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Wenn sich Missbrauch wiederholt

Wenn sich Missbrauch wiederholt

Peter Leopold
07.07.2016, 05:33 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Es ist schon schlimm genug, wenn Frauen bei einem Date oder sogar in einer Beziehung sexuell missbraucht werden. Aber es kann noch schlimmer kommen - viel schlimmer. Und das sollten sich die Täter durchaus einmal für die eigene Person vorstellen. Warum ? Weil es auch genügend Männer gibt, die missbraucht werden. Und da ist die Dunkelziffer bedeutend höher, als reale Zahlen, denn es erfordert genau das, was Missbrauchsopfer nicht mehr haben: Mut, sich zu den Vorkommnissen zu bekennen. Und das ist für Männer besonders schlimm.

Während ein Täter denkt (wenn er denn denkt), dass es sich ohnehin nur ein paar kurze Momente handeln würde und dass zumindest ein stillschweigendes Einverständnis vorhanden war, weil sich das Opfer ja nicht, oder zu wenig gewehrt hätte, erlebt gerade ein Missbrauchsopfer die Situation immer wieder - im Schlaf, in Attacken der Panik, bei der Wahrnehmung von Gerüchen oder Geräuschen, aber auch in Folgesituationen, die unvermeidbar sind.

Es ist keine Frage, das eine Strafanzeige folgen MUSS, wenn sich derartige Dinge nicht real wiederholen sollen, denn es gilt: Einmal Täter - immer Täter. Und das ist bereits das erste Mal, dass Bilder wiederkommen, die man gerne vermeiden möchte. Aber es ist sogar erwünscht, dass man sich an jedes Detail erinnert, auch wenn Viele ein gedankliches Blackout nach einer solchen Situation haben.

Der nächste Punkt ist die ärztliche Untersuchung, die zurecht als besonders unangenehm empfunden wird. Nicht zuletzt, weil sie einen weiteren Eingriff darstellt, BEVOR man die Möglichkeit hatte, sich zu duschen. Auch das empfindet ein Opfer oft als Wiederholung des Missbrauchs. Der dritte Punkt ist irgendwann die Gerichtsverhandlung, bei der man übrigens nicht zwangsläufig dem Täter gegenüber stehen muss - wie Viele immer wieder denken.

Und dazwischen ? Albträume, immer wieder kehrende Alltagssituationen, die an die Missbrauchssituation erinnern und im schlimmsten Fall die tägliche Begegnung mit dem Täter. In den meisten Fällen kommt Dieser nämlich aus dem direkten Umfeld des Opfers. Schweigen ist die schlechteste Lösung - auch wenn es erst einmal der einfachste Weg zu sein scheint. Egal, um wen es dabei geht - das Schweigen schwächt die eigene Position und stärkt den Täter. Eine der gravierendsten Konsequenzen ist in vielen Fällen das "Borderline Syndrom" welches zwar behandelbar, aber nicht heilbar ist. Und je länger das Opfer alles in sich hinein frisst, umso wahrscheinlicher sind langjährige Schäden.

Nein, tot schweigen kann man nichts, denn die Schatten holen das Opfer immer wieder ein. und es erfordert harte Arbeit an sich selbst, wenn man mit dem Erlebten fertig werden will. Tätern ist das völlig egal, denn so etwas wie Gewissen sollte man nicht erwarten.. Auch in sozialen Netzwerken lauern sie auf ihr nächstes Opfer und viel zu oft läuft man blind in diese Situationen hinein. Darum gilt besonders Online:

  • Nur dann treffen, wenn man bereits zuverlässige persönliche Daten des Anderen hat
  • Niemals zu einem Treffen gehen, ohne einen guten Freund vorher davon zu erzählen
  • Von der rosaroten Wolke herab steigen und nicht alles blind glauben
  • Auf sein eigenes Bauchgefühl hören
  • Nutzer mit "Lockbildern" wie Kinder meiden
  • Selbst keine Kinderbilder einstellen. Pädophile suchen nach Frauen mit Kindern
  • Finger weg, wenn sich das Gegenüber mehr für Eure Kids interessiert, als für Euch selbst
  • Selbstvertrauen zeigen. Täter suchen sich vermeintlich schwache Menschen aus
  • Auch einmal unbequeme Fragen stellen, die man selbst als peinlich empfinden würde.

Man sollte nicht paranoid werden, und hinter Jedem einen "bösen schwarzen Mann" vermuten. Aber ein Wenig Vorsicht ist immer angebracht. Sexualstraftäter sind fast immer Wiederholungstäter. Daher sollte man auch einmal auf andere Nutzer hören, die sich bereits mit dem Betreffenden getroffen haben - auch wenn Behauptungen nicht immer stimmen müssen. Das "Argument", dass man für Täter ab einem gewissen Alter nicht mehr interessant wäre. kann man nicht gelten lassen. Ich habe Opfer kennen gelernt, die weit über 60 waren und nicht zu spät pubertierenden Beautyqueens gehören.

UPDATE: 12:37

Künftig sollen laut Gesetzentwurf auch Fälle als Vergewaltigung gelten, in denen der Täter sich über den „erkennbaren Willen des Opfers“ hinwegsetzt – zum Beispiel, wenn das Opfer weint oder „nein“ sagt. Bisher musste in der Regel eine heftige Gegenwehr des Opfers nachweisbar sein, damit man von einer „Vergewaltigung“ sprechen konnte. Außerdem soll der Tatbestand des „Grapschens“ hinzukommen sowie der Strafbestand sexueller Angriffe aus einer Gruppe heraus

Die Verschärfung des Sexualstrafrechts wurde soeben im Bundestag angenommen!

7 Kommentare

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Ein ganz schreckliches Thema !
Leider ist es immer noch so , das der meiste Mißbrauch in der Familie statt findet und leider sehr oft immer noch weggeschaut / verschwiegen wird !
So werden die Kinder doppelt mißbraucht , weil sie in der Familie / der
Verwandtschaft kein Gehör bekommen
Zudem es ein Spießrutenlauf bei der Polizei und dann bei Gericht kommt !
  • 07.07.2016, 08:46 Uhr
  • 4
Peter Leopold
DAS ist leider tatsächlich so
  • 07.07.2016, 08:48 Uhr
  • 2
Ich hab ja Kontakte zum Kinderschutzbund , da tun sich
immer noch Abgründe auf !
Kinder haben bei uns in D immer noch keine Lobby
  • 07.07.2016, 08:50 Uhr
  • 1
Die Kinder werden ja auch bedroht "wehe du erzählst der Mama was, dann muss die Mama sterben" oder in der Art.
Es ist schrecklich für die Kinder, die ihr Urvertrauen für immer verlieren.
  • 07.07.2016, 08:52 Uhr
  • 4
Es wird ihnen sehr oft nicht geglaubt , auch in der Schule nicht !
Und die Jugendämter sind sehr oft hoffnungslos unterbesetzt
Ein Mitarbeiter für ein ganzes Stadtteil
  • 07.07.2016, 08:55 Uhr
  • 1
Peter Leopold
D.S. genau DAS ist das Parade-Druckmittel, um Kinder zum Schweigen zu bringen
  • 07.07.2016, 09:15 Uhr
  • 1
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  • 07.07.2016, 06:50 Uhr
  • 0
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