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Die Mitte oder wie man Begriffserklärungen auseinander nehmen kann!

23.07.2017, 16:53 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Früher gab es den Mittelstürmer, heute die neun hinter den Spitzen oder den "Stossstürmer" . Hört sich ein wenig archaisch an. Früher bedeutete in der Mitte seines Lebens stehen, das man so Anfang 40 bis knapp unter 50 war. Das Haus gebaut, die Kinder noch in der Schule oder schon "mitten" im Studium, das Ende der Karriereleiter erreicht und somit eigentlich am Ziel Falls man das so sagen kann.

Die Mitte kann also entweder etwas angestaubtes ausdrücken oder ein Ziel definieren. Hat man seine Mitte gefunden scheint das in der Wahrnehmung der anderen etwas positives zu sein. In der Mitte von was wäre jetzt meine Frage? Mitten im Chaos, mitten im Spaß, mitten in der Depression, mitten in der Selbstzufriedenheit? Es ist schwierig etwas zu beurteilen oder über etwas zu schreiben was jeder anders definiert. Die Mitte scheint aber tendenziell positiv besetzt zu sein, also außer wenn es um Leistung geht. Da wird das Wort "mittelmäßig" eher abwertend benutzt. Liegt aber wohl hier an dem kleinen Wörtchen "mäßig". Wobei es mir nicht bekannt wäre, dass es in diesem Zusammenhang auch ein "mittelsuper" gibt. Man merkt, auch das würde nicht positiver wirken. Also ist man, wenn man in der Mitte befindet, doch eher auf dem absteigenden Ast? Oder kann man hier die philosophische Frage nach dem halb vollen und dem halb leeren Glas einbringen?

Wenn ich mich in der Mitte befinde, dann bin ich erst mal in Sicherheit, bin Teil von etwas und auf jeden Fall auf dem Weg, entweder vor oder zurück, runter oder rauf, meistens jedenfalls. Ich bin Teil von etwas, einer Gruppe, eines Schwarms, einer Herde, ja man kann durchaus mal das Tierreich zum Vergleich heranziehen. Ich bin weg vom Anfang und weg vom Ende. Mittig also. Zeit um eine Pause zu machen. Hinsetzen, durchatmen, zurück schauen, Kräfte sammeln, inne halten. Die Mitte scheint also ein Ruhebänkchen zu sein. Kein Ende, kein fertig sein, keine Resignation, keine Überheblichkeit, keine Arroganz. Ich bin gerne in der Mitte, zumindest in der Mitte meines Lebens, obwohl ich da laut Statistik schon lange drüber bin. Ich bin nicht fertig - eher im Aufbau, ich bin nicht weise - eher nicht mehr ganz so dumm, ich bin nicht gelassen, - vielleicht gelassener ich bin keine 20 mehr und auch keine 30, ich muss nicht mehr mithalten können um mich zu beweisen, ich verhalte mich nicht altersgemäß, was immer das heißen mag, ich versuche das Leben besser zu verstehen. Mich mittig zu halten, nicht abzustumpfen, nicht der Jugend hinterhertrauern, geistig fit zu bleiben und am Puls der Zeit, geistig flexibel, Veränderungen gegenüber offen zu bleiben.....

Die Mitte ist also kein Qualitätsurteil, sondern eher ein Zustand der sehr flexibel sein kann, oder auch erstarrt. Wenn man politisch mittig eingeordnet wird, oder sich in der Hinsicht outet, dann ist man bei einigen Gruppierungen schon ein schlafendes Mitglied des Volkes, wobei ich mich immer frage wer ist denn DAS Volk?? In einer Zeit wo links und rechts die Mehrheiten zur Macht gesucht werden, wo politische Vernunft und Besonnenheit mehr als gefragt sind, ist Flagge zu zeigen besonders wichtig. In der Mitte zu stehen heißt eben auch zu Werten zu stehen. Und darum bin ich gerne in der Mitte. Denn hier wird man auch gewärmt und hier kann man sich auch mal ausruhen und sich in Sicherheit wähnen. Kein Zustand der Dauerhaft bleiben kann und wird, aber ein Zustand der erstrebenswert ist.

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2 Kommentare

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was für ein sensibles Thema ... das mit der Mitte... dazu hab ich ein Buch....irgendwo.... wenn ich bloß wüsste wo, genau, könnte ich leicht daraus abschreiben.... doch es ist wahrscheinlich in einer meinen aussortierten Bücherkisten gelandet....aber es hat den Titel ,,die Mitte fühlt sich leicht an" das kann ich mir gut merken! Und ich empfinde es auch so für mich, meine Mitte fühlt sich dann leicht an wenn ich bei mir bin, in mir bin, angekommen bin, eben in meiner Mitte. Ich meine damit nicht das äußere Chaos das ich so oft verbreite und dann wieder darin zur Mitte finden muß, denn dies dauert oft mal etwas länger nein ich meine schon die seelische Mitte in mir. Um diese zu erreichen darf ich nicht zu träge sein sondern muß aktiv werden, heißt für mich ich besuche einen Jogaabend oder besser ist für mich da noch Kreativität in Form vom Ausdrucksmalen oder bei mehr Zeit das Bildhauern. Bei diesen Formen der Kreativität etwas mit den Händen zu erschaffen komme ich automatisch nach einer kurzen Zeit zu mir und bleibe auch nach den Arbeiten, manchmal noch recht lange, auch im täglichen leben bei mir, in meiner Mitte, obwohl sie am mittigsten ist während der Kreativität. Weiter komme ich auch immer mal wieder zumindest ansatzweise an die innere Mitte heran wenn ich mich erhole, nach der Arbeit ausklinke und ein Buch weglese, weil es mich vom ersten bis zum letzten Blatt eingenommen hat. Was mir gut tut und wenn ich mich dabei wohl fühle, z. B. mich in der Natur aufhalte, bei uns gibts da mehrere Plätze, die dafür geignet sind, komme ich auch in meine Mitte, wenn ich nicht sonderlich dabei gestört werde, bzw, wenn meine Gedanken nicht hin und herfliegen und mit schwierigen Situationen behaftet sind. Also wenn ich es möchte finde ich einen Weg zu meiner inneren Mitte und dann fühlt sich die Mitte leicht an und ich fühle mich befreit........ was nun die äußerlichen Mitten angeht hab ich mir ehrlich noch nie so viele Gedanken drum gemacht, Siegi das hast du ja oben auch schon schön beschrieben, was es da alles gibt. Ich weiß daß ich mich bestimmt nicht dann in meiner sogenannnten Mitte befunden habe so wie es eben andere empfanden als sie 30 und 40 waren..... übrigens mit 30 wurde ich so krank, bekam eine Angina und Fieber und das Fest fiel aus!..... andere fanden das bedauerlich, mit grad 30 krank zu werden, wo doch jetzt mein Sohn schon 9Jahre alt war und in der Schule schon sehr gute Noten schrieb und jetzt müsste ich doch mal glücklich sein, jetzt sei er erstmal aus dem gröbsten raus, für den Anfang....war ja auch so, doch krank war ich trotzdem....ich glaube es war etwas anderes was mich hat krank werden lassen... ich hab es immer schon gespürt wenn mir die innere Mitte und Ausgewogenheit fehlt geht es mir eben nicht so gut. Nun bin auch nie in der Mitte einer Depression gelandet, doch eben mitten im Liebeskummer......ist auch manchmal so was wie eine Depresssion, bloß das dies sich wieder von alleine auflöst.... es geht einfach vorbei... und dann gehts einem wieder gut, man ist plötzlich befreit davon! Ja, ich bin jetzt etwas verunsichert ob mein Bericht wohl noch zu deinem vorgegebenen Thema passt? Jedenfalls denke ich auch daß seine Mitte finden für jeden wohl etwas anderes zu sein scheint..... In den sozialen Fragen des Lebens stehe ich wohl auch eher mehr in der Mitte, so wie ich es erlebe und für mich mit gutem Gewissen vertreten kann und niemals so daß ein anderer davon Schaden tragen soll! Aber auch ich bin weiß Gott nicht vollkommen, und wenn etwas falsch gelaufen ist versuche ich es so gut es geht wieder hinzubekommen daß es wieder fließen kann. So daß es wieder mehr in die Richtung Mitte kommt...... ein unerschöpfliches Thema und sehr spannend!
  • 23.07.2017, 20:24 Uhr
  • 1
Danke für den Beitrag. Man sieht, jeder definiert die Mitte für sich anders. Spannend, ja und nie zu ende.
  • 24.07.2017, 09:01 Uhr
  • 1
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