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BOMBENENTSCHÄRFUNG AM SONNTAG : „Es ist verboten, sich in der Sperrzone aufz ...

BOMBENENTSCHÄRFUNG AM SONNTAG : „Es ist verboten, sich in der Sperrzone aufzuhalten“

31.08.2017, 21:44 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

BOMBENENTSCHÄRFUNG AM SONNTAG :
„Es ist verboten, sich in der Sperrzone aufzuhalten“
AKTUALISIERT AM 31.08.2017-18:35

Die Bombenentschärfung samt Evakuierung in Frankfurt wird voraussichtlich den gesamten Sonntag lang dauern und massive Auswirkungen auf den Nahverkehr haben. In der Sperrzone liegen auch zwei Krankenhäuser.

Wegen der Entschärfung einer riesigen Weltkriegsbombe müssen mehr als 60.000 Frankfurter ihre Pläne für den kommenden Sonntag ändern. Die größte Evakuierung der deutschen Nachkriegsgeschichte soll bereits am Morgen um 6 Uhr beginnen und erst am Abend gegen 20 Uhr zu Ende sein, wie Polizei, Feuerwehr und Stadt am Donnerstag in Frankfurt ankündigten. Solange dürfen die Menschen ihre Wohnungen und die Sicherheitszone nicht betreten. Der Verkehr wird den ganzen Tag über weiträumig umgeleitet, U-Bahnen und Busse fahren nur eingeschränkt - für sie ist die Zone auch tabu.

„Von 8 bis voraussichtlich 20 Uhr ist es verboten, sich in der Sperrzone aufzuhalten“, sagte der Leiter des Ordnungsamts, Jörg Bannach. Dieses Gebiet liegt in einem Umkreis von 1,5 Kilometern um den Fundort der Luftmine am Universitäts-Campus Westend. „Diese Fläche muss menschenleer sein. Das ist eine große Herausforderung“, sagte Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU).

Außer Tausenden Wohnungen müssen unter anderem zwei Krankenhäuser und 20 Altenheime geräumt werden. Wie viele Patienten, alte Menschen und Anwohner genau betroffen sind, ist nicht bekannt. Am Mittwoch war noch von bis zu 70.000 Menschen die Rede gewesen. Die Menschen sollten die Zone am besten schon Samstagabend verlassen, einen Ausflug machen und Bekannte oder Verwandte besuchen, rieten Vertreter von Stadt und Polizei. Sie können aber auch in vier Hallen auf dem Messegelände und im Stadtteil Höchst unterkommen.

Feuerwehr richtet ein Bürgertelefon ein

Die bisher größte Evakuierungsaktion der Nachkriegszeit war eine Bombenentschärfung Ende des Jahres 2016 in Augsburg. Damals mussten rund 54.000 Menschen ihren Wohnungen verlassen, es handelte sich um denselben Bombentyp wie in Frankfurt. Im Mai wurden in Hannover etwa 50.000 Anwohner vorsorglich in Sicherheit gebracht, weil eine Bombe entschärft wurde.

Von der 1,8 Tonnen schweren Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg in Frankfurt geht nach Einschätzung des Kampfmittelräumdienstes derzeit keine Gefahr aus. Sie wird zudem von der Polizei bewacht. Polizeipräsident Gerhard Bereswill sagte, die ab Sonntagmittag geplante Entschärfung werde schätzungsweise rund vier Stunden dauern.

Einige tausend Polizisten kontrollieren zuvor, ob wirklich alle Anwohner ihre Häuser verlassen haben. Auch das werde etwa vier Stunden dauern. Dabei soll auch ein Hubschrauber zum Einsatz kommen. „Wir setzen alle Mittel ein, die wir haben“, sagte Bereswill. „Klar ist, erst wenn alles geräumt und evakuiert ist, kann die Entschärfung freigegeben werden.“ Wer sich weigere, werde notfalls zwangsweise aus der Sperrzone gebracht. Bereswill appellierte an die Vernunft der Menschen. „Diskussionen wären zum Nachteil aller.“ Die Bewohner würden auf Deutsch und Englisch informiert. Die Feuerwehr richtete für Fragen zur Evakuierung ein Bürgertelefon ein (+49 69 212 111), das rund um die Uhr besetzt ist.

„Eine ziemliche logistische Herausforderung“

Unter den zwei zu räumenden Krankenhäusern ist das Bürgerhospital mit der größten Geburtsstation Hessens. „Das ist eine ziemliche logistische Herausforderung“, sagte der Leiter des Gesundheitsamts, René Gottschalk. Die Patienten würden bereits am Samstag in andere Kliniken gebracht. Rund Tausend Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und anderen Hilfsorganisationen werden im Einsatz sein und hilfsbedürftige Menschen aus der Sperrzone in zwei Messe-, die Jahrhundert- oder die Festhalle fahren.

Die Krankenhäuser kündigten an, geplante Operationen zu verschieben. Das Bürgerhospital wollte seine Patienten bereits am Samstag evakuieren, neu Patienten wurden schon am Donnerstag auf andere Krankenhäuser verwiesen.

Quelle:
http://www.faz.net/aktuell/rhein-mai...176703.html

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