wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Rassismus - Wohin geht Deutschland?

Rassismus - Wohin geht Deutschland?

09.08.2017, 15:37 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Als ich noch ein kleiner Junge war, blickte ich aus dem Fenster und sah einen Schwarzen an unserem Haus vorübergehen. Ich erschrak und begann zu weinen. Damals wusste ich nicht, dass es Menschen mit schwarzer Hautfarbe gibt. Wenn Kinder Angst haben, haben sie Angst. Sind Kinder deswegen rassistisch? Nein, das wäre zu weit hergeholt. Kinder müssen erst einmal die fremde Welt außerhalb des vertrauten Heimes kennenlernen, damit sie die Welt verstehen lernen oder versuchen sie zu verstehen. Im Jugend - und Erwachsenenalter haben wir genügend Zeit dazu. Wenn man Geld hat, fährt man sogar ins Ausland, um wenigstens im Urlaub in der Fremde zu schnuppern. Für uns Menschen hat es ein besonderen Reiz, auch mal das Fremde kennenzulernen. jedenfalls geht es mir so. Als ich 1986 nach Ägypten kam und mich8 auf dem Hof der Anlage umsah, fiel mir ein überwältigender Schauder vom Rücken herunter, als ich sah, wie sich die gewaltige Cheopspyramide einige hundert Meter in den Himmel streckte. Ich dachte, ich wäre auf dem Mars gelandet oder ich weiß nicht wo. Und als ich mich in Luxor mitten im Ort auf Treppenstufen hinsetzte, um einen Film in meiner Kamera zu wechseln, kam ein Mann und gab mir ein Zeichen, ich solle mal mitkommen. Also ging ich mit. Nicht in ein Teppichgeschäft, sondern in eine Moschee. Das wusste ich aber erst, als ich schon drin war. Der Raum war mit Teppichen belegt, und dann ging es eine Wendeltreppe hoch auf das Minarett. Das war das einzige Mal, dass ich mich auf einem Minarett befand, darum habe ich es nie vergessen. In meiner Unbekümmertheit hatte ich keine Angst, der Fremde könne mir etwas Schlimmes antun. Damals kannte ich nicht den Schwertvers. Heute kenne ich ihn und habe immer noch keine Angst. Damals wusste ich sowieso kaum etwas über den Islam. Nur dachte ich, ein Ungläubiger dürfe nicht eine Moschee betreten. Ich wurde eines besseren belehrt. Auch in Istanbul dürfen Moscheen betreten werden. Meist gibt es eine Tür für Touristen. Bis zu einem gespannten Seil darf man in den Gebetsraum hinein. Wenn man in die Hagia Sophia geht, sieht man in der Apsis die Jungfrau Maria umringt von islamischer Kalligraphie. Hier können wir mal den Touristenstrom um uns herum ausblenden, wenn es uns gelingt, und in uns gehen.

Es ist nicht leicht zu erklären, warum es Rassismus überhaupt gibt. Nur gibt es ihn schon lange, vielleicht solange, wie es Zivilisationen gibt. Trotzdem dient das nicht als Entschuldigung dafür, dass es den Rassismus heute, sogar in einem verstärkten Maße, gibt. Rassismus ist immer eine Übertreibung, die bis ins extremistische Lager führen kann und alles, was einem fremd ist, ausgrenzt, dämonisiert, diffamiert, alles Fremde mit übersteigendem Hass abgelehnt wird oder schlimmsten Falls Gegenstand zu verbrecherischen Akten wird, wie z.B. das Anzünden von Flüchtlingsheimen Ausdruck einer rassistischen Handlung ist, wie auch der Überfall auf einen Rabbi in Berlin.

Es gibt Leute, die haben ein falsches Verständnis von Rassismus. So sei es kein Rassismus gegen Muslime zu pöbeln, weil die Gemeinschaft des Islam keine Rasse ist. Sie haben natürlich recht. Muslime und Juden sind keine Rasse. Naturwissenschaftler streiten heute darüber, ob eine Unterteilung der Menschen nach Rassen überhaupt sinnvoll ist. Genetisch nachweisen lassen sich verschiedene Rassen nicht. Rassismus ist eine Sache, die sich im Denken von Menschen festsetzen kann. Der Rassenbegriff tauchte erstmals in Spanien der Reconquista auf, und wurde in Bezug zu den Juden gebraucht, die sich von Religion, Kultur und Herkunft von den anderen Menschen unterschieden. Der Rassismus begründet sich in der Andersartigkeit von Menschen, die aus anderen Kulturen kommen. Seit dem 18. Jahrhundert bis in die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts waren diverse Rassentheorien in Umlauf, was dazu führte, viele Menschen glaubten tatsächlich, dass es verschiedene Rassen gibt. So war es eine irrgeleitete Gesinnung, eine Rassentheorie auf den Grundlagen von Charles Darwins Evolutionstheorie abzuleiten. Der Irrtum bestand darin,

»daß erstens, immer und überall die Stärkeren überleben und daß sich, zweitens, die Arten und Rassen ihrer Umwelt anpassen, damit sie überleben.« (pos.975).

Darwin meinte es aber anders, dass sie sich erst als stärker und besser angepasst erweisen müssen., Nicht die Arten oder Rassen passen sich an, sondern sie werden durch den Selektionsdruck erst angepasst und erweisen sich erst dann als angepasst, falls sie nicht vorher schon ausgestorben sind. Das ist der kleine, aber wichtige Unterschied. Dass rassistische Theorien in den verächtlich rassistischen Antisemitismus der Nazis gipfelten, ist hinreichend bekannt.

Heutige Opfer rassistischer Ressentiments sind vermehrt Muslime in Deutschland. Aber gehen wir noch einmal etwas zurück in die Geschichte. Ende des neunzehnten Jahrhunderts wanderten Polen ins Ruhrgebiet ein. Bei Arbeitgebern waren sie beliebt, weil sie sich leichter ausbeuten ließen und ungünstige Arbeitszeiten in Kauf nahmen. Die Polen bildeten unter sich das, was wir heute als Parallelgesellschaft bezeichnen. Beschimpft wurden sie auch noch.

Heute sind wir wieder mit Einwanderungen konfrontiert und manches wiederholt sich: Beschimpfungen und Parallelgesellschaften. Obwohl sich viele Einwanderer integrieren und sogar viele Menschen auswandern (was kein großes Thema ist), werden national bekannte Islamkritiker als "Experten" in Talkshows herumgereicht, die als sog. Experten keine akademische Ausbildung in Islamwissenschaft haben. Ich möchte nicht behaupten, dass es sich dort um Rassisten handelt. Das wäre übertrieben. Zumindest aber unterstützen sie, auch wenn sie es vielleicht vielleicht nicht wollen, rassistisches Gedankengut. Es ist sehr einfach, über eine Minderheit zu lästern, als sich wirklich auszukennen.

Wie die Islamkritikerin Necla Kelek in Sachen Zwangsheirat argumentiert, kann man hier nachlesen.Sie unterschlägt allerdings Quellen, aus denen unmissverständlich das Verbot einer Zwangsheirat hervorgeht. Nach neueren Erkenntnissen muss Aischa mindestens vierzehn Jahre alt gewesen sein, als Mohammed sie heiratete und nicht sechs Jahre (alles weitere Kap.VII, "Mohammed und die Frauen" in Markus Fiedler: Mohammed und die Islamkritik ).

Hamed Abdel Samad, der zur Zeit vielleicht bekannteste Islamkritiker, bringt Mohammed mit der Mafia und mit Hitler in Verbindung. Nur ein Beispiel: Abdel Samads Behauptung, Mohammed mystifiziere den Kampf gegen die Juden und stilisiere ihn zum Teil eines Erlösungsplans (vgl.Abdel Samad, Mohamed, eine Abrechnung, pos. 2402) ist schlichtweg gelogen und verrät gewaltige historische Defizite. Ich nenne so etwas bösartige Geschichtsklitterung. Diese Geschichtsfälschung ist zumindest tendenziös als rassistisch zu bezeichnen, zumal der Autor es darauf anlegt, eine Religion zu diffamieren. Mit vernünftiger Religionskritik hat das jedenfalls nichts zu tun. Wie Necla Kelek unterschlägt auch Hamed Abdel Samad aussagekräftige Quellen, die seinen Unfug widerlegen.

Ein anderer auf dem Stuhl deutscher Islamkritik ist Hans Peter Raddatz, übrigens der mir einzig bekannte, der ein Studium der Orientalistik hinter sich gebracht hat.

Ein Zitat dieses Herrn:

»Ein Christ missbraucht seine Religion, wenn er Gewalt anwendet, und ein Muslim missbraucht seine Religion ebenso, wenn er Gewalt nicht anwendet.«, (zitiert in Wolfgang Benz, Pos. 373)

Auch er sieht blind in die Geschichte und verkennt, dass im Koran genau geregelt ist, wann Gewalt angewendet werden darf und wann nicht. Es hilft auch nichts, alle "bösen" Verse des Korans aufzuzählen, die auch ich nicht überlesen habe. Im Zusammenhang des Textes gesehen und in Bezug auf dem Offenbarungsgrund bekommen diese Verse eine andere Bedeutung.

Wenn sich Rassismus festsetzt, ist er schwer aus infizierten Köpfen herauszubekommen. Er sitzt so fest drin, dass sie heute den Untergang des Abendlandes jammern, den sie ja selber mit ihrem Fremdenhass fördern. Sie stellen sich nicht einer sachlichen Diskussion, weil »der Antiislamismus ist nur ein Vorwand (ist), eine Ausrede, um rassistische Hetze und migrantenfeindliche Bösartigkeit auszutoben.« . Alleine das gefährdet unsere Demokratie.


Literatur:

Hamed Abdel-Samad, Mohamed: Eine Abrechnung, Droemer e-book, 2017

Wolfgang Benz: Die Feinde aus dem Morgenland - Wie die Angst vor den Muslimen unsere Demokratie gefährdet, Verlag C. H. Beck, 2012

Markus Fiedler: Mohammed und die Islamkritik - Zu alten und neuen Vorwürfen gegen den Propheten Bautz-Verlag, 2017

Christian Geulen: Geschichte des Rassismus, Verlag C. H. Beck, 2017

33 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Ich denke, es gibt sie, die verschiedenen Rassen unter den Menschen.
So wie es früher den Neanderthaler, den Homo Habilis, den Homo Errectus und den Homo Sapiens gegeben hat, so unterscheiden sich heute die Menschen durch verschieden Hautfarben und Merkmale, bedingt durch ihre Herkunft und Mischung von Menschenrassen, die dann Mestizen, Mulatten, Latinos, Negros, etc., genannt wurden und noch werden.
Erst durch die Nationalsozialisten (Nazis), an sich auch kein Schimpfwort, entstand die negative Betrachtungsweise der Menschenrassen und rein technisch wäre ein Rassist auch nur einer, der zwischen Menschenrassen mit ihren verschiedenen Merkmalen unterscheidet.
So richtig bekam die Betrachtungsweise durch Hitler und seinen Judenhass in Verruf und durch den von den Nazis geforderten Nachweis der arischen Rasse.
Es ist die Politik der Raffgierigen, Eroberer, Herrscher, Unterdrücker und Menschen mit religiösen Wahn, die diese negativen Unterscheidungen treffen.
Wenn Menschen nur zur Liebe fähig wären, wäre die Welt in Ordnung
  • 18.08.2017, 22:17 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Heute habe ich quer gelesen und was mir wieder extem unangenehm aufgefallen ist , das die schlimmsten rassistischen Kommentare von Personen aus den neuen BL kommen !
Wird das in die Wiege gelegt , oder liegt es am langen abgeschottet von der Welt sein !?
  • 18.08.2017, 20:13 Uhr
  • 0
Die Ursachen für einen Rassismus sind nur schwer auszumachen. Vielleicht suchen einige einen Sündenbock für eigene oder sozialpolitische Verfehlungen. Viele fühlen sich durch die heutige Politik abgehängt und projezieren ihren Frust auf eine Kanzlerin, die sie für alles, was sie schlecht finden, verantwortlich machen oder sie laden ihren Frust auf Minderheiten ab, die für deren Dilemma nicht verantwortlich sind. Auf jeden Fall ist Rassismus mit einem Normalverstand an sich nicht zu begreifen. Da hängen sich Leute an populistische Phrasen, die angeblich die Welt besser machen, worin die Altparteien angeblich versagt haben. Die Angst ist bei einigen Überumsorgten um das Abendland durchaus nachvollziehbar und nicht jeder von ihnen ist ein rassistischer Nazi, aber es gibt inzwischen über 12000 Rechtsextremisten in Deutschland, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Vor denen müsste man mehr Angst haben, als vor den über 600 dschiadistisch-salafistischen Gefährdern, die in Deutschland unter Beobachtung stehen.
  • 18.08.2017, 21:57 Uhr
  • 0
Ich bin nur noch am Kopfschütteln !
Alleine die mehr als traurige Vorstellung , die dieses
plärrende Volk wieder abgeliefert hat !
Kritik kann man auch "" normal "" äussern !
  • 18.08.2017, 22:00 Uhr
  • 1
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Martin, danke!! Das ist ein sehr guter Beitrag!
  • 18.08.2017, 20:05 Uhr
  • 1
dankeschön, ich habe mir mal Mühe gegeben.
  • 18.08.2017, 20:08 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Sehr gut wize.life-Nutzer!
  • 18.08.2017, 19:34 Uhr
  • 0
Dankeschön, Frank.
  • 18.08.2017, 19:35 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Sehr guter Beitrag, Martin!
  • 18.08.2017, 19:17 Uhr
  • 0
Vielen Dank, Conny.
  • 18.08.2017, 19:34 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Diesem brillanten Beitrag kann ich nur noch folgendes Zitat anfügen:

"Keine menschliche Rasse steht über der anderen,
kein religiöser Glaube ist minderwertig.
Alle kollektiven Urteile sind falsch.
Nur Rassisten treffen diese."

(Elie Wiesel)
  • 18.08.2017, 19:00 Uhr
  • 7
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Wer sich fremde, unbekannte, Menschen angstvoll nähert, wird in seiner Angst steckenbleiben. Für immer.
Wer sich fremde, unbekannte, Menschen neugierig und offen nähert, wird vielleicht Freunde gewinnen, von denen er niemals eine Vorstellung hatte.

Das ist Teil der Evolution.
Ein Teil stirbt ab, ein Teil entwickelt sich weiter.
  • 18.08.2017, 18:50 Uhr
  • 7
Er wird nicht nur in seiner Angst stecken sondern sein Gegenueber wird dies spueren. Eine schlechte Basis fuer einen einigermassen konstruktiven Austausch.
  • 18.08.2017, 19:15 Uhr
  • 2
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
ich bin "multikulti "erzogen worden. Da meine Mutter alleinerziehend mit 3 Kindern war und wir eine sehr große Wohnung hatten, wurde untervermietet.Mal war es jemand aus Ghana, mal aus Indien oder Ägypten. Die haben in Hamburg studiert und nach Abschluß sind sie meistens wieder in ihre Heimat. So wechselten die Bewohner und das bunte Treiben fand ich prima. Einzig und allein die Gerüche die aus der Küche kamen, wenn alle kochten, fand ich furchtbar. Wir haben zusammen Feste gefeiert, haben Karten gespielt, ich vermisse manchmal diese unbeschwerte Zeit.
  • 18.08.2017, 18:45 Uhr
  • 10
Hoert sich sehr schoen an.
  • 18.08.2017, 19:16 Uhr
  • 2
viele Entbehrungen, aber immer das Herz am richtigen Fleck
  • 18.08.2017, 19:31 Uhr
  • 3
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Na, also, geht doch!
Lass dich nicht von herumstakselnden Storchenbrüdern verwirren.
Klasse erklärt und anschaulich in Worte gesetzt.
  • 18.08.2017, 18:21 Uhr
  • 6
dankeschön, Polly
  • 18.08.2017, 18:23 Uhr
  • 1
Da nüch für!
  • 18.08.2017, 18:24 Uhr
  • 1
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Ganz nett. Ich frage mich nur, woher Sie Ihr überlegenes Wissen nehmen. Sie unterstellen zum Beispiel Hamed Abdel-Samad indirekt Inkompetenz, ja Rassismus. Sind Sie denn auch als Sohn eines Iman aufgewachsen, haben Sie auch den Koran im Original schon als Kind auswendig gelernt, waren Sie auch Mitglied der Muslimbrüder, haben Sie auch an der Universität gelehrt? Irgendwoher muss ja Ihre überlegene Kenntnis kommen.

Dass sie zwei anti-islamkritische Bücher gelesen haben, kann nicht ernsthaft ausreichen, um alle Islamkritiker mal eben unter dem Begriff "Rassismus" abzufertigen. Bücher zu einen Standpunkt, genauso wie zum gegenteiligen finden Sie immer, beispielsweise von christlichen Charismatikern über den Christenglauben eines und von atheistischen Agitatoren etwas ganz anderes. Genauso in Sachen Islam.
  • 11.08.2017, 11:38 Uhr
  • 2
Ich habe nie behauptet, dass ich irgendwo oder irgendwie jemandem überlegen bin und auch nicht erwähnt, wieviel Bücher ich über den Islam gelesen habe. Ich brauche nur die Quellen angeben, auf die ich mich beziehe. Im Übrigen darf ich meine Meinung genauso äußern, wie andere auch. Schreibe doch einen Beitrag über die Bücher von Abdel Samad. Es steht dir frei. Zwei von seinen Bchern habe ich selbst gelesen, obwohl die Lektüre für mich nicht erbaulich ist.

Ich habe ein Buch über die Muslimbruderschaft gelesen und kann Herrn Abdel-Samad nur beglückwünschen, dass er dort ausgetreten ist. Sein Buch über "Mohamed" mit dem Untertitel "Eine Abrechnung" ist keine wissenschaftliche Literatur. Mohammed wird nach deutscher Orthografie mit zwei M's in der Mitte geschrieben, was entweder der Lektor übersehen hat, was peinlich wäre, oder es war eine ironische Absicht des Autors. Finde mal einen Islamwissenschafler, der seinen Mohammed / Hitler - Vergleich bestätigt. Eine Nadel im Heuhaufen

Ich habe diverse Deutungen von bestimmten verdächtigen Koranversen gelesen. Neben fundamentalistischen Auslegungen gibt es, wie oben im Beitrag schon erläutert, auch andere Verfahren der Auslegungen. Im Islam gibt es seit vielen hundert Jahren viele Auslegungen des Korans und Sammlungen von Hadithen. Es gibt regelrecht eine Hadithwissenschaft, die zwischen authentischen und nichtauthentischen Hadithen unterscheidet. Dass nun ausgerechnet Abdel-Samad's Auslegung des Korans, die einzig wahre ist, bezweifle ich aus guten Gründen.

Ich habe die Geschichtsfälschung des Autors (s.o) nur als "zumindest tendenziös rassistisch" bezeichnet. Drehe mir nicht die Worte im Mund herum.
  • 11.08.2017, 12:19 Uhr
  • 5
Ich habe weder unterstellt, dass Sie nur diese Bücher gelesen haben und auch nicht geschrieben, dass Sie nicht Ihre Meinung äußern dürften.
  • 11.08.2017, 12:35 Uhr
  • 2
Zum Vergleich zwischen Mohammed und Hitler:

Natürlich spitzt er damit zu, aber das ist legitim, wenn man öffentlich auf ein Problem aufmerksam machen möchte. Mir scheint, vor allem dass viele Menschen, wenn sie solche Vergleiche hören oder lesen nicht darauf achten, wie verglichen wird. Ein Vergleich ist keine Gleichsetzung. Mal simpel und plakativ: Wenn ich zu jemandem sagte: "Du hast eine Frisur wie Hitler", dann sage ich damit streng genommen nur etwas über seine Frisur, das wäre keine Aussage über den Charakter oder die politische Einstellung meines Gegenübers.

Diese Dinge werden sehr selten sauber auseinander gehalten.

Ich kenne Herrn Abdel-Samads Veröffentlichungen aber bisher nur teilweise und möchte darüber nicht urteilen.
  • 11.08.2017, 12:43 Uhr
  • 0
Natürlich weiß der Autor über die Magie der Sprache. Der Untertitel "Eine Abrechnung" spricht viele Menschen an, weil es viele Islamgegner gibt. Die Kapitel über Mohameds angebliche psychiatrische Diagnosen und angeblicher sexueller Ausschweifungen, werden auch viele Menschen ansprechen, weil sie gerne so etwas lesen. Ich habe stets den Eindruck, dass der Autor all das ernst meint. Auch in seiner Behauptung, Mohammed habe die Juden ausrotten wollen, ist keine Spur von Zuspitzung zu erkennen. Es gibt genügend Belege, die einer Ausrottphantasie widersprechen. Auf youtube gibt es zahlreiche Videos, in denen man sich davon überzeugen kann, dass der Autor es ernst meint mit dem, was er sagt.
  • 11.08.2017, 14:27 Uhr
  • 4
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.