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Gedicht zum Advent "Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!" von Erich Kästner

Gedicht zum Advent "Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!" von Erich Kästner
12.12.2017, 14:08 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Mit 24 Gedichten durch den Advent

"Um die - leider meist hektische - Zeit des Wartens bis Weihnachten zu überbrücken, lädt katholisch.de in diesem Jahr zum Innehalten ein. Und zwar mit mit 24 mal mehr, mal weniger bekannten Gedichten. So wird der Advent besinnlich, nachdenklich und manchmal auch spöttisch - aber nie langweilig.

Heute am 12. Dezember
geht es um

Erich Kästners "Morgen , Kinder, wird's nichts geben!"

mit einer Interpretation von Roland Müller auf katholisch.de

"Morgen, Kinder, wird's was geben" - dieses Weihnachtslied kennt jedes Kind. Doch in vielen Familien bleibt am Heiligen Abend der Platz unterm Christbaum leer. Ein Zustand, den Erich Kästner kritisiert.
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Weihnachtslied, chemisch gereinigt
Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man's bedenkt.
Einmal kommt auch Eure Zeit.
Morgen ist’s noch nicht so weit.
Doch ihr dürft nicht traurig werden,
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden,
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.
Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt's Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.
Tannengrün mit Osrambirnen –
lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt's an Holz!
Stille Nacht und heilge Nacht –
Weint, wenn's geht, nicht! Sondern lacht!
Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht so weit . . .
Ach, du liebe Weihnachtszeit!


Roland Müller schreibt:
Mit satirisch-kritischen Blick auf die Welt, stellt Kästner ganz realistisch fest:
Ein üppig geschmückter Tannenbaum, darunter Geschenke in Hülle und Fülle sowie ein Festmahl, bei dem sich der Esstisch biegt – all das gibt es für die meisten Menschen nicht. Er grenzt sich dann bewusst, von dieser gemütlichen und bürgerlichen Weihnachtsromantik bewusst ab.

Eine baldige Veränderung der gesellschaftlichen Zustände erwartet er auch nicht. Er bemängelt, dass das Christentum seine Botschaft vom Kirchturm verkündet, gleichsam von oben herab.

Dann stellt Roland Müller fest, dass Weihnachten viel mehr sein muss als angestaubte Traditionen und biedere Gemütlichkeit und, dass gerade Christen ihre Aufgabe erkennen sollten und umsetzen.

Hier kann man es komplett lesen:
Interpretation von Roland Müller auf katholisch.de zu Erich Kästners Gedicht

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