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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Peter Leopold
29.05.2016, 04:08 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Wenn man vor einer Situation steht, die ausweglos erscheint oder wenn man sich etwas wünscht, das bisher unerreichbar geblieben ist, erhält man oft als Trost den Kommentar "Die Hoffnung stirbt zuletzt". Als wollte man sagen, dass man realistisch gesehen nichts mehr tun kann, um seine Situation zu ändern. Und ich wäre der Letzte. der den Hang hätte, ein Ziel aufzugeben. Aber Hoffnung alleine ? Kann man sich damit wirklich solange über Wasser halten?

Vor ein paar Tagen war in verschiedenen Medien zu lesen, dass ein "mögliches Heilmittel" für Multiple Sklerose Patienten entdeckt wurde. Für die Betreffenden mag das erst einmal Begeisterungsstürme ausgelöst haben. Und bei 140.000 Menschen an Multipler Sklerose Erkrankten alleine in Deutschland ist das eine ganze Menge. Wie MS entsteht, konnten Forscher bislang nicht genau klären. Es wurde im weitesten Sinne ein Zusammenspiel aus Erbgut und Umwelteinflüssen hinter der Erkrankung. vermutet.

Nun wurde an den Universitäten Duisburg-Essen und Münster eine mögliche Ursache gefunden und "zufällig" auch ein passendes Mittechen, das Heilung bringen könnte. Es handelt sich bei dieser Ursache um den Blutgerinnungsfaktor XII. Der FXII-Spiegel sei im Blut von Patienten mit Multipler Sklerose während eines Krankheitsschubs besonders hoch. Das Protein Infestin-4, das die Forscher aus einem Blutsauger namens Raubwanze gewonnen haben, blockierte das FXII.

Nach der anfänglichen Euphorie muss man aber auch ein wenig Distanz gewinnen, denn selbst wenn es gelingen könnte, dieses Protein entsprechend einzusetzen - was übrigens noch Jahrzehnte dauern könnte - würde es nur bei einem schubförmigen Verlauf der Krankheit wirken, nicht aber bei einem progredienten Verlauf, der mindestens ein Drittel aller Erkrankten betrifft. Hoffnung hatte der aufmerksame Leser bis zu den Worten "..während eines Krankheitsschubs" und "..wird noch Jahrzehnte dauern"

Hauptsache, es wurde eine große Sensation angekündigt - und für die Forschung mag das ja auch so sein... Für den einzelnen Patienten waren die Berichte am Ende wieder einmal nicht mehr als eine Luftblase. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt...

16 Kommentare

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Guten Morgen Peter

Das ist garnicht so einfach, eine unheilbare Krankheit zu haben und dann auf eine eventuelle Heilung hoffen zu können und dann ist das doch wieder nichts, denn jeder Schub in dieser Krankheit ist eigentlich eine Verschlechterung. Also kann dieses Mittel im Moment nur bei Verschlechterung eingesetzt werden. Ob es für jeden Patient verträglich ist, wird wohl auch noch zu erforschen sein.

Ich hoffe dass die Forschung weitere schnelle Fortschritte macht.

Dir/Euch einen schönen Sonntag
  • 29.05.2016, 04:20 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Mooorgääähn! Speziell in diesen Fällen wird angenommen, dass es alle 6 Jahre eine gravierende Verschlechterung gibt. Ein Mittel gibt es eigentlich noch gar nicht. Es ist eine Prognose. warum das allerdings in diesem Stadium schon veröffentlicht wird, verstehe ich nicht so ganz. Dir auch einen schönen Sonntag
  • 29.05.2016, 04:32 Uhr
  • 1
Ich verstehe das auch nicht Peter...
  • 29.05.2016, 04:33 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Na dann sterben wir Beide doof
  • 29.05.2016, 04:35 Uhr
  • 1
Nicht ganz Peter.. ich weis dass es verschiiedene MS gibt, der Mann einer ehemaligen Kollegin hat gut schon 30 Jahre MS.. er hat Probleme mit den Augen, kann aber immer noch mit einer Brille ausgeglichen werden nur Auto fahren darf er nicht mehr... bis jetzt haben die Arzneien gut bei Ihm angeschlagen.... ein ganz anderer Fall erlebte ich in einer Reha, ein sehr liebeswürdiger Mensch, er konnte ohne Stütze schon nicht mehr gehen.. er bakm in der Reha einen Schub, kam ins Krankenhaus, ich habe Ihn nie wieder gesehen und der Mann war noch jung ...
Durch die unterschiedlichen Auswirkungen finde ich ist es eine unberechenbare undurchschaubare Krankheit.

Mir hat ein Doktor erklärt dass diese Krankheit "vemutlich"
auf die Bestandteile und Übereinstimmung der Blutgruppen
zurückzuführen ist, was frür in der Schwangerschaft ja nicht kontrolliert wurde, es kann sich über Generationen verbreiten, aber 100% weis das niemand.
  • 29.05.2016, 04:49 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Heisst ja auch die Krankheit mit den 1000 Gesichtern. Ich denke aber auch, dass es z.T. eine Frage des Willens ist. nach 2 1/2 Jahren im Rollstuhl habe ich auch gesagt "DAS kann es doch nicht gewesen sein" und heute schaffe ich wieder 10 km zu Fuß. Viele lassen sich aber auch hängen und das halte ich für grundfalsch...
  • 29.05.2016, 04:57 Uhr
  • 1
Das würde ich so nicht beihaupten wollen.. Du hattest die Möglichkeit an Dir zu arbeiten, ein anderer Mensch hat nichtmal eine Chance.. natürlich gibt es auch Menschen die sich, wie Du es ausdrückst hängen lassen, das ist aber schon bei viel leichteren Krankheiten der Fall.. nur ich kann es nicht beurteilen, nicht jeder Mensch hat die Kraft sich gegen seinen Körper durchzusetzen.
  • 29.05.2016, 05:02 Uhr
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Nachtrag: dass Du es heute wieder schaffst ca 10 km gehen zu können finde ich eine starke Leistung..
  • 29.05.2016, 05:04 Uhr
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Peter Leopold
Ich weiß nicht, ob es "schwer" ist, sich gegen den eigenen Körper durchzusetzen. Ich habe es einfach gemacht. Aber es war immer meine Devise: Ich will das und ich mache das. Und ich lasse nicht zu, dass sich etwas in den Weg stellt - und schon gar keine Krankheit...
  • 29.05.2016, 05:05 Uhr
  • 1
Du bist eben eine Kämpfernatur.. andere Menschen sind das vielleicht auch, aber sie geben sich auf, sehen keinen Sinn mehr im Leben, ich weis nicht wie es bei Dir aussehen würde, wenn Du keine Familie hättest.. weist Du Peter es ist so schnell gesagt ein schwacher Mensch, vielleicht ist dieser Mensch nur sehr, sehr einsam ??!!
  • 29.05.2016, 05:08 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Sagen wir mal so...Eine Familie wie jetzt hatte ich vorher nicht - lediglich Verwandte zu denen es bis heute keinen Kontakt mehr gibt. D.h. es war damals eine ganz andere Situation. Den Drang nicht aufzugeben, hatte ich immer - unabhängig von den Lebensumständen.
  • 29.05.2016, 05:13 Uhr
  • 1
Peter.. ja sehr gut, aber jeder Mensch ist anders eingestellt
jeder Mensch hat ein anderes Denken, empfindet fühlt anders.

Nehmen wir doch nur mal dieses Forum.. wie unterschiedlich können Menschen sein.. auch wenn es für uns unverständlich ist.
  • 29.05.2016, 05:16 Uhr
  • 0
So... und ich gehe jetzt mal etwas frühstücken, dass ich meine Medi einnehmen kann...
Machs gut Peter und passe auf Dich auf !!!!!
  • 29.05.2016, 05:17 Uhr
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Peter Leopold
Es darf ja gerne jeder seine Einstellung zu den Dingen behalten Ich halte es nur nicht für besonders sinnvoll, einfach aufzugeben... Ich passe doch immer auf mich auf Schönen Tag noch
  • 29.05.2016, 05:18 Uhr
  • 1
Danke auch für Dich Peter
  • 29.05.2016, 05:18 Uhr
  • 0
  • 29.05.2016, 05:19 Uhr
  • 0
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