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Karwoche

Karwoche

09.04.2017, 16:08 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

"Heilige Woche" - unmittelbar vor Ostern

Palmsonntag war der "Auftakt" - stillte Tage
von Gerard Zacher

Deggendorf - "Die Karwoche – auch stille Woche oder Heilige Woche genannt – ist die Woche unmittelbar vor Ostern", stellte Kneippvorsitzender Gerard Zacher beim Kneippverein fest. . Diese ist in allen christlichen Konfessionen dem Gedächtnis des Leidens, Sterbens und der Auferstehung Christi gewidmet. Sie ist die Kernzeit der österlichen Passionszeit und für Christen und Christinnen die wichtigste Woche des Kirchenjahres. „Kar“ stammt vom althochdeutschen Wort „chara“ oder „kara“ und bedeutet klagen, trauern. Schon aus dieser Übersetzung wird die Bedeutung dieser Woche verständlich. Abendmahl, Kreuzestod und Auferstehung Jesu gehören zusammen. Bis zum 4. Jahrhundert feierte man in der Osternacht alle drei Ereignisse an einem einzigen Tag. Heute feiern die Christen die „drei österlichen Tage vom Leiden, Tod und Auferstehung des Herrn“.
Der Gottesdienst und der Brauch der Palmenweihe erinnern an den feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem. Heuer fanden in Deggendorf bei strahlendem Sonnenschein prunkvolle Palm- Prozessionen statt, so ua von der Grabkirche
zur Pfarrkirche "Mariä Himmelfahrt" mit Stadtpfarrer Martin Neidl. Die geweihten Palmzweige können daheim am Kreuz befestigt, an jemanden verschenkt oder im kommenden Jahr nach einem alten Brauch im Garten oder Feld verbrannt werden -dabei wird Gott um eine gute Ernte gebeten. Die Asche, die am Aschermittwoch den Gläubigen aufs Haupt gestreut wird, stammt aus verbrannten Palmzweigen. Früher wetteiferten die Burschen, wer die längste Gerte mitbringt - so war das in der Pfarrei Lalling stets etwas ganz Besonderes. Die Menschen erinnern mit den Palmzweigen an den Empfang von Jesus in Jerusalem. Palmzweige waren damals ein Symbol für Könige und des Friedens, den der gute König bringt.In unseren Breitengraden sind Palmzweige eher selten. Deshalb sind es vor allem Palmkätzchen, Buchs, Wacholder und die Stechpalme, die in kunstvollen Gebinden - geschmückt mit Äpfeln, Orangen und Bändern - im Gottesdienst gesegnet werden.

Am Montag werden in den Diözesan-Orten so in Regensburg und Passau in den
Domen die heiligen Öle geweiht. Die Dekane nehmen sie mit in die einzelnen
Dekanate. Mit dem Gründonnerstag beginnen die "heiligen drei Tage". Der Name Gründonnerstag geht vermutlich auf das mittelhochdeutsche Wort "Greinen" oder "Grienen" zurück, was so viel wie "wehklagen" bedeutet. Am Gründonnerstag erinnern sich die Gläubigen an die Feier des jüdischen Pessach-Festes durch Jesus und seine Jünger. Beim Gloria verstummen die Glocken, sie pilgern - so der Volksmund- nach Rom. Sie werden bis zur Osternacht durch sog. Ratschen ersetzt. Im Anschluß an die Gründonnerstag-Eucharistiefeiern beginnen die Gebetsstunden. Der Gefangennahme, Verurteilung und schließlich der Hinrichtung Jesu sowie der Grabesruhe wird am Karfreitag und Karsamstag gedacht. In der Osternacht feiern die Christen das Fest der Auferstehung Jesu von den Toten. Ostern geht auf die früheste Zeit der Kirche zurück und ist das ritenreichste aller christlichen Feste. Seit dem Konzil von Nizäa wird Ostern alljährlich am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Ostern liegt damit zwischen dem 22. März und dem 25. April. Da die orthodoxe Kirche der Kalenderreform unter Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 nicht folgte, feiern Ost und West zumeist an unterschiedlichen Tagen.
Zacher ging auf die vielfältigen Bräuche in der Karwoche und an Ostern ausführlich weiter ein. gz

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