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Bauernregeln Mai 2017

27.04.2017, 10:13 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Bärlauch im Mai erspart das ganze Jahr den Arzt und die Arznei ?


Bauernregeln, Lostage und Besonderheiten für Mai 2017 - Marienmonat

von Gerard Zacher


Deggendorf Der Mai, zum Wonnemonat erkoren, hat den Reif noch hinter den Ohren,
weiß Kneippvorsitzender Gerard Zacher einen alten Bauernspruch. Gerard Zacher hat für
Mai 2017 wieder wichtige Lostage, Bauernregeln, Heiligenfeste und Besonderheiten zu-
sammengestellt. Der Bauernspruch Bärlauch im Mai erspart das ganze Jahr den Arzt
und die Arznei hält Zacher freilich nur sehr bedingt für richtungsweisend, denn das dürfte
nicht so allgemein gelten, für Kranke schon gar nicht. Der Duft von Maiglöckchen zieht im Mai wieder durch die Gärten. Früher glaubte man, dass die giftige Pflanze den Tränen entsprungen ist, die Maria, die Maienkönigin, am Kreuz vergoss, auf vielen Gemälden ist

auch das Maiglöckchen zu Füßen Marias zu sehen. Der Duft der Pflanze soll einem dazu verhelfen, sich eine bessere Welt vorzustellen. Landläufig wird der Mai auch als Weide-, später Wonnemonat oder Marienmonat bezeichnet. Der Muttertag wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA aus der Taufe gehoben und hat sich seit den 20er Jahren auch bei uns rasch verbreitet. Dieser Festtag fällt immer auf den 2. Sonntag im Mai.
Schwendtage (dies atri -schlechte Tage) sind am 3., 10., 22. und 25. Mai
Lostage sind am 4., 11., 12., 13., 14., 15. und 25. Mai. Der Mai war schon immer mit viel Aberglauben behaftet. Vernahm die Landbevölkerung den ersten Donner, so stemmen sie sich einige mit dem Rücken gegen einen Baum. Das sollte vor Kreuzschmerzen bei der oft schweren Arbeit bewahren.. Mädchen sollten im Mai keinen Hut oder Kopftuch tragen, damit die Haare besser wachsen. Man glaubte früher, dass Maihühner nicht geraten, Maikatzen nichts taugen und das Maieier unbefruchtet sind. Es bestand der Aberglaube, dass vor Mai kein Bett zum Lüften hinausgebracht werden sollte, weil das Gicht bringt. Der Mai ist der Marienmonat. täglich werden Maiandachen zu Ehren der Gottesmutter gehalten. Mit Maria wird Fruchtbarkeit und Wachstum verbunden, darum ist der Marienmonat im Mai, dem Monat mit dem stärkstem Wachstum in der Natur. In den Kirchen werden blumengeschmückte Maialtare aufgestellt.


Der 1.Mai ist heuer eine Besonderheit: Er ist nicht nur ein besonderer Lostag, Internationaler Tag der Arbeit ,Schutzfest des Hl. Josef , Beginn des Marienmonats. Christi Himmelfahrt ist am 25. (40 Tage nach Ostern, zwischen dem30. April und 3. Juni) und auch Vatertag. Christi Himmelfahrt fällt immer auf einen Donnerstag und wird 40 Tage nach Ostern gefeiert.. In Lalling war es ganz früher Brauch, dass eine Christusstatue in der Kirche „in den Himmel“ aufgezogen wurde. So konnten alle bildlich die Himmelfahrt
Christi mit eigenen Augen miterleben. Auch setzen Mädchen Blumenkränze auf. Bekannt ist auch das Pusteblumenspiel (Löwenzahn). Es war auch Brauch nur „fliegendes Fleich“
an diesem Tag auf den Tisch zu bringen. Am Tag vor Christi Himmelfahrt trieb früher
der Bilmesschneider auf den Feldern sein Unwesen. Um das zu verhindern steckten die
Bauern kleine Kreuzchen auf die Felder. Es kommt kein gut Wetter, bevor Christus nicht die Beine von der Erde hat,lautet ein alter Spruch. Gerard Zacher weiß auch noch einen
Bauernspruch: Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so auch der ganze Herbst sein mag. Ist
der Himmelfahrtstag klar, verheißt er ein gesegnetes Jahr . Nicht zu vergessen ist seit 1936 der Vatertag am Himmelfahrtstag. Gemeinschaftsausflüge von Vätern und werdenden Vätern ins Grüne z.B. per Kutschfahrt, Leiterwagen usw., ausgerüstet natürlich mit ausreichendem Getränkeproviant . Ein anschließender Wirtshausbesuch ist natürlich vielfach vorgeplant. Mitgenommen werden gerne lärmende Geräte und Musik. Das Symbol für diesen Tag ist die Rose.


Maibäume werden meist schon am Tag vor dem 1. Mai aufgestellt Ein rechtes Dorf im Bayernland, hat jedes Jahr sein Maibaum stehen, den jedes Handwerk, jeder Stand, mit Schmuck und frischem Grün versehen, war früher ein Leitsatz. Es war z.B. im Lallinger Winkel früher auch üblich, dass die Burschen den Mädchen kleine Maibäume aus Birken gebunden aufs Dach oder vors Haus steckten.


Die sprachliche Wurzel des Monatsnamens geht auf die griechische Sagengestalt Maia, die Mutter des Hermes, zurück. Die Römer übernahmen die Gottheit, machten sie zu einer Wachstumsgöttin und weihten ihr den fünften Kalendermonat, maius.
Regnet's am ersten Maientag, gute Ernte man erwarten mag. Am ersten Mai fährt man den Ochsen ins Heu. Am ersten Mai soll sich eine Krähe im Roggen verstecken. Wenn der 1. Mai schellt, grünt das Feld . Wenn's Wetter gut am 1. Mai, gibt es viel und gutes Heu.
Fällt Reif am 1. Mai, bringt er im Feld viel Segen herbei. Das Fest der Heligen Philippus und Jakobus wurde 1955 vom 1. Auf den 11. Und 1969 auf den 3.Mai verlegt: Philippi Jakobi, viel frieß i, wenig hob i. Wie's Wetter am Kreuzauffindung (3.) , bis Himmelfahrt es bleiben mag. Wenn es am Kreuztag heftig regnet, dann werden alle Nüsse leer und sind nicht gesegnet. . Hl.Kreuztag naß, wächst nirgends Gras Der Kreuzauffindungstag wurde hauptsächlich in Süddeutschland besonders begangen. Die Feldkreuze wurden mit Blumen geschmückt und besucht, um zu beten. Das Kruzifix aus der Stube stellte z.B. früher die Leute im Lallinger Winkel blumengeschmückt vor das Haus.. In Westfalen und im Eichsfeld begegnet man noch heute dem zweibalkigem Wetterkreuz -"Zachariaskreuz"- an manchen Hausfirsten. Am 3.Mai ist der Tag der Pressefreiheit. Der Florian (4.) , der Florian, noch einen Schneehut setzen kann. Der heilige Florian, der große Frühlingsheilige, war ein hoher Beamter und Hauptmann im römischen Heer. Er erlitt nach der Legende den Märtyrertod durch ertränken in der Enns. Sankt Florian ist Schutzpatron der Feuerwehren und der Schmiede. St. Florian, St. Florian, verschon' mein Haus, zünd andere an, spotten manche. Er soll jungen Leuten auch in Liebesnöten helfen. Wenn sich naht St. Stanislaus (7.), rollen die Kartoffeln raus. Wenn Tränen weint der Stanislaus, dann tut uns das nicht leid. Es werden blanke Heller draus,über kurze Zeit.Vom 8. bis 14. Mai müssen Bohnen und Gurken in den Boden nei'. St. Florian (10.) und St. Gordian richten oft noch Schaden an.

. Der Muttertag wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA aus der Taufe gehoben und hat sich seit den 20er Jahren auch bei uns rasch verbreitet. Dieser Festtag fällt immer auf den 2. Sonntag im Mai, das ist heuer der 14.Der heilige Mamertz(11.) hat von Eis ein Herz. Regen am Phillip- und Jakobitag deutet an ein fruchtbares Jahr. Phillip und Jakob naß, macht dem Bauern großen Spaß.

Ab 12. Mai (Pankraz) sind die sogenannten Eisheiligen, denen allgemein große Bedeutung
in den Wetterregeln zukommt. Pankrazi, Servazi (13.5.), Bonifazi (14.5.), sind drei frostige Bazi, und am Schluß fehlt nie die kalte Sophie (15.5.) Die drei Azius ohne Regen,
bringen dem Bauer reichen Segen. Pangratius hält den Nacken steif, sein Harnisch klirrt vor Frost und Eis. Gehen die Eisheiligen ohne Frost vorbei, schreien die Bauern
und Gärtner Juchhei. Pankraz und Urban (25.5.) ohne Regen, bringen großen Erntesegen.
Servatius voller Ostwind ist, hat schon manch' Blümlein totgeküßt.
Servatius muß vorüber sein, willst du vor Nachtfrost sicher sein.
Vor Servatius kein Sommer, nach Servatius kein Frost.
14. Mai (Bonifatius) Heiliger Johann Nepomuk (16.), treib' uns die Wassergüss' zurück.
Am Heiligenhimmel des bayerischen Rokoko begegnet uns der heilige Nepomuk
häufig. Er trägt in seinem Heiligenschein fünf Sterne gemäß den fünf Buchstaben
seines Mottos TACUI (ich habe geschwiegen) als er gemartert wurde. Bis heute
ist St.Nepomuk der Brückenheilige geblieben.
Pankraz (12.) und Urban (25.Mai)ohne Regen, bringen großen Erntesegen.
Das Wetter, das Urbanus hat, auch bei der Wein-Lese findet statt.
Magdalena(24.) weint um ihren Herrn, drum regnet's an ihrem Tage gern.
Lein, gesät an Esthern, wächst am allerbesten.
Sankt Urban(25.) hell und rein, gibt viel Korn und Wein.
Scheint am Urbanstag die Sonne, so gerät der Wein zur Wonne.
Die Witterung an Sankt Urban zeigt des Herbstes Wetter an.
Wie sich's an St. Urban verhält, so ist's noch 20 Tage bestellt.
Corporis Christi (29.) schön und klar - guter Wein in diesem Jahr.
Sankt Wigand (30.) , dieser böse Tag, zuletzt noch Nachtfrost bringen mag.
Ist es klar an Petronella (31.), meßt den Flachs ihr mit der Ell'.
Wer Hafer sät an Petronell', dem wächst er gut
Das Wetter auf St. Urban zeigt des Herbstes Wetter an.
Wie sich das Wetter auf St. Urban verhält, so ist es zwanzig Tage bestellt.

Gerard Zacher weiß auch allgemeine Mai-Regeln:
Der Mai gilt zudem als Losmonat für das Jahr:
Aus nassem Mai kommt trockener Juni herbei.
Ein rechter Mai fürwahr, daß ist der Schlüssel für's ganze Jahr.
Grünen die Eichen vor dem Mai, zeigt's, daß der Sommer fruchtbar sei.
Erst Mitte Mai kommt wirklich der Frühling:
Der Mai, zum Wonnemonat erkoren, hat den Reif noch hinter den Ohren
Abendtau und kühl im Mai, bringt viel Wein und bringt viel Heu.
Der Mai bringt Blumen dem Gesichte, aber dem Magen keine Früchte.
Donnert es in Maien viel, hat der Bauer gewonnen Spiel. Erst in der Mitte des Mai
ist der Winter vorbei. Ist der Mai recht heiß, kriegt der Bauer kleine Brocken.
ist er aber feucht und kühl, dann gibt's Frucht und Futter viel.

Je mehr die Maikäfer verzehren, je mehr wird die Ernte bescheren. gz

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