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Echo für Farid Bang und Kollegah: Toten-Hosen-Frontmann Campino rechnet mit Rapper-Duo ab

News Team
13.04.2018, 08:37 Uhr
Beitrag von News Team

Die diesjährige Echo-Verleihung ist von Antisemitismus-Vorwürfen gegen die Rapper Farid Bang und Kollegah überschattet worden. Bereits im Vorfeld hatte es laute Kritik gegeben, dass das Duo trotz vermeintlicher antisemitischer Textzeilen für den wichtigsten deutschen Musikpreis nominiert worden war.

So heißt es Farid Bangs und Kollegahs gemeinsamen Song "0815":

Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen.

Die Ethikkommission prüfte den Song, beließ es aber bei der Nominierung. Am Ende erhielten Bang und Kollegah den Echo 2018 in der Kategorie "Hip Hop National".


Campino: "Grenze überschritten"


Zuvor hatte Tote-Hosen-Frontmann Campino seinen Preis in der Kategorie "Rock National" entgegen genommen. In seiner Dankesrede kritisierte er die Nominierung der umstrittenen Rapper heftig.

Ich mache mit den Toten Hosen seit über 30 Jahren Musik. Ich bin ein bisschen vom Fach. Das Stück über das sich alle streiten, kommt aus dem Battle Rap, wo es darum geht, sich gegenseitig zu toppen. Wenn man das bedenkt, relativiert sich alles. Wir sollten keinen tieferen Sinn suchen, wo es keinen Sinn gibt. Im Prinzip halte ich Provokation für gut und richtig. Aus ihr heraus können verdammt gute Sachen entstehen.

Habe Provokation aber eine frauenfeindliche, homophobe, rechtsextreme oder antisemitische Form, würde eine Grenze überschritten, so der Sänger weiter.

Ich bin nicht die Bundesprüfstelle und auch nicht die Ethikkommission. Aber ich spreche für alle, die so denken wie ich: Verbote und Zensur sind nicht die Lösung. Ich hoffe, dass wir durch solche Auseinandersetzungen zu einem anderen Bewusstsein finden, was noch erträglich ist und was nicht.

Rapper-Duo kontert Kritik


Die beiden Rapper schossen in ihrer Dankesrede zurück:

Nachdem der Ethikausschuss darüber entschieden hat, sich dann noch als Künstler, der aus derselben Stadt kommt wie wir, als moralische Instanz aufzuspielen und uns an den Pranger zu stellen ist stillos, und gebührt so einem großen Künstler wie Campino nicht.

Kollegah hielt eine Karikatur von Campino mit Heiligenschein in die Luft. Er habe als "Zeichen des Friedens" ein Portrait gezeichnet, das er für einen guten Zweck versteigern wolle.

Die Zuschauer waren davon wenig beeindruckt. Gellende Pfiffe begleiteten die Rede. Doch fest steht auch: Wenn ihre Musik mit den vermeintlich antisemitischen Textzeilen nicht gekauft worden, wären Farid Bang und Kollegah überhaupt nicht nominiert worden.

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