wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?

Am Dreikönigstag

Am Dreikönigstag
06.01.2018, 14:07 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Der König aus dem Morgenland
Ich war etwa sieben Jahre alt und tollte durch das alte Bauernhaus dem Hund hinterher. Die offene Tür der dunklen Scheune erlaubte den Blick auf die Strasse, vor der ein langer Graben ausgehoben wurde zur Verlegung der Kanalisation im kleinen Dorf!.
Ich blieb wie angewurzelt stehen!
Im Graben stand ein Mann nicht in der üblichen Arbeitskleidung, sondern er trug einen langen dunklen Wintermantel. Er schaufelte, wie die anderen Arbeiter, Erde auf den Grabenrand und obwohl die junge Märzsonne ihre zaghaften Strahlen spielen ließ, war ihm anzusehen, dass er sehr kalt hatte. Seine dunkle Hautfarbe hatte eine graue Blässe, die mir ein Leben lang im Gedächtnis haften bleibt.
Ein hochgewachsener, schöner Mann den ich sofort einordnete als einen der drei Könige aus dem Morgenland .
So sah ich den ersten Moslem meines Lebens.
Nach dem Algerienkrieg, der 1962 endete, wurde die Gegend, in der ich in Frankreich heran wuchs, von Flüchtlingen überschwemmt. All die, die sich zu der Kolonialmacht bekannt hatten, mussten aus ihrem Heimatland flüchten, da sie dort in Lebensgefahr waren.
Wie heute wurden Gemeinden unvorbereitet mit einem Strom von Flüchtlingen konfrontiert. Die Bewohner des Dorfes konnten sich fast zwanzig Jahre nach dem 2. Weltkrieg noch gut an die eigene Flucht erinnern, die sie vor der Armee Hitlers vom Westen des Landes an die Atlantikküste verschlug.
War es das immer noch lebendige Wissen über die Schmerzen des Krieges, Verfolgung und Flucht, die die Bewohner des Dorfes damals bewog nicht nach Integration zu fragen, sondern ihre selbstlose Hilfe zur Verfügung zu stellen?
Haben sie deshalb – noch – die Flüchtlinge als Mitmenschen im selben Boot verstanden und infolge dessen nicht nach der Erhaltung der eigenen Kultur , Hautfarbe und Religion selektiert und verlangt?
Mir sind die Schwierigkeiten und Probleme der heutigen Zeit durchaus bewusst die uns in Europa bedrängen, dennoch sollten wir in der Dringlichkeit vieler Geschehnisse, die Geschichte unsere Eltern nicht vergessen und primäre Werte wie die Menschlichkeit nicht aus den Augen lassen

Mehr zum Thema

31 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Dein Beitrag widerspiegelt eine humane dimenzion.diese worte druecke eine wahrheit aus dem aus dem herzen eines kleines maedchen stammen."On dit souvent que la vérité sort de la bouche des enfants."
  • 08.01.2018, 07:24 Uhr
  • 2
Merci wize.life-Nutzer oui c´est ainsi que j´ai vu cet homme, et je ne l´ai jamais oublié. Mais aussi la réaction de ma mère, elle lui a apporté une soupe chaude et je me souviens du sourire du réfugié.
  • 08.01.2018, 10:09 Uhr
  • 1
Tu sais,tes paroles etaient tellement sinceres que ca m a remue un peu.On ne peut etre juste,si on est pas humain.
  • 08.01.2018, 11:05 Uhr
  • 1
Dein Gedanke finde ich sehr schön und übersetze ihn mal:
"Man kann nicht gerecht sein wenn man nicht menschlich ist"
Dir einen guten Tag noch
  • 08.01.2018, 11:09 Uhr
  • 1
Vielen Dank fuer die Uebersetzung,hab einen schoenen Tag
  • 08.01.2018, 11:11 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Danke für deinen Beitrag, wie hieß es "im blauen Bock? "Es ist alles nur geliehen auf dieser Welt." --- uns auch, keiner kann was mitnehmen.
  • 07.01.2018, 15:31 Uhr
  • 2
Gut gesagt wize.life-Nutzer
  • 08.01.2018, 10:23 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Ein wichtiger Beitrag, der Erinnerungen weckt an Ereignisse und Situationen, die uns zum Nachdenken zwingen über unser eigenes Tun und Handeln in der Gegenwart. Nur wenn wir bereit sind, Mensschen in Not zu helfen, können wir hofffen und erwarten, dass auch uns Hilfe zuteil wird, wenn wir sie einmal dringend brauchen.
  • 07.01.2018, 00:14 Uhr
  • 3
Hilfe, eine Selbstverständigkeit für jene die sich die Werte des Abendlandes auf ihre Fahnen geschrieben haben,
Ich fürchte nur,dass viele damit nicht das gleiche meinen wie wir. Moin wize.life-Nutzer
  • 07.01.2018, 10:18 Uhr
  • 2
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Die nicht abebbenden Diskussionen um die Flüchtlinge und ihren "Wert" in dieser Gesellschaft sind Diskussionen auf hohem Niveau, von Menschen, die die Not nicht sehen können oder sie verdrängt haben. dDie Menschen in diesem Land leben seit über 70 Jahren in Frieden und Freiheit. Und diejenigen, die die Freiheit erst seit fast 40 Jahren kennen, dürfen für diese Freiheit auch dankbar sein.

Wir alle dürfen dankbar sein, für das was unsere Gemeinschaft uns allen heute bietet. Meinen Eltern, deinen Eltern, euren Eltern hatten diese Angebote nicht.
  • 06.01.2018, 15:10 Uhr
  • 7
Dem kann nichts hinzufügen Xilief , danke dir
  • 06.01.2018, 15:52 Uhr
  • 2
  • 06.01.2018, 17:26 Uhr
  • 0
  • 06.01.2018, 19:16 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
wize.life-Nutzer
Wie vorschnell wird verurteilt - das Leid der Flüchtlinge und die Gründe zur Flucht ausgeblendet.
Wir leben in einem Staat, eingebettet in der Europäischen Union, der uns seit Jahrzehnten eine friedliche Koexistenz mit unseren Nachbarländern sichert.
In diesen mehr als 70 Jahren Frieden scheint einigen ihre Menschlichkeit abhanden gekommen zu sein, statt wärmendes Blut fliesst Menschenkälte durch ihre Adern, mitfühlendes Denken in ihren zu Eis erstarrten Gehirnen ist nicht vorhanden.
Wie sonst soll ich mir das Erstarken eines Rassismus erklären, welches durch rechtsextremes Gedankengut zusätzlich auf das Heftigste geschürt wird.
Danke für deinen Beitrag
  • 06.01.2018, 14:41 Uhr
  • 9
Diejenige die du meinst, lieber wize.life-Nutzer sind unbelehrbar und deshalb auch sehr aggressiv . Ich fokussiere mich auf jene die alles tun um zu helfen. Das sind mehr als gedacht wird.
Heute am Dreikönigstag sollten sich die Unzufriedenen besinnen auf ihren christlichen Glauben.
Fremde Könige verbeugen sich vor einem Kind, sinnbildlich vor der Hoffnung für mehr Menschlichkeit!
  • 06.01.2018, 16:05 Uhr
  • 3
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Schon immer mussten Menschen flüchten, egal ob vor 2000 Jahren (oder noch früher), oder vor 200 Jahren, viele Deutschen (und Iren und andere Europäern) oder vor 75 Jahren (auch Deutsche, unter anderen viele jüdische Deutsche ) oder vor 50 Jahren, deine Geschichte
Oder heutzutage, wenn die Flüchtlinge zu uns kommen.

Und immer wieder wird Flüchtlingen geholfen, aber auch immer wieder gibt es Menschen, die Flüchtlinge kritisch beäugen, ablehnen, bis hin sie zu verteufeln, sie sogar verjagen wollen.

Was mich traurig und wütend macht, dass gerade Deutsche wieder so sehr dem Rassismus anhängen, dass das passiert, was gerade passiert.
Bevor diese Flüchtlingssituation begann, habe ich gedacht, Deutschland und alle Deutsche, wären aufgeklärt, modern, mitfühlend, weltoffen. Sie würden die unveräußerlichen Menschenrechte allen Menschen zugestehen und sie auch leben.
Ich habe mich geirrt, leider.
Ich dachte, in einem Deutschland, mit seiner Historie könnte Rassismus niemals mehr Raum gegeben werden.
Ich habe mich geirrt. Bin entsetzt
  • 06.01.2018, 14:32 Uhr
  • 15
Edel, danke für das Formulieren. Ich schließe mich dem an!
  • 06.01.2018, 14:35 Uhr
  • 2
Ich empfinde ähnlich , aber sehe um mich auch große Bereitschaft zum Helfen.
Ich denke und hoffe das Netz ist nicht das Spiegelbild des Landes, und die AfD/ CSU schon gar nicht!
  • 06.01.2018, 14:38 Uhr
  • 5
Malisa, ich gehe fest davon aus, dass es ganz viele Menschen mit 'Herzensbildung' gibt.
  • 06.01.2018, 14:43 Uhr
  • 2
Die Mehrheit der Menschen unseres Landes ist im Bunde mit der Menschlichkeit.
  • 06.01.2018, 14:50 Uhr
  • 3
Genau
  • 06.01.2018, 15:02 Uhr
  • 2
danke Malisa. Ich hoffe, es bleibt auch so.
  • 06.01.2018, 15:10 Uhr
  • 3
Wir schaffen das Ba Su. An dieser Stelle dir mal einen Dankeschön für deinen unermüdlichen Einsatz, hier im Forum in diesem Sinne
  • 06.01.2018, 15:13 Uhr
  • 4
ich bin Eine unter Vielen - du ja auch
  • 06.01.2018, 15:23 Uhr
  • 3
  • 06.01.2018, 15:53 Uhr
  • 1
Ich bin auch eine von sehr vielen.
Bin sicher, dass soziale Netzwerke nicht die Wirklichkeit widerspiegeln, sondern diese nur als Plattform genutzt/missbraucht werden, von den wenigen
  • 06.01.2018, 17:23 Uhr
  • 4
Zu diesem Schluss muss man kommen wenn man sich in seinem Umfeld umschaut.
  • 06.01.2018, 17:26 Uhr
  • 3
  • 06.01.2018, 18:38 Uhr
  • 1
  • 06.01.2018, 19:18 Uhr
  • 1
Es gibt sie, wie von euch beschrieben.....ich sehe es selber in unserer kleinen Stadt. Hilfe ist enorm vorhanden.
  • 07.01.2018, 15:57 Uhr
  • 2
:herz wize.life-Nutzer
  • 07.01.2018, 17:28 Uhr
  • 1
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren