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Kunst im Hamburger Bahnhof in Berlin

Kunst im Hamburger Bahnhof in Berlin
08.12.2017, 17:24 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Museum für Gegenwart mit Werken von Warhol und Beuys

Auch wenn es der Name suggeriert, man muß nicht von Berlin nach Hamburg, um sich Kunst anzuschauen. Will sich der Berliner auserwählte Stücke von Warhol, Beuys oder Lichtenstein ansehen, dann steuert er den „Hamburger Bahnhof“ an der Invalidenstraße im Ortsteil Moabit an. In der Nähe des Hauptbahnhofs (um beim Thema zu bleiben) findet er auf rund 10.000 Quadratmetern Kunst ab der zweiten Jahrhunderthälfte.

Mit der Eröffnung des Museums für Gegenwart im November 1996 zeigt der Hamburger Bahnhof Exponate der Staatlichen Museen zu Berlin und Werke der Berliner Privatsammlung Erich Marx. Grundstock der Sammlung bilden Werke von weltbekannten Künstlern wie Andy Warhol, Robert Rauschenberg, Roy Lichtenstein, Anselm Kiefer und Joseph Beuys. Darüber hinaus gehören über 450 Zeichnungen von Joseph Beuys und nahezu 60 Blätter von Andy Warhol zu den Beständen.

Aber nicht nur die Ausstellungstücke sind sehenswert, der Bahnhof selbst ist ein Museum. Als Endbahnhof der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin wurde er im Dezember 1846 in Betrieb genommen. Den spätklassizistischen Bau hatte der Architekt und Eisenbahnpionier Friedrich Neuhaus entworfen. Er lieferte den späteren Berliner Bahnhofsgebäuden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein architektonisches Vorbild. Heute ist er als einziges historisches Bahnhofsgebäude jener Zeit in der Stadt erhalten.

Mit dem wachsenden Verkehrsaufkommen auf den Schienen konnte der Hamburger Bahnhof nicht Schritt halten, sodass er 1884 stillgelegt wurde. Zwischenzeitlich für Wohn- und Verwaltungszwecke genutzt, erhielt der Bahnhof 1904 eine Umwidmung als Ausstellungshaus. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude mehrmals schwer beschädigt. Anschließend lag es während der deutschen Teilung für Jahrzehnte ungenutzt im Niemandsland zwischen West- und Ost-Berlin.

Erst im Februar 1984 ging der Hamburger Bahnhof in die Verwaltung des Senats von West-Berlin über und wurde 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt teilweise restauriert und mit der Ausstellung „Reise nach Berlin“ erstmals nach über vierzig Jahren wieder museal genutzt. Ein Jahr später übergab der Senat das Gebäude der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Nach umfassenden Umbau und Sanierungsarbeiten wurde das Museum für Gegenwart im November 1996 neu eröffnet. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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