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Wie Bestager zu Messies werden – und warum?

Wie Bestager zu Messies werden – und warum?

Helmut Achatz
24.02.2017, 09:21 Uhr
Beitrag von Helmut Achatz

Nippes hier und stapelweise Zeitschriften dort, dazu Tassen mit Sprung sowie leere Shampoo-Flaschen – alles wird angehäuft und weggelegt. Über kurz oder lang verwandelt sich ein Wohnzimmer in eine Müllkippe. Wie kommt es aber, dass aus Bestagern Messies werden – warum ist das so?

Manche schaffen es psychisch nicht mehr, alles Überflüssige aufzuräumen, manche alte Menschen auch physisch nicht mehr – und dann verlieren sie die Kontrolle. Wie so etwas passieren kann, beschreibt das SWR Fernsehen.
"Alt sein. Die Knochen tun weh, der Kühlschrank füllt sich nur schwer und dann noch dieser Haushalt. Wie soll man das nur schaffen? Viele ältere Menschen haben häufig wenig Kontakt mit ihren Angehörigen, wohnen allein oder leiden zum Beispiel an Demenz. Irgendwann stellen sie fest, dass sie ihren Alltag nur noch schwer meistern können und der Wohnungsputz auf der Strecke bleibt. Oft ist es dann schon zu spät.
Wenn aufräumen allein nicht mehr hilft, ist ein professioneller Müllentsorger gefragt. Sie haben oft den Auftrag, Wohnungen komplett leer zu räumen und sauberzumachen. Die Verursacher würden sie meist nicht mehr kennenlernen, so der pfälzische Entrümpler Matthias Witzel, aber die Fälle würden sich oft ähneln.
Doch woran liegt das? Oftmals stirbt der Ehepartner oder der Bezug zum Angehörigen nimmt ab, ältere Menschen fallen schnell in ein Loch und wollen es selbst nicht wahrhaben, hilflos zu sein. „In der heutigen Gesellschaft guckt nicht mehr jeder nach der Nachbarschaft“, sagt Matthias Witzel.
Er hat schon viel Dreck gesehen. Ihn anzufassen, kein Problem, den Geruch zu ertragen, eine Herausforderung. „Ich sag es ehrlich, ich bin das schwächste Glied in der Kette. Ich bin der, der sich auch manchmal übergeben muss.“ Aber nicht nur der Gestank ginge Witzel an die Nieren, oft berühre ihn auch das Schicksal dieser Menschen und das sei oft noch einprägender als die ganze Arbeit. Selbst eine Leiche in der Wohnung mussten die Entrümpler einmal vorfinden."

Eine der häufigen Ausreden von Messies ist „Ich werde es vielleicht mal brauchen“ – ein Totschlag-Argument, wie jeder schnell begreifen dürfte. Damit lässt sich alles abbügeln und jeder Anflug von Aufräumen unterlaufen.

Mehr dazu unter vorunruhestand.de

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