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LIEBSCHAFTEN: J.W. v. Goethe, der Dichterfürst und sein "lieber Küchenschatz ...

LIEBSCHAFTEN: J.W. v. Goethe, der Dichterfürst und sein "lieber Küchenschatz"

10.11.2017, 08:15 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

"Du versuchst, o Sonne, vergebens,
durch die düstren Wolken zu scheinen.
Der ganze Gewinn meines Lebens ist,
ihren Verlust zu beweinen."

Ein Abschieds-Gedicht, das Goethe auf den Grabstein der Christiane Vulpius im Jacobsfriedhof von Weimar - der Mutter seines einzigen Sohnes - schreiben ließ. Die Frau mit der er 18 Jahre gelebt hatte und mit 51 Jahren gestorben war. Dichtung bis in den Tod !
Doch ihrer Beerdigung blieb er dann fern.....

Unser verehrter berühmter Johann Wolfgang von Goethe, ein großer deutscher Dichter - aber auch ein großer Liebender? Wird Liebe von den Poeten nur als "Material" für ihre Dichtung benutzt?
Die Poesie, besonders die romantische bedarf des Gefühls, der Sehnsucht und die Inspiration dazu fand Goethe schon als Leipziger Student bei seiner ersten Liebe Kaethchen Schönkopf , die ihn zu den "Annettenlieder" inspirierte. Pfarrerstochter Friederike Brian ist Mitursache der "Sesenheimer Lieder" und dann hatte Goethe schließlich einen ersten großen Erfolg in der Literatur mit
"Die Leiden des jungen Werther" in dem er Lotte alias Charlotte Buff als Angebetete poetisch bearbeitete.
Als 26jähriger junger Mann im Jahre 1775 weilte er am Weimarer Hof der Herzogin Anna Amalia, wo Goethe als gern gesehener charmanter geistreicher Gast ein und aus ging und dort auch einige Posten ausübte. Besonders hatte es ihm die Hofdame Charlotte von Stein angetan und Goethe entwickelt zu ihr eine glühende Liebe. Doch von Stein, bereits sieben Jahre älter und Mutter von 7 Kindern besteht auf einer rein platonischen Beziehung (sie will einfach nicht mehr schwanger werden). Doch die Liebe läßt sich nicht aufhalten zumindest nicht in etwa 1700 Briefen und unzähligen Zettelchen, in denen Goethe um sie wirbt und sie anbetend verehrt. Doch Charlotte bleibt kühl, vornehm zurückhaltend und hält die Liebe auf kleiner Flamme.
Da wagte es Goethe eine zweijährige Italienreise anzutreten ohne Abschied. Italien eröffnete ihm ein neues Lebensgefühl der Leichtigkeit, voller neuer Eindrücke, malerische Inspirationen, erotischen Begegnungen, aus denen er "erfrischt" ins graue Weimar zurückkehrte voller Elan und Lebenslust. Doch Charlotte von Stein will und kann dieses neue Gefühl mit ihm nicht teilen. Die Beziehung erkaltete.

Da lernte Goethe 1788 im Park die junge lebenslustige Christiane Vulpius kennen. Es entwickele sich sehr rasch eine leidenschaftliche Beziehung. Christiane kam aus einer einfachen Familie und arbeitete als Hutmacherin. Schon sehr rasch holte sie Goethe in sein Haus, er war hingerissen von ihrer Sinnlichkeit, ihrer natürlichen Erotik, ihrer Zärtlichkeit und Hingabe. Es war das Gegenteil zu der eher kühlen komplizierten Beziehung zu Charlotte von Stein. Daß das Verhältnis gesellschaftlich Ablehnung, einen Skandal und viel Spott heraufbeschwor - 'der Geheimrat und seine Hure' - für Goethe war sein "kleiner Küchenschatz" sein ein und alles, der alles für ihren Goethe tat, sie führte den gesamten Haushalt, hielt alles von ihm fern, was ihn vom Dichten und Denken abhalten könnte, liebte ihn überschwänglich bei Tag und bei Nacht. Gesellschaftliche Aktivitäten unterhielt er alleine, denn sie war unstandesgemäß und daher "nicht gesellschaftsfähig". Doch ihre Liebe und Treue blieben unberührt und schon im Jahr 1789 wurde Sohn August geboren. (4 weitere Kinder starben) und Goethe wollt ohne sie nicht mehr sein und in dieser Zeit entstanden die schönsten Elegien und Gedichte. Doch erst 18 Jahre später entschloß sich Goethe Christiane zu heiraten. Doch selbst als Geheimrätin von Goethe wurde sie nur zögerlich gesellschaftlich akzeptiert. Selbst die Ehefrau Schillers bezeichnete Christiane als "Goethes dicke Hälfte". Im Alter von nur 51 Jahren starb Christiane von Goethe.

Heute wundert man sich ueber so eine diskrimisierende Gesellschaftsschicht dieser Zeit. Aber hat sie sich heute wesentlich verändert und wie viele Männer bevorzugen auch heute noch lieber einen "kleinen Küchenschatz" als eine gleichberechtigte Partnerin ?

3 Kommentare

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Danke Volker für Dein Interesse !
  • 10.11.2017, 17:52 Uhr
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Volker Barth
... übrigens, durch diesen Deinen Beitrag noch einige Neuigkeiten erfahren - danke!
  • 10.11.2017, 16:23 Uhr
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Volker Barth
"Liebe" Heidrun - ja, ja die Männer ... , das sagt auch der Volker
  • 10.11.2017, 16:20 Uhr
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