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LIEBSCHAFTEN: Der Hund von Picasso - eine Liebe fürs Leben

LIEBSCHAFTEN: Der Hund von Picasso - eine Liebe fürs Leben
16.01.2018, 09:08 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Pablo Picasso, der Maler-Revolutionär, der Künstler, den viele Frauen anbeteten, der sie liebte und malte aber auch verließ und sie zum Weinen brachte. Doch auch ein Mensch, der die Tiere liebte und sie ebenso in Kunstwerken verewigte.

Zum Chin. Jahr des Hundes, hier die etwas andere Liebschaft.

Da kam eines Tages, im Jahre 1957, ein kleiner Kerl in Picasso's Leben, der einjährige Dackel Lump, der ihn nie mehr verließ und ihn bis zu seinem Lebensende begleitete.
Eigentlich gehörte Lump einem befreundeten Fotografen namens David Douglas Duncan, mit dem er eines Tages Picasso in seiner Villa Californie, Nähe Cannes besuchte. Nichts tut ein Dackel lieber als herumstöbern, das Terrain inspizieren, mit der Nase voran in jede Ecke, die Räume, den Garten begutachten. Das alles schien ihm so gut zu gefallen, besser als die Wohnung in Rom bei dem Fotografen und da Picasso ebenso begeistert von dem kleinen pfiffigen Kerl war, blieb Lump einfach bei ihm. Weitere tierische Mitbewohner wie die Ziege Esmeralda und der gutmütige Boxer namens Yan störten ihn nicht weiter, im Nu hat er das Herz des Malers gewonnen.

Picasso, ein freiheitsliebender, eigenwilliger Künstler, verliebte sich sofort in Lump, der fortan seine Neigung zur Unabhängigkeit im Hause Picasso ausleben konnte. Es war eine Art Seelenverwandtschaft, jeder konnte tun und lassen, was ihm am liebsten war ohne Einschränkung und Bevormundung.

Was also ist es, das uns Menschen dazu bringen kann, unsere Strenge, unsere gesellschaftlichen Vorschriften und Erziehung einfach über den Haufen zu werfen, wenn so ein Hundewesen zu uns kommt, uns akzeptiert, sich uns bedenkenlos anvertraut, uns mit diesem sanften Hundeblick ansieht, der für uns bedeutet, du bist es und kein anderer und ich bleibe bei Dir für immer?

Doch Lump wurde nicht nur verwöhnt und geliebt von Picasso, er verewigte ihn auch, indem er ihm einen eigenen Teller bemalte mit Widmung und ihn in seine
Interpretation von Velasquez Meisterwerk "Las Meninas" im Vordergrund darstellte. Er bastelte ihm einen kleinen Papierhasen, den Lump sicher nicht jagte.

Doch es muß auch gesagt werden, dass viele Künstler die Liebe und Treue eines Hundes schätzten, so auch David Hockney seine Dackel STANLEY & BOOGIE, er malte ein ganzes Buch mit den schlafenden Hunden und viele Porträts für Ausstellungen, Yves Saint Laurent seine Bulldogge MOUJIK, der brav zu seinen Füßen ausharrte wenn Yves seine Modeentwürfe zeichnete und Thomas Mann seinen Pudel NICO, der ihn stets auf seinen Denkpausen und Spaziergängen begleitete. Alle waren sozusagen Familienmitglieder.

Interessant auch das Ende der Picasso/Lump Geschichte: beide sind im gleichen Jahr 1973, Picasso mit 91 Jahren, Lump mit 16 J. gestorben.

9 Kommentare

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aufschlussreich und auch zum Schmunzeln.
Danke für die Zusammenfassung.
"Gut abgerichtet kann der Mensch
der beste Freund eines Hundes sein."
(v.Goethe)
  • 17.01.2018, 15:47 Uhr
  • 1
Danke Bele, ja so ein Tier kann das Herz des stärksten Mannes öffnen und erfreuen ....
  • 19.01.2018, 08:54 Uhr
  • 1
  • 19.01.2018, 12:59 Uhr
  • 0
Ich habe in den 90ern Francoise Gilot in Nimes kennengelernt, anlässlich ihrer Ausstellung in der Nähe der Arenes... Ich hatte meinen damaligen Jack Russel mitgenommen ( Vernissagen- und Museenerprobt), sie hatte sich köstlich über den Hund amüsiert...
  • 04.02.2018, 23:47 Uhr
  • 1
Danke Axel - war bestimmt interessant - und das mit dem Jack Russel kenne ich zu gut (unserer ist leider letztes Jahr gestorben) wir trauern immer noch.....(hier bei Christo)
  • 05.02.2018, 09:42 Uhr
  • 0
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Sehr interessant, Heidrun, manchmal denke ich, dass das Sprichwort gilt, dass "Tiere die besseren Menschen sind". Der letzte Satz mit dem gleichen Todesjahr verweist auf dei enge symbiotische Beziehung und Picasso und Lumß haben ein hohes Alter erreicht!
  • 17.01.2018, 08:09 Uhr
  • 1
Danke Valentin, da gebe ich dir recht. Die Treue eines Tieres übertrifft oft die der Menschen...
  • 17.01.2018, 15:11 Uhr
  • 0
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Danke Volker, es war mir mehr Freude als Mühe..
  • 16.01.2018, 16:53 Uhr
  • 1
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Volker Barth
Einfach gut recherchiert - somit habe ich jetzt einige Neuigkeiten gelesen - einen Dank an Deine Mühen!
  • 16.01.2018, 12:03 Uhr
  • 1
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