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Guerilla-Marketing: Wie Werbung für Aufsehen sorgt?

Guerilla-Marketing: Wie Werbung für Aufsehen sorgt?

Partner Tipp
07.09.2017, 15:22 Uhr
Beitrag von Partner Tipp

Wer heute auf sich aufmerksam machen möchte, interpretiert Werbung und Marketing vollkommen neu. Dabei sollte ein Unternehmen die Aufmerksamkeit der Zielgruppe und neuer Interessenten auf sich ziehen, um den Einfluss auszuweiten. Gerade die kreativen und ungewöhnlichen Werbeaktionen bleiben im Gedächtnis und markieren bei einigen Labels einen Meilenstein in ihrer Entwicklung. Guerilla-Marketing heißt das Zauberwort, das Dienstleistungen, Services und Produkte in den Vordergrund rückt, um nicht nur für Aufsehen zu sorgen, sondern auch Erstaunen hervorzurufen.

Werbe-Aktionen, die auffallen & begeistern

Wer heute einfache Flyer verteilt und Werbeartikel an potenzielle Kunden weitergibt, sorgt nur bedingt für Nachhaltigkeit und hat kaum eine Chance, sich gegen den Wust an Reizüberflutung durchsetzen zu können. Plakate, Sticker, Reklame, Banner, Flyer: Das städtische Leben steckt voller Werbung in unterschiedlichen Formen und Farben. Jeder schreit seine Massage in die Welt heraus: Beachte mich!

Es sind die ungewöhnlichen Maßnahmen, die Aufmerksamkeit erhaschen, ähnlich wie die Guerilla geht dieses Methode taktisch kluge Wege, um irrezuführen und dann still und heimlich auf das eigentliche Ziel zu sprechen zu kommen.

Was ist Guerilla Marketing?

Im Prinzip kommt diese Wortschöpfung aus den 1980er Jahren. Jay Conrad Levinson ist der Initiator dieser Bewegung, die sich deutlich von der Militärsprache ableitet. So möchten sich Unternehmen über ungewöhnliche und untypische Maßnahmen von den Wettbewerbern der Konkurrenz absetzen. In diesem Zusammenhang kommen oftmals keine klassischen Marketingmaßnahmen zum Einsatz.

Flashmobs, Spontanität & Kreativität

Viel wichtiger ist es, für Erstaunen zu sorgen und aus dem Alltag auszubrechen mit ungewöhnlichen und mutigen Aktionen. Kreativität steht an oberster Stelle und macht den Unterschied zu hochpreisigen Werbeaktionen. Flashmobs, unzählige, bedruckte Luftballons, der menschliche Reiz zur Spontanität, Kreativität gepaart mit gemeinnützigen Organisationen und Aktionen, die wirklich etwas bewegen, kommen beim Verbraucher an.

Wenn U-Boote auf der Straße auftauchen

Diese ungewöhnliche und verrückte Werbeaktion hat wohl über den ganzen Globus hinweg für Aufsehen gesorgt. So tauchte vor ein paar Jahren in Mailand ein U-Boot mitten in der Stadt auf. Es riss einen riesigen Spalt in eine Straße und rammte dabei einen Smart, der vollkommen unschuldig dort parkte. Verwirrt und orientierungslos stieg im nächsten Moment die Besatzung aus dem U-Boot heraus und wurden ärztlich versorgt. Der Versicherer, der hier Werbung macht, zeigte auf ungewöhnliche Art und Weise, was doch alles an einem Tag passieren kann.

Kunden, die im Supermarkt nackt einkaufen

Zur Eröffnung eines Supermarktes im Kreis Nordfriesland an der Grenze zu Dänemark gingen Frauen nackt einkaufen. Der Grund dafür war ein wirklich großzügiges Angebot des Geschäftsinhabers, der für insgesamt 2000 Kr., was umgerechnet ca. 270 € sind, 100 seiner Kunden versprochen hatte, kostenlos einzukaufen. Einzige Voraussetzung: Die Kleidung müssten sie vor der Tür lassen. Tatsächlich ließen sich viele Kunden das Angebot nicht entgehen.

Wie Werbung Verbraucher beeinflusst?

Werbung muss heute die Fähigkeit besitzen, dem Gehirn durch optische Reize ein Schnippchen zu schlagen. Nur so kann sie bis zum Bewusstsein ihrer Verbraucher vordringen. Das gelingt vor allen Dingen durch bestimmte Reizfilter. Guerilla-Marketing setzt auf außergewöhnliche Kombinationen aus Elementen, die für Erstaunen sorgen. Das ist zum Teil mit recht einfachen Mitteln möglich. Dabei spielt es keine Rolle, wie viel eine Werbeaktion gekostet hat, sondern wie hoch die Aufmerksamkeit bei ihrer Zielgruppe ist.

Heute ist es nicht gerade einfach, zur Zielgruppe vorzudringen, da unentwegt Werbebotschaften auf den Verbraucher einprasseln. Es sind die kreativen und außergewöhnlichen Ideen, wie zum Beispiel einen Schokoladenriegel zum Lkw Anhänger umzufunktionieren, überdimensionale Getränkespender eines Softdrink-Herstellers als Duschen zu installieren oder eine Schlange über einen Bus kriechen zu lassen, die für einen kurzen Moment den Betrachter aus dem Alltag reißen.

Dabei gilt es, für die Marketer bei der Durchführung ihrer Aktion einiges zu beachten. So kann es gerade im städtischen Raum schnell zu Ordnungswidrigkeiten und Straftaten kommen. Öffentliches Eigentum ist nicht mit Postern, Farben und Aufklebern zu versehen. In anderen Bereichen geht es um das Gemeinwohl, wie zum Beispiel beim Verteilen von Luftballons oder Flyern. In überschaubaren Mengen stellt dies kein Problem und keine Ordnungswidrigkeit dar.

Was Unternehmen beim Guerilla Marketing beachten sollten?

Im Prinzip ist es gar nicht so einfach, Guerilla-Marketing deutlich einzugrenzen und zu definieren. Schlussendlich bezeichnet es vielmehr einen Mix aus verschiedenen Aktionen, die universell die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Eine wirklich coole und griffige Aktion lässt sich nur schwer in marketingtechnische Grenzen pressen. Der so genannte Stickness-Faktor - also der Klebebleib-Faktor - spielt dabei eine ausschlaggebende Rolle. Erst wenn sich die Zielgruppe überdurchschnittlich lang mit einer Aktion befasst, zeigen das Label und das Unternehmen sowie das Produkt, das dahinter steht, seine Wirkung.

Dabei stehen die Kosten und der Aufwand in Relation zueinander. Schlussendlich habe diese Aktionen tatsächlich das Potenzial, unendlich viele Menschen zu erreichen und den Weg rund um den Globus zu schaffen. Dank der digitalen Vernetzung gehen Videos online sehr schnell viral und erreichen eine enorme Reichweite. Dabei sollte sich Werbung niemals auf ein Medium beschränken, sondern allumfassend orientiert sein. Unternehmen sind nicht davor gefeit, auch kontroverse Reaktionen nach ihren Marketingaktionen nach sich zu ziehen, wie zum Beispiel jüngst EDEKA, die in Hamburger Filialen ganze Regale leer räumten, um mit einer Aktion gegen Rassismus aufzuzeigen, wie leer der Supermarkt ohne Ausländer wäre.

Nicht zu verwechseln sind Marketingaktionen, die sich bereits mit der medialen Aufmerksamkeit mit einem Thema in Verbindung bringen lassen, um davon zu profitieren. Hier ist vom Ambush Marketing die Rede. Doch die wirklich erfolgreichen Aktionen tragen sich nicht auf dem Rücken der Konkurrenz aus. Sie entwickeln eigenständige Ideen, die Agenturen ungewöhnlich und kreativ umsetzen. Auf diese Weise können sie die Aufmerksamkeit einer enorm großen Zielgruppe auf sich ziehen und ein Produkt sowie einen Botschaft bekannt machen.

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