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Schulunfähig nach Zeckenbiss - wie man Borreliose wirklich erkennen kann

Schulunfähig nach Zeckenbiss - wie man Borreliose wirklich erkennen kann

News Team
01.04.2018, 09:42 Uhr
Beitrag von News Team

Münster/Hessen - Wäre Borreliose ein Konzern und keine Zeckeninfektion, könnte man die miesen Tricks anprangern, mit der sie Patienten und Ärzte in die Irre führen. Kinder werden aggressiv und schulunfähig. Depression und unerklärliche Schmerzzustände führen in Langzeit-Krankenstände und Berufsunfähigkeit. Jedes Jahr töten sich Borreliose-Kranke.

Unzuverlässige Tests und Falschinterpretationen kennzeichnen die Fehldiagnosen der Borreliose, die häufigste durch Zecken übertragene bakterielle Infektion, die sich auf alle Organe auswirken kann. Prof. Jürgen Schäfer aus Marburg, auch deutscher Doktor House genannt, vergleicht die Borreliose in seinem Buch "Die Krankheitsermittler" mit einem Kriminalfall, bei dem sich der Übeltäter versteckt, verkleidet und versucht, die Ermittler in eine falsche Richtung zu führen.
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Im Video: ACHTUNG BEIM ERHITZEN IN DER MIKROWELLE


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Die Diagnose einer Borreliose verläuft selten glatt

Wenn sich zum Beispiel eine Wanderröte bildet und als Wanderröte auch erkannt wird, ist die Sache eigentlich ganz einfach. Man behandelt so früh wie möglich mit einem Antibiotikum. Noch immer vertrauen Patienten und Ärzte den sogenannten Antikörper-Tests. Weil die nicht standardisiert sind und zudem in verschiedenen Varianten auf dem Markt sind, beweist ein positiver Test die Borreliose nicht und ein negativer schließt sie nicht aus. So werden testpositive Menschen unnötig antibiotisch behandelt und solche, die testnegativ sind, landen trotz körperlicher Beschwerden fehlbehandelt in der Abteilung Depression, Fibromyalgie, Rheuma, Polyneuropathie, Psychosomatik und Multiple Sklerose. Dies sind keine Krankheiten, sondern Symptombeschreibungen, deren Ursachen noch immer unbekannt sind. Im Zweifelsfall ist es die Psyche.

Der Grund ist offensichtlich. Mit Ausnahme der Borreliose werden alle jene neurologischen Diagnosen im Verzeichnis der häufigsten Erkrankungen, dem Morbi-RSA, als besonders unterstützungswürdig vom Bund finanziell zusatzvergütet: Diese Gelder aus dem Gesundheitsfonds gehen an die Krankenkassen und an die Ärzte. Zudem handelt es sich um Diagnosen, für die hochpreisige Medikamente zur Verfügung stehen, die bei einer Borreliose jedoch wirkungslos sind.

Die Gesundheitspolitik ist überfordert. In neun Bundesländern ist Borreliose eine meldepflichtige Infektion, jedoch mit unterschiedlichen Meldekriterien, die keine Vergleichbarkeit der Daten gewährleisten. Die Länder Baden-Württemberg, Hessen, NRW, Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein verweigern sich dieser Meldepflicht. So herrschen völlig unterschiedliche Daten über die wahre Ausbreitung der Borreliose in Deutschland zwischen 60.000 und 800.000 pro Jahr. Das kommt daher, dass selbst in den meldepflichtigen Bundesländern im Schnitt sechs bis acht Mal so viele Diagnosen von Ärzten bei den Krankenkassen abgerechnet werden, als die Meldezahlen anzeigen. Die Dunkelziffer ist enorm. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn bezeichnete das Thema Borreliose 2009 als gesundheitspolitischer Sprecher der CDU als beobachtungswürdig. Mehr nicht.

Rund 100 Borreliose-Selbsthilfegruppen in Deutschland sind ein Indiz dafür, dass Borreliosepatienten nicht ausreichend versorgt sind.


(Quelle: BORRELIOSE und FSME BUND DEUTSCHLAND e.V. (BFBD))

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