen Situationen der Leidensdruck verändert, weil sich die krankheitsbedingte Situation kurzfristig geändert/verbessert hat, dann wird der Patient möglicherweise auch keinen Wunsch nach einer Sterbehilfe äußern, er wird die Sterbehilfe nicht wollen und sie wird ihm dann auch nicht angeboten oder gar aufgezwängt.

Der Patient allein muss den Zeitpunkt der assistierten Sterbehilfe selbst bestimmen dürfen und der Tod wird deshalb auch nicht vorzeitig herbeigeführt, sondern nur dann, wenn es der Patient nachvollziehbar wünscht um sich weiteres qualvolles Leid zu ersparen.

Sollte ich mich in einer, für mich, qualvollen Sterbesituation befinden, möchte ich mich für ein "Ende mit Schrecken", anstatt für ein "Schrecken ohne Ende" entscheiden dürfen.

Für mich wäre es ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass ich jederzeit eine assistierte Sterbehilfe in Anspruch nehmen kann, wenn ich meine Sterbesituation als unerträglich empfinde.
  • 25.01.2018, 10:41 Uhr
  • 1
Ich habe meine Patientenverfügung so verfasst, dass meine
Angehörigen wissen, was bei einer ausweglosen Situation
von mir gewünscht wird.
  • 25.01.2018, 10:44 Uhr
  • 0
Lina, das ist gut, hoffentlich zusammen mit einer Vorsorgevollmacht.

Hier handelt es sich aber ausschließlich um die:

ASSISTIERTE STERBEHILFE

Wenn du meine Artikel zu dieser Problematik genau gelesen hast, wirst du wissen, dass die assistierte Sterbehilfe in einer Patientenverfügung (PV) NICHT geregelt werden kann.

Begründung: eine PV kommt nur dann zur Anwendung wenn der Verfasser der PV entweder bewusstlos u./o. nicht mehr rechtswirksam einwilligungsfähig ist.

Die assistierte Sterbehilfe kann und darf aber nur durchgeführt werden, wenn der Patient diese Sterbehilfe selbst durchführen kann, indem er z.B. ein tödlich wirkendes Medikament SELBST trinkt. Der Patient MUSS also einwilligungsfähig sein.

Ohne eine vollständig erhaltene Tatherrschaft des Sterbenden würde es sich bei der assistierten Sterbehilfe um den Straftatbestand einer Tötung auf Verlangen handeln, was mit drei Jahren Gefängnis bestraft wird.

Die Patientenverfügungen können nur dann zur Anwendung kommen wenn die Patienten nicht mehr einwilligungsfähig sind und in seiner PV legt der einzelne Patient in "guten Zeiten" das fest, was er in "schlechten Zeiten" nicht (mehr) will.

Die PV regelt also nur die passive Sterbehilfe (sterben lassen durch Unterlassung), die straffrei also nicht verboten ist. Die PV kann nicht die assistierte Sterbehilfe regeln, von der hier die Rede ist.
  • 25.01.2018, 11:14 Uhr
  • 0
Natürlich habe ich auch die Vorsorgevollmacht erteilt.
Die PV beinhaltet aber meinen Willen und ist so
verfasst, dass sie auch so durchgeführt wird.
  • 25.01.2018, 11:53 Uhr
  • 0
Ja, schon klar Linda, dein Wille in Ehren, aber mit der PV können wir leider das Problem der assistierten Sterbehilfe nicht lösen, und die Neuregelung des Sterbehilfe-Gesetzes von 2015 schafft mehr Probleme als sie lösen kann.

In ihrem Wunsch nach einem selbstbestimmten Sterben & Tod werden die betroffenen Patienten und deren Angehörige immer noch allein gelassen, ein unwürdig-skandalöser Zustand, wie ich meine, der dringend einer Klärung bedarf.
  • 25.01.2018, 12:03 Uhr
  • 1
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...mit dieser Problematik muss ich mich in meiner Familie auch gerade auseinandersetzen...
Zitat:
**Dies wäre dann eine sog. assistierte Sterbehilfe, d.h. ein Arzt besorgt das tödliche wirkende Medikament und der Patient nimmt es selbst zu sich.**...
ich kann mir kaum vorstellen, dass es in D einen Arzt gibt, der so etwas wissentlich macht...oder machen würde...
  • 24.01.2018, 14:43 Uhr
  • 0
Anita, die Ärzte dürfen die assistierte Sterbehilfe, per neuem Gesetz, straffrei durchführen wenn der schwerkranke, leidende Patient rechtswirksam zustimmt und die alleinige Tatherrschaft über den Sterbevorgang hat. Ein Teil der Ärzte machen so etwas nicht gerne, weil einige Ärztekammern die assistierte Sterbehilfe (assistierter Suizid) ablehnen und einige Ärzte berufspolitische Konsequenzen befürchten.

Das heißt, Ärzte dürfen beim Sterben straffrei assistierend helfen, aber sie müssen nicht helfen und können die assistierte Sterbehilfe ablehnen.
  • 24.01.2018, 14:53 Uhr
  • 0
..wo kann man das nachlesen?
  • 24.01.2018, 14:56 Uhr
  • 0
Im neuen Sterbehilfe-Gesetz von, ich meine, 2015
  • 24.01.2018, 14:58 Uhr
  • 0
...danke für die Info...
  • 24.01.2018, 14:59 Uhr
  • 0
Was im neuen Sterbehilfe-Gesetz leider fehlt:
Niemand hat einen Rechtsanspruch auf eine ärztlich assistierte Sterbehilfe, d.h. Ärzte können es tun, müssen aber nicht und auf dieses Problem stoßen viele schwerkranke Patienten - und deren Angehörige - bei ihren behandelnden Ärzten/Hausärzten
  • 24.01.2018, 15:05 Uhr
  • 0
...genau das ist es...
finde mal einen Arzt, der sich darauf einlassen würde...
man könnte nur mit Trick 17 bestimmte Medikamente bunkern und es dann versuchen...
  • 24.01.2018, 15:07 Uhr
  • 0
Zynisch argumentierende Menschen sagen: "wer nicht bewusstlos ist, kann immer einen Weg finden, um sich ohne fremde Hilfe umzubringen."
  • 24.01.2018, 15:16 Uhr
  • 0
...das ist wohl wahr...
aber manchmal ist es kaum erträglich hilflos zuzusehen, wie ein Mensch, der sterben möchte...weil er alt und unheilbar krank ist... es nicht darf...
  • 24.01.2018, 15:22 Uhr
  • 0
So weit ich weiß ist das neue Sterbehilfe-Gesetz vor den BGH gekommen, aber das nützt dir aktuell nichts. Bedanke dich bei den Kirchen, die sind an der rechtsunsicheren Situation der Ärzte maßgeblich mitbeteiligt.
  • 24.01.2018, 15:25 Uhr
  • 0
...ja...es ist furchtbar, wie rückständig die Kirche größenteils noch ist...
  • 24.01.2018, 15:29 Uhr
  • 0
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