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Diesseits und Jenseits

11.05.2016, 13:13 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Fast in der Mitte des schmalen Pfades bleibe ich stehen, überlege, soll ich die Schritte gehen an den Ort, an den unfassbaren Ort?
Begleitet von einer Stimme, inmitten mannshoher Rosenbüsche, deren Dornen nach mir greifen.
Hier, genau hier, muss es gewesen sein.
Vater trug ihn, den kleinen Hans, seine Haare tropfnass, die Lippen bläulich, sein Körper blass, leicht wie eine Feder.
Tot bleibt tot.
Nach wenigen Metern erreiche ich die Gartenpforte, das Holz marode. Anders als marode habe ich sie nicht in Erinnerung.
Ach wie schön, Mutters wildes Blumenbeet. Hummeln, Bienen und sonstiges Getier, kreisen brummend um wilde Blüten.
Unweit das Grab von meiner Mine. Meine treue Hündin.
Da ist aber auch nichts mehr, außer Entkräftetes Grün.
Dicht am Haus der Stumpf einer Kastanie, als Kind gepflanzt von meinem Bruder.
Der Neue hat sie gefällt, nach Aller Tod.
Ich rieche moder, die Tide setzt ein, hier dicht an der Elbe.
Es wird Zeit für mich, bevor die Dämmerung mich frösteln lässt.
Meine Gedanken dulden keine Dämmerung, noch bin ich nicht soweit.
Für jetzt langt es, das Diesseits, es hat mich gleich wieder.
Alles hat einen Sinn, es fügt sich wie in einem Setzkasten, bleibt dort für viele Jahre, bis Ordnung einkehrt.

© Peter Böttcher

1 Kommentar

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"Jenseits von Eden" Peter-Piet. Das fällt mir jetzt gerade dazu ein!
  • 12.05.2016, 10:39 Uhr
  • 1
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