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Nächtliche Begegnung

Nächtliche Begegnung

26.04.2017, 18:10 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Meine jüngste Tochter Luzie, sie ist drei Jahre alt, verwundert mich immer wieder aufs Neue.
Gestern Nacht weckte sie mich mit lautem Rufen und verlangte nach einem Fläschchen. Als ich damit einige Minuten später ihr dunkles Zimmer betrat, das nur von einem Nachtlämpchen für die Steckdose diffus beleuchtet wurde, schien sie in eine angeregte Unterhaltung verwickelt mit jemandem, den ich nicht sehen konnte.
Sie kicherte und brabbelte etwas in einer Sprache, die ich nicht verstand und blickte währenddessen lächelnd an mir vorbei und fixierte mit ihren Augen den Bereich vor ihrem Fenster.

Als ich wissen wollte, mit wem sie denn da redete, sagte sie wie selbstverständlich, das seien die Engel.
Ich grinste, weil ich das so süß fand und wollte von ihr wissen, wie die Engel aussehen.
Sie sagte, "sie sind weiß, mit weißen Flügeln und tragen die Sonne."
Dann fragte ich, "und wo wohnen die Engel, mein Schatz?".
Da antwortete sie: "Aber Mama, weißt du das denn nicht? Sie wohnen im Licht!".
Ich war sprachlos und Tränen schossen in meine Augen, denn folgende drei Dinge kamen mir in den Sinn:
Gott spricht, "ich bin die Liebe, das Leben und das Licht."
Menschen, die Nahtoderfahrungen machen, berichten davon, dass sie ins Licht gehen wollten.
Und Engel werden seit Menschengedenken auch als Lichtwesen bezeichnet.
Von all dem hat meine Kleine aber noch nie etwas gehört.
Trotzdem scheint sie es zu wissen.
Woher?

Einige Zeit später, als ich längst wieder in meinem Bett lag, und versuchte Schlaf zu finden, erkannte ich die wahre Bedeutung der Sonne, die die nächtlichen Besucher bei sich trugen.
Hatte ich im ersten Moment an eine Art kleine, strahlend goldene Kugel in ihren Händen gedacht, mit der ich jedoch nichts anzufangen wusste, war mir nun auf einmal klar, was Luzie damit gemeint und mit ihrer kindlich bildhaften Sprache, eigentlich sehr deutlich ausgedrückt hatte:
die Heiligenscheine, deren Strahlen wie eine Sonne die Häupter der Engel einrahmen, wohl so, wie es auf Gemälden alter Meister dargestellt ist.
(Ich habe mit ihr nie derartige Kunstwerke betrachtet, wir gehen auch nie in die Kirche.)

Dieses nächtliche Erlebnis hat mich sehr aufgewühlt.
Aber zugleich beruhigt es mich, weil es mir zeigt, dass es eine gütige Kraft
geben muss, die wir Erwachsenen zwar nicht sehen können, die aber dennoch allgegenwärtig ist.

Danke, mein Kind.

(24. März 2016)

6 Kommentare

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eine wunderbare, mysteriöse Geschichte, und vielleicht zeigt sich Gott ja auch manchmal auf diese Weise.
  • 13.05.2017, 23:06 Uhr
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Es gibt da ein schönes Buch:"Mama ich war schon mal Erwachsen" und da wird schön erklärt das sich Kinder bis ca 6 Jahre an frühere Leben erinnern können, hoch interessant zu lesen
  • 29.04.2017, 14:55 Uhr
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danke schön, dass du diese Hoffnung mit uns teilst
  • 26.04.2017, 20:17 Uhr
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Wie wunderbar deine Tochter ihren Glauben erklärt hat. Schade, dass wir uns den Kinderglauben nicht erhalten haben.
  • 26.04.2017, 19:47 Uhr
ich weiß nicht, ob wir es können...oder dürfen...

mir ist schon öfter aufgefallen, dass kinder dinge sehen (außerhalb von phantasiebegleiteten spielen), die den erwachsenen verborgen bleiben...je älter sie werden, desto mehr schwindet diese fähigkeit...

ich denke, ein grund dafür könnte sein, dass wir lernen sollen, zu vertrauen!
weil vertrauen die basis dessen ist, was alles zum guten wenden kann, wenn man sie sich zur grundlage des eigenen lebens und handelns macht: die liebe...
  • 26.04.2017, 19:55 Uhr
Rose so ist es
  • 26.04.2017, 19:59 Uhr
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