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Im Schatten der Blutbuche

Im Schatten der Blutbuche

03.01.2017, 15:50 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Schreibwerkstatt, Reizwort Schatten


Im Schatten der Blutbuche

Eine große Blutbuche steht vor meinem Elternhaus.
und in ihrem Schatten ruht man sich gerne aus.
Die Buche steht schon so lange ich denken kann,
denn mein Großvater pflanzte sie dort an.
Die bemooste Bank in ihrem Schatten,
könnte von Vielem Bericht erstatten.

Im Schatten dieser Buche,
manch einer hier Kühlung suchte,
von der heißen Sommerglut.
Ach wie wohl das tut.
Eine kurze Rast,
im Schatten der Buche als Gast.
Des Abends finden die Alten des Dorfes sich im Schatten ein,
um im sich an einem Schwätzchen zu erfreun.

Als Kind spielte ich in ihrem Schatten,
so wie es auch meine Spielgefährten taten.
Wie oft habe ich mich schon im Schatten der Buche verborgen,
um allein zu sein mit Kummer und Sorgen.
Auch so manches Mal habe ich hier mein Mütchen gekühlt,
wenn mein Gemüt zu sehr aufgewühlt.

Oder ich habe hier im Schatten gesessen
Und die Zeit total vergessen.
Dann hing ich hier stundenlang meinen Träumen nach,
ach wie herrlich das doch war.
Auch gelesen habe ich hier im Schatten so viele Mal,
jede Menge Bücher ohne Zahl.

In meiner jugendlichen Naivität,
wie das dann so geht,
fühlte ich mich im Schatten ohne Sorgen
vor den Blicken Dritter geborgen.
Drum saß ich damals hier auch zum ersten Mal mit einem jungen Mann,
dem ich zu der Zeit sehr innig zugetan.
Ich in seinem Arm und die Vöglein haben gesungen,
Welch süße Erinnerungen.

Heute sitzt hier im Schatten, das ist wahr,
mein altes Elternpaar.
Mit den Urenkeln zu ihren Füßen,
um den Feierabend im Schatten der Buche zu genießen.
Von da aus,
schauen sie nach mir aus,
wenn ich zu Besuch komme, nach Haus.

Sehe ich sie da so sitzen in trauter Zweisamkeit,
wird mir das Herz so weit.
Ich mit ihnen dann stets suche,
Erinnerungen im Schatten der Buche.
Dann wünsche ich mir nur, das Gott in seiner Güte,
sie mir noch lange im Schatten der Buche behüte.

Damals wie heute ist der Schatten der Buche weiterhin sehr beliebt.
Jeder der Schatten sucht, ist froh, dass die Buche da steht.
Drum breite die Buche noch lange ihren Schatten aus,
vor meinem Elternhaus.

Karin, die Ohlenförsterin, 03.01.2017

12 Kommentare

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Auch mir hat es gefallen, schön so einen Ort zu haben ! Der Baum vermittelt Geborgenheit , so wie du es beschrieben hast. Gelungen ! Vielen Dank, Karin
  • 24.01.2017, 16:36 Uhr
  • 1
Vielen Dank Susanne, es freut mich, dass dir mein Beitrag gefallen hat.
  • 24.01.2017, 17:45 Uhr
  • 1
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Dein Schatten-Gedicht wirft Licht auf ein ganzes Leben. Sehr beeindruckend.
  • 14.01.2017, 17:35 Uhr
  • 1
schön, dass du das so siehst Do Froh...
  • 14.01.2017, 18:30 Uhr
  • 0
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danke Bele, dass es dir gefällt...ich wünsche dir ein schönes Wochenende....LG Karin
  • 13.01.2017, 17:48 Uhr
  • 0
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das hört sich wunderbar und glücklich an, Karin.
Ein schönes Gedicht über Ereignisse in den Zeiten,
die Deine Blutbuche sicher auch erzählen könnte
  • 13.01.2017, 17:17 Uhr
  • 1
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Danke dir Karin...dass es dir gefällt...Ab und an stelle ich schon mal was rein...jedoch nicht regelmäßig. Das kommt auf meine Zeit und besonders aufs Thema an. Je nach dem welches Reizwort für den Monat vorgeben ist, muss ich auch schon mal passen... LG an dich Karin...
  • 10.01.2017, 12:25 Uhr
  • 0
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Liebe Karin, sehr schön geschrieben und nachdenkendswert.Viele alte Bäume müssen für irgendeinen Unsinn weichen,leider.Mache weiter so
  • 10.01.2017, 11:54 Uhr
  • 1
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danke Inga....
  • 08.01.2017, 23:53 Uhr
  • 0
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Möge Dein Baum Dir noch lange, lange Schatten spenden!
Ein sehr schönes, einfühlsames Gedicht
  • 08.01.2017, 23:03 Uhr
  • 1
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Super Karin, bei uns ist eine Ulme die Schatten spendet. Aber so ein schöner Reim wäre mir nicht eingefallen.
  • 06.01.2017, 15:31 Uhr
  • 1
Ach Marga, du bist doch viel besser in solchen Sachen....Um so mehr freue ich mich und danke dir, dass es dir gefällt ..Dir ein schönes Wochenende...
  • 06.01.2017, 15:34 Uhr
  • 0
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