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Europas heimliche Hauptstadt: Wo Menschen bis heute in Höhlen leben

Europas heimliche Hauptstadt: Wo Menschen bis heute in Höhlen leben

wize.life Freizeittipp
18.12.2017, 16:22 Uhr

Matera liegt in der wenig bekannten Region Basilicata im Süden Italiens. Nur Kenner wissen, dass Materas Altstadt mit den Sassi seit 1993 UNESCO Weltkulturerbe ist. Die Sassi sind Höhlensiedlungen, die schon seit der Jungsteinzeit bewohnt wurden. Das macht Matera zu einer der ältesten Städte der Welt. Aber die Sassi sind beileibe nicht der einzige Grund, die Kulturhauptstadt Europas 2019 in der Basilicata zu entdecken.

Lebendig gebliebene Geschichte

Die Abgeschiedenheit war Garant dafür, dass Stadt und Umgebung ihre Unberührtheit und Authentizität erhalten konnten. Ein Besuch der Basilicata und ein Spaziergang durch Matera sind eine Zeitreise in die letzten Jahrtausende. Die archaische Stadt mit den unzähligen engen Gassen - vor allem im Viertel Civita mit dem romanischen Dom - wird gerne als Kulisse gewählt für Filme wie Passion Christi von Mel Gibson oder der jüngsten Neuverfilmung von Ben Hur.

Die Höhlensiedlungen verteilen sich auf die beiden Talsenken bzw. Stadtviertel namens „Sasso Barisano“ und „Sasso Caveoso“. Dort kann man das Labyrinth an Wohnhöhlen und Felsenkirchen über Treppen und Stiegen wandernd noch in vollkommen erhaltener Form bewundern. Von der Kirche Pietro Caveoso habt ihr einen fantastischen Blick über die Gravina Schlucht.
Vor den Toren Materas befindet sich der Parco della Murgia, eine Landschaft mit weichem Tuff Gestein, in das die Menschen Bauten einließen - u.a. rund 150 Steinkirchen, die in die Felsen eingeschlagen wurden.
Erst in den 1950er Jahren verliessen die letzten Bewohner die Höhlen, die ihre Ahnen vor 9.000 Jahren bewohnt hatten. Heute zeugt ein Museum von den Lebensbedingungen in den Sassi.

Höhlenwohnung in den Sassi
Höhlenwohnung in den Sassi

Ein Wunder unserer Kultur

Matera wird 2019 als erste Stadt Süditaliens Kulturhauptstadt Europas. Die Menschen der Region sind stolz und in heller Aufregung, ihre Stadt für das große Jahr schön zurecht zu machen - und dabei ihren Charakter zu wahren. Matera kann Vorreiter für eine neue Form des Tourismus werden. Ein Jahrtausende lang verborgener Schatz betritt die Weltbühne. Die Stadt wird viele noch nie dagewesene Besucher begrüßen dürfen. Das Besondere an Matera ist: Die vielen neuen Gäste werden eine Stadt erleben, von der sie vorher nicht gedacht hätten, dass es so etwas noch gibt - mitten in Europa. Matera wird ihnen erscheinen wie ein Wunder.

Altstadt von Matera
Altstadt von Matera

Anreise und Übernachtung

Der nächste Flughafen ist Bari (rund 70 km) entfernt. Der wird von vielen Fluglinien (u.a. Lufthansa) gut bedient. In den Sassi gibt es mittlerweile achtsam restaurierte Hotels, die ihr für die Übernachtung während eures Aufenthalts in Erwägung ziehen solltet - für unvergessliche Momente in einem Höhlen-Hotel. Googelt einfach mal "Hotel Sassi Matera"...
Weitere Infos über die Basilicata findet ihr hier.

75100 Matera auf der Karte anzeigen:
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10 Kommentare

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"Matera ist eine Stadt auf einer felsigen Landzunge in der Region Basilicata im Süden Italiens. Hier befinden sich die Sassi, ein Komplex aus Höhlensiedlungen, die in die Felswand geschlagen wurden. Nachdem sie 1952 aufgrund von schlechten Lebensbedingungen geräumt wurden, beherbergen die Sassi heute Museen wie die Casa Grotta di Vico Solitario mit historischen Möbeln und Künstlerwerkzeug. Zu den nahe gelegenen Felskirchen gehört St. Lucia alle Malve mit Fresken aus dem 13. Jahrhundert.".
Europas heimliche Hauptstadt? Ein selten blöder Unsinn, den hier wize.life produziert. Matera ist eine antike Stadt und laut dem Portal Reise travel365.it bislang die drittälteste Stadt der Welt, mit Siedlungsteilen älter als 10.000 Jahre.
  • 24.12.2017, 18:17 Uhr
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FÜHR die Armen total vergessen,und jetzt wieder Entdeckt. Ja so kann mann Aus der Früher Armut heute Geld machen.Kaum zu glauben das sie Jahrhunderte von Jahren versteckt war die Stadt in Felsen.
  • 24.12.2017, 12:34 Uhr
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Fast unvorstellbar! 😐
  • 24.12.2017, 02:26 Uhr
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Was heute so romantisch wirkt war früher ein armseliges Quartier für die Ärmsten. Der Adel und die Kirche thronten über den Höhlen.
Der Schriftsteller Carlo Levi wurde als Antifaschist 1935 einige Jahre nach Matera verbannt. Er veröffentlichte 1945 darüber das Buch "Christus kam nur bis Eboli." Seitdem ist Matera weltweit bekannt. Seine Schwester war Ärztin und schrieb über einen Besuch bei ihrem verbannten Bruder dort: "In diesen schwarzen Löchern mit Wänden aus Erde sah ich Betten, elenden Hausrat und hingeworfene Lumpen. Auf dem Boden lagen Hunde, Schafe, Ziegen und Schweine. Im Allgemeinen verfügt jede Familie nur über eine solche Höhle, und darin schlafen alle zusammen, Männer, Frauen, Kinder und Tiere. Ich habe noch nie ein solches Bild des Elends erblickt."
Erst 1952 siedelte der italienische Staat die Bewohner in neue Stadtviertel um. 1954 kam Pier Paolo Pasolini und drehte dort sein Matthäus-Evangelium, Ein paar Jahrzehnte später wählte auch Mel Gibson die Sassi für seine Passion Christi.
Es gelang die Höhlenstadt durch Einsatz vieler engagierter Menschen vor dem Zerfall und Immobilienspekulanten zu retten. Dennoch beginnt die Veränderung durch Bau von Grottenhotels, Gaststätten und anderen Aktivitäten. Seit 1993 Weltkulturerbe wird allerdings unter strengen Auflagen gearbeitet.
Matera war "die Schande Italiens" und diese finstere Vergangenheit sollte zum besseren Verständnis zu mindestens erwähnt werden. Das erwarte ich von einer einigermaßen guten Redaktion. Leider ist die Qualität vieler Artikel der "Redaktion" eher minderwertig oder es werden Werbeartikel ungeprüft durchgereicht.
  • 23.12.2017, 17:18 Uhr
Es besteht offensichtlich die Absicht aus dem Elend der Vergangenheit das Geschäft der Zukunft zu machen. Wer neugierig ist sollte trotzdem hinfahren. Booking.com wird sicherlich ein Hotel in der näheren Umgeung zur Verfügung haben. Da die Autostrada in Süditalien kostenlos zu befahren ist empfehle ich eine Fahrt mit dem Auto.
  • 23.12.2017, 21:42 Uhr
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Es ist vielleicht ein Naturwunder in Höhlen zu leben von einer EU-Hauptstadt habe ich allerdings eine andere Vorstellung
  • 23.12.2017, 17:16 Uhr
Schlichting? Riecht nach Sauerkraut!
  • 24.12.2017, 09:22 Uhr
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Wieso heimliche Hauptstadt?????????
  • 23.12.2017, 16:25 Uhr
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Muß sehr interessant sein - wers mag. Nicht bekannt!
  • 23.12.2017, 14:52 Uhr
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danke,sehr interessant und für mich unbekannt
  • 19.12.2017, 15:03 Uhr
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