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Lauritz liest: „Drei Männer im Schnee“ - auch im Sommer ein Genuss

Lauritz liest: „Drei Männer im Schnee“ - auch im Sommer ein Genuss

Lauritz Müller
24.05.2013, 17:47 Uhr
Beitrag von Lauritz Müller

Erich Kästner ist durch seine Kinderbücher weltberühmt geworden. Weniger bekannt, aber dennoch in meinen Augen genauso beachtenswert, sind seine Geschichten für die Älteren unter uns. Insbesondere der Roman „Drei Männer im Schnee“ hat es mir angetan. Die rasante Verwechslungskomödie lässt mit Sicherheit kein Auge trocken.

Erich Kästner – klar, wer kennt den nicht? Seine Geschichten um Pünktchen, Anton, Emil, Pony Hütchen und das doppelte Lottchen sind wohl den meisten ein Begriff. Gerade auch durch die zahlreichen Verfilmungen seiner Jugendromane hat Kästner einen Stellenwert als Kinderbuchautor erreicht, den ihm wahrscheinlich so schnell keiner streitig machen wird. Was weniger Leuten geläufig sein dürfte: Im Werk des Schriftstellers befinden sich durchaus auch Romane für die erwachsene Leserschaft.

Unter ihnen ist einer, der mich beim ersten Lesen sofort so gefesselt hat, dass ich ihn an einem Nachmittag durch hatte: „Drei Männer im Schnee“ aus dem Jahr 1934. Vor allem weil ich alte Gepflogenheiten unglaublich spannend finde und ihnen teils mit nostalgischem Blick nachweine, hat mich diese Geschichte so in ihren Bann gezogen. Davon finden sich nämlich in der Geschichte jede Menge.

Ein Millionär, ein Anruf und haufenweise Verwechslungen

Es sind zwar nur Kleinigkeiten, die für die Handlung nicht entscheidend sind, dennoch machen sie für mich nicht zuletzt den Reiz des Romans aus: Da wird schon mal nach einem einzigen gemeinsamen Nachmittag der Entschluss gefasst zu heiraten. Da wird man schon mal schief angeschaut, weil man in Eile vergessen hat, eine Krawatte umzubinden. Da ist man schon mal tagelang aufgeregt, weil ein Telephonat mit dem Sohn ansteht.

Aber von vorne. Alles beginnt mit einem Preisausschreiben. Der Hauptgewinn: ein mehrtägiger Aufenthalt im „Grandhotel Bruckbeuren“ in den Alpen. Unter den Gewinnern ist nicht nur der arbeitslose Werbetexter Hagedorn, sondern auch der Initiator der Verlosung selbst, der millionenschwere Geheimrat Tobler. Dieser ist der gekünstelten Fürsorge, die ihm als Millionär überall zuteil wird, überdrüssig. Also entschließt er sich, unter einem Decknamen anzureisen, um einer Sonderbehandlung zu entgehen.

Doch Toblers Tochter kriegt Wind von den Plänen. Sie ruft die Hoteldirektion an und warnt sie vor einem schäbig aussehenden Gast, hinter dessen abgegriffenen Klamotten sich ein angesehener Millionär versteckt. Sie hofft, so dem Vater eine geringschätzige Behandlung durch das Personal des Nobelhotels zu ersparen.

Womit sie nicht gerechnet hat: Auch der zweite Gewinner des Preisausschreibens, der arbeitslose Hagedorn, reist als einfacher Mann an. Und da er vor Tobler eintrifft, hält die Belegschaft des Hotels ihn für den verkappten Millionär, bereit, dem nichtsahnenden jungen Mann jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Die Verwicklung nimmt ihren Lauf …

Eine rasante Urlaubsreise

Um nicht zu viel vorwegzunehmen: Der falsche Millionär ist nicht die letzte Verwechslung in der Geschichte. Was den Roman, abgesehen von den liebevollen Details, so unterhaltsam macht, ist die temporeiche Abfolge der Ereignisse. Schlag auf Schlag rauschen die Protagonisten von einer Überraschung in die nächste, so dass das Ganze beinahe Broadway-Charakter bekommt. Einzig der Leser kann hier halbwegs den Überblick behalten.

1 Kommentar

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Ich habe fast alles von Erich Kästner gelesen, auch dieses. Schöne Beschreibung
  • 25.10.2013, 11:49 Uhr
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