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Potsdam: „Friederisiko“ - große Jubiläumsschau zum 300. Geburtstag Friedrich ...

Potsdam: „Friederisiko“ - große Jubiläumsschau zum 300. Geburtstag Friedrich II

16.04.2012, 12:27 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Am frühen Morgen ist es noch still in Sanssouci. Amseln zwitschern, Wildtauben gurren. Königsstunde in Sanssouci. Gleich wird die gekrümmte Gestalt des Monarchen um die Ecke biegen. Schon um fünf Uhr steht Friedrich II. auf und geistert, nach etlichen, oftmals mit Senf, Pfeffer oder Champagner gewürzten Tassen Kaffee, über den Schlossplatz. Verhalten plätschert die Fontäne am Fuße des Weinbergs, umtanzt von mythischen Gottheiten aus carrarischem Marmor.

Erst wenn am Vormittag die Touristen in den Park strömen, verflüchtigt sich der mystische Moment. Die Große Fontäne schießt in die Höhe. Millionen Besucher kommen aus aller Welt. In diesem Sommer werden noch weit mehr als sonst erwartet, denn Friedrich der Große wird 300 Jahre alt, und mit Ausstellungen und Veranstaltungen im ganzen Land und in Berlin gefeiert. 2012 steht ganz im Zeichen von Friedrich dem Großen, einer der schillerndsten Gestalten alteuropäischer Geschichte. Mit der wohl spektakulärsten Ausstellung feiert Potsdam den 300. Geburtstag des Preußenkönigs im Neuen Palais.

Sommerschloss und Neues Palais

Nirgendwo hat Friedrich II. schönere Spuren hinterlassen, als im Park von Sanssouci. Scheinbar weit ab aller Staatsraison, ländlich intim, lebte er in dem kleinen Sommerschloss bis zu seinem Tod im Jahr 1786. Hier oben auf dem Weinberg wurde er, dem am Ende die Hunde lieber waren, als die Menschen, bei seinen Windspielen beerdigt. Einziger Grabschmuck auf der verwitterten Sandsteinplatte sind Kartoffeln mit Rosen und Kartoffeln mit Fähnchen. Großes wird dem großen Friedrich nachgesagt, im Guten wie im Bösen. Die Kultivierung der Kartoffel in Preußen gehört zweifellos zu seinen ehrenvollen Verdiensten. Als Kriegsherr ist er umstritten. Seine Schlachten brachten den Staat an den Rand des Untergangs, verhalfen Preußen aber auch in den Rang einer europäischen Großmacht.

Das Neue Palais am Ende der langen Hauptallee des Parkes spiegelt das Politik- und Kulturverständnis des Preußenkönigs wider. Friedrich legte sich im Siebenjährigen Krieg mit Österreich, Russland und Frankreich an. Der Frieden von Hubertusburg besiegelte 1763 den Staus quo, doch in den Augen der Welt ging Preußen als Sieger hervor. Um dies zu unterstreichen, entstand das Neue Palais, so preußisch sparsam an Mitteln wie nach außen hin prachtvoll, ein Grand Hotel mit über 600 Räumen für adelige Gäste, von Friedrich allenfalls drei Wochen im Jahr bewohnt. Er nannte es selbst „Fanfaronade“, Angeberei. Doch zeigt es, was Friedrich war, und was er sein wollte: Mars und Apollo – Feldherr und Feingeist.

Saniertes Juwel

„Friederisiko“ heißt hier die größte jemals zu diesem Thema gezeigte Ausstellung der Preußischen Stiftung Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Auf 6 000 Quadratmetern, in 70, zum Teil bislang unzugänglichen Räumen. Kein Ruhm ohne Risiko. Weder für den König, noch für die Stiftung. Das Neue Palais ist das Sorgenkind der Stiftung.

Doch mit Hilfe der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Mittelbrandenburgischen Sparkasse sowie des World Monuments Fund, der es in seiner Förderreihe so mit Kulturdenkmälern wie Versailles und der „Verbotenen Stadt“ in Peking gleichgesetzt, konnte nun das vom Verfall bedrohte Untere Fürstenquartier für 1,2 Millionen Euro saniert werden. Jetzt glänzt es wieder, das „Juwel friderizianischer Zeit“, wie es Stiftungschef Hartmut Dorgerloh nennt. „Friederisiko“, 28.April-28.Oktober 2012, Neues Palais, Park Sanssouci, 0331- 969 42 00, www.friederisiko.de, tägl. Außer Di10-19 Uhr, Fr und Sa 10-20 Uhr.

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