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Rückruf von Blutdruck-Senkern: Patienten verunsichert wegen Zuzahlungen - Barmer reagiert sofort

News Team
11.07.2018, 17:21 Uhr
Beitrag von News Team

Patienten, die auf Blutdrucksenker angewiesen sind, sind verunsichert: In der vergangenen Woche hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über einen europaweiten Rückruf von valsartanhaltigen Medikamenten eines chinesischen Produzenten informiert - mit Folgen.

Rückruf-Grund ist dem BfArM zufolge eine produktionsbedingte Verunreinigung des Wirkstoffs mit N-Nitrosodimethylamin. "Dieser Stoff ist von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO und der EU als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen eingestuft", heißt es. Auch deutsche Pharmaunternehmen haben den Wirkstoff weiterverarbeitet, unter anderem so große Namen wie Hexal oder Stada.

Insgesamt haben mittlerweile 16 Unternehmen ihre valsartanhaltigen Arzneimittel zurückgerufen. Lediglich Novartis, TAD, Macleods und Mylan dura sind nicht betroffen, wie sie selbst mitteilten. Wer zahlt nun die Zeche, wenn das bislang bewährte Medikament nicht mehr in der Apotheke verfügbar ist bzw. herausgegeben wird? Wer zahlt das teurere Produkt?

Wie Apotheke Adhoc berichtet, fallen für das vom Rückruf nicht betroffene Original von Novartis Festbetragsaufzahlungen zwischen 70 und über 90 Euro an.

Barmer informiert: Patienten haben Anspruch auf Alternativpräparat

Rund 85.000 Versicherte der Barmer sind von dem Rückruf betroffen, teilte die Krankenkasse am Mittwoch mit. „Ein plötzliches Absetzen kann sich besonders auf das Herz-Kreislauf-System und die Nierenfunktion auswirken“, betont Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer. Patientinnen und Patienten sollten auf jeden Fall mit ihrem Arzt Rücksprache halten, wie sie sich konkret verhalten sollen.

Kosten für eventuell notwendige Alternativpräparate würden von der Barmer übernommen. Gleiches gelte für die Zuzahlungen für Alternativpräparate. Sie werden allen betroffenen Versicherten erstattet.

Wie andere Krankenkassen mit der Problematik verfahren, klären Sie am besten mit Ihrem Ansprechpartner vor Ort oder telefonisch.

VIDEO:

VIDEO: Diese Medikamente sind vom Rückruf betroffen


Der Wirkstoff Valsartan wird in einer Vielzahl von Medikamenten eingesetzt. Der Rückruf vor wenigen Tagen galt verschiedenen Chargen, die Valsartan eines chinesischen Wirkstoff-Herstellers enthalten und durch eine wahrscheinlich Krebs erregende Substanz verunreinigt wurden. Von dem Rückruf betroffen, so Günther, seien nach aktuellem Stand Präparate, für welche die Barmer Rabattverträge geschlossen habe. Dazu gehörten Valsartan AbZ®, Valsartan Heumann® und Valsartan comp.AbZ®. Definitiv nicht betroffen seien hingegen die Arzneimittel Valsartan dura® (Hersteller Mylan dura), Valsacor® comp. (Hersteller TAD Pharma) und Valsartan HCT Aurobindo® (Hersteller Aurobindo).

4 Kommentare

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Bin im Urlaub und lese diesen Artikel, natürlich bin ich betroffen. Frecheit das es meine Hausärztin es nicht für nötig hält mich zu informieren. Was soll ich tun.... in Italien zum Arzt gehen? Schweinerei... komme selbst aus der Medizin und musste auch schon auf Rückrufe reagieren.... könnte vor Wut platzen
  • 11.07.2018, 17:55 Uhr
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Der nächste Skandal.... keine einheitliche, kurzfristige Regelung....Gesundheitsministerium schweigt.... der Patient ist für die Betroffenen, nur "eine Affe im Ringelspiel".... es kann nicht sein, dass Patienten, todbringende Pillen verabreicht werden.... scheinbar 6 Jahre nicht oder nur unzulänglich kontrolliert wurde.... oder wußte man davon und hat "aus irgendwelchen Gründen" geschwiegen....
  • 11.07.2018, 17:44 Uhr
Und immer weiter im Ausland produzien lassen auf kosten des Verbrauchers
  • 11.07.2018, 17:56 Uhr
Wie soll man da noch Vertrauen...
  • 11.07.2018, 18:03 Uhr
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