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Ärzte erkennen sie nicht: Angeblich harmlose Viren töten drei Menschen

Ärzte erkennen sie nicht: Angeblich harmlose Viren töten drei Menschen

News Team
27.03.2018, 10:07 Uhr
Beitrag von News Team

Benannt wurde der Erreger nach dem Ort Borna bei Leipzig. Eine Infektion hat meist einen tödlichen Ausgang. Bisher galt das Virus als harmlos für Menschen - deshalb wurde es als Todesursache möglicherweise bei anderen Fällen nicht erkannt.

Wissenschaftler schlagen Alarm: Drei Patienten sollen an einer Infektion verstorben sein, die bislang als harmlos galt. Das klassische Bornavirus ist schon länger bekannt dafür, dass es bei Tieren lebensgefährliche Gehirnentzündungen auslösen kann - nun gäbe es jedoch auch die ersten nachgewiesenen Todesfälle bei infizierten Menschen.

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Laut neuesten Erkenntnissen des Leiters des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) für Virusdiagnostik in Greifswald, Martin Beer, verstarben die drei Patienten an einer Encephalitis (Gehirnentzündung), die höchstwahrscheinlich durch das klassische Bornavirus (BoDV-1) ausgelöst worden ist. Bislang ging man davon aus, dass das Virus nur Tiere (etwa Schafe und Pferde) befalle. Infizierte Tiere zeigen Symptome wie Bewegungs- und Verhaltensstörungen. Die Infektion endet meist tödlich. Dabei ist nicht geklärt, wie die Tiere sich mit der Krankheit überhaupt anstecken.

Durch neueste Analyse-Methoden konnte man den Erreger nun bei menschlichen Patienten beobachten. Dies seien laut Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin die ersten gesicherten Nachweise einer Bornavirus-Infektion beim Menschen überhaupt.

Infektion durch Organspenden
Zwei der verstorbenen Patienten hätten sich mit hoher Sicherheit über transplantierte Organe eines infizierten Spenders angesteckt. "Wir gehen bei diesem Geschehen von einem sehr seltenen Einzelfall aus", sagte Martin Beer. Der dritte Todesfall, zu dem noch keine Details genannt worden sind, stehe nicht mit der Transplantation in Verbindung.

Der tödliche Ausgang einer Infektion durch das klassische Bornavirus (BoDV-1) bei Menschen stellt Mediziner vor eine gewaltige Aufgabe. So müsse man fortan neue Diagnose-Methoden entwickeln, um Bornavirus-Infektionen bereits in einem frühen Stadium erkennen zu können. Eventuell seien schon zuvor weitere Gehirnentzündungen durch das Virus ausgelöst worden - vollkommen unerkannt.

Bereits 2015 starben drei deutsche Bornavirus-Infizierte
Schon im Jahr 2015 hatte es Todesfälle von Menschen in Sachsen-Anhalt gegeben, die mit einem Stamm von Bornaviren befallen waren. Damals hatten sich drei Männer durch Bisse und Kratzwunden von eingeführten zentralamerikanischen Bunthörnchen infiziert. Die diagnostizierten tödlichen Gehirnentzündungen seien durch eine neu-entdeckte Art des Bornavirus (Bunthörnchen-Bornavirus VSBV-1) ausgelöst worden. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten warnte daraufhin Spaziergänger und Tierzüchter vor einer Eichhörnchenfütterung, bis weitere Studien den Zusammenhang nachweisen könnten.

Südufer 10, 17493 Greifswald auf der Karte anzeigen:
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