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Versöhnen statt spalten

01.10.2017, 13:09 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

In einer zerrissenen Welt voller Konflikte und einer Gesellschaft, in der immer mehr die EinzeIinteressen und der eigene Vorteil im Vordergrund stehen, wahrlich eine wünschenswerte Maxime. "Versöhnen statt spalten" - dieser Leitspruch verbindet sich auch mit dem politischen Leben des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau. Auch wenn "Bruder Johannes" sich 1987 mit diesem Motto als Kanzlerkandidat nicht gegen Helmut Kohl durchsetzen konnte, bleibt diese Maxime doch in Erinnerung. Rau suchte eine glaubwürdige Verschmelzung zwischen christlichen Werten und politischem Wirken, die die Gesellschaft zusammenhält. Christliche Werte wie Nächsten- und Feindesliebe, Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit sind Grundlage und Voraussetzung für eine Gesellschaft, die in sich versöhnt und befriedet ist. Doch gilt dies nicht nur für das politische Handeln, sondern auch für den Umgang von Menschen untereinander in den Familien, im Freundeskreis und am Arbeitsplatz. Versöhnung ist eine bleibende Aufgabe, die sich speziell uns Deutschen aus der Geschichte stellt. Versöhnung mit den ehemaligen Kriegsgegnern, den Opfern und Verfolgten der verbrecherischen Naziherrschaft. Wie sehr irritieren hier aktuelle Versuche, sich durch Vergessen und Verdrängen dieser geschichtlichen Verantwortung zu entziehen. Doch wie viel Versöhnung können wir Menschen tatsächlich schaffen? Vor der Versöhnung kommen die klare Benennung von Unrecht und Einsicht in die Schuld. Dazu braucht es Mut und 'Vorbilder, die sich genau das trauen. .'.... Wir als Christen schauen dabei auf Jesus, der durchaus für scharfe Worte bekannt war, wenn es darum ging Missstände beim Namen zu nennen. Das hat polarisiert, man könnte sagen: hat die Menschen gespalten. Aber auch zu einer Entscheidung geführt: folge ich Jesus nach oder lass ich es lieber bleiben? Am Ende bleibt die Einsicht: Versöhnung lässt sich nicht erzwingen. Wir können uns nicht selbst und aus eigener Kraft aus den alten Schuldvorgängen lösen. Es braucht immer ein Gegenüber, das Vergebung zuspricht und so Versöhnung ermöglicht. "Versöhnen statt spalten" - dieses Motto hat sich daher zu allererst Gott selbst auf die Fahnen geschrieben. Das gespaltene Verhältnis seiner Geschöpfe zu ihm und untereinander will er nicht auf ewig bestehen lassen. Daher hat er die Sache selbst in die Hand genommen: Gott versöhnt sich mit den Menschen. Dies ist am Kreuz Christi geschehen. Ein für alle Mal. Auf dieser Grundlage können auch wir uns für Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Jede und jeder genau an dem Ort, den Gott uns dafür bestimmt hat. Gemeinsam mit unseren Nächsten, die auch von und mit Gott versöhnte Menschen sind.
Pfarrer W.S.

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24 Kommentare

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Wie ich beobachte, bleibt die "Mitmenschlichkeit" meistens auf
der Strecke. Leider!
  • 02.10.2017, 09:24 Uhr
  • 0
Öfter, aber zum Glück gibt es genug Menschen, die einander zugewandt sind. Schönen Tag Lina
  • 02.10.2017, 10:55 Uhr
  • 1
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Egal wie man das Kind nennt, "Nächstenliebe" wie die Kirchenvertreter oder "Solidarität" wie die Politiker: Humanität ist eine Errungenschaft, die den Menschen erst zum Menschen macht - alles Andere ist blanker Sozialdarwinismus !
  • 01.10.2017, 15:04 Uhr
  • 1
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Passt, ob man religiös ist oder nicht... Menschlichkeit hat keine Religion. Und wenn Menschlichkeit auf Religion trifft... um so besser
  • 01.10.2017, 14:17 Uhr
  • 3
  • 01.10.2017, 14:27 Uhr
  • 2
Menschlichkeit wird vom Elternhaus mitgegeben, Empathiefähigkeit lernt man im Kindesalter... wenn man Kindern vorlebt, dass nur Materielles von Wert ist und der Mensch nicht mehr zählt... kommen dann Erwachsene dabei raus, die Sterbende abfilmen um dies dann im Netz zu teilen.
  • 01.10.2017, 14:29 Uhr
  • 4
Ja, das Elternhaus legt eigentlich den Grundstein für alles. Das habe ich auch später bei einigen meiner Schulkameraden erlebt.
  • 01.10.2017, 14:39 Uhr
  • 2
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das hast du gut geschrieben. Leider habe ich meinen Glauben anders ausgelegt und denke da auch anders. Aber ich wünsche der Welt, dass Versöhnen statt Spalten ein Leitspruch wird.
  • 01.10.2017, 13:40 Uhr
  • 0
Sie hat das nicht geschrieben - ein Pfarrer schrieb es.
  • 01.10.2017, 13:50 Uhr
  • 0
Egal wer es geschrieben hat und wer es eingestellt hat... wenn es funktioniert ist es doch klasse!!!

habe es gerade gesehen. dass sie die Initialien des Pfarrers eingestellt hat.
  • 01.10.2017, 13:53 Uhr
  • 0
Eben - und so klingt es.
  • 01.10.2017, 13:54 Uhr
  • 0
es gibt sicher viele Menschen, die den religiösen ausgelegten Lösungen nichts abgewinnen können. Auch im religiösen Bereich werden eigene Ziele verfolgt......aber das ginge nun zu weit hier zu diskutieren.
  • 01.10.2017, 13:56 Uhr
  • 0
Mir geht es hauptsächlich um versöhnen statt spalten. Das religiöse steht eigentlich im Hintergrund.
  • 01.10.2017, 13:58 Uhr
  • 1
habe ich geantwortet: Wenn es funktioniert ist es wunderbar.
  • 01.10.2017, 14:03 Uhr
  • 0
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Dies ist sicher eine Option ....

besser noch eine universellere Option und damit neutraler und weniger spaltend ist aus meiner Sicht der / ein "evolutionärer Humanismus", so wie er von der Giordano Bruno Stiftung definiert wird .....
Jedem Individuum gilt es seine universalen Menschenrechte zu garantieren ......
  • 01.10.2017, 13:39 Uhr
  • 0
Das finde ich sehr gut.
  • 01.10.2017, 14:01 Uhr
  • 0
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wie soll die Welt mit den ewig Gestrigen die Gesellschaft zusammenhalten? Vielleicht ist das Leben angenehmer, wenn man gläubig ist, ich bin es 'leider' nicht und ich will mich nicht versöhnen mit Menschen, die andere aufgrund ihres Aussehens, ihrer Religion oder Herkunft 'entmenschlichen'.
  • 01.10.2017, 13:19 Uhr
  • 4
  • 01.10.2017, 13:22 Uhr
  • 0
Ja - ein christlicher Artikel nach dem Motto: Harmonie auf alle Fälle... Mir wird schlecht bei sowas.
  • 01.10.2017, 13:50 Uhr
  • 1
ich auch nicht !!!
  • 01.10.2017, 13:50 Uhr
  • 1
Mir geht es hauptsächlich darum, immer wieder zu versuchen einen Weg zu finden, auf dem man sich in Augenhöhe begegnen kann.
  • 01.10.2017, 14:00 Uhr
  • 0
Auf Augenhöhe? Das kann ich nur mit Menschen, die andere Menschen achten und respektieren - und nicht mit solche, die meinen, andere auszugrenzen, gegen sie hetzen und sich über sie erheben zu können. Sie haben keine Augenhöhe bei Menschen, die ihnen nicht passen. Wie kann ich mit solchen Augenhöhe wünschen? Gegen die kann ich nur verachtend kämpfen - mit Worten.
  • 01.10.2017, 14:08 Uhr
  • 0
Augenhöhe? In einer Partnerschaft ist es denkbar, oder mit lieben Menschen im realen Leben.

Vielleicht sollte man es erstmal mit gewaltfreier Kommunikation versuchen, dann wäre schon viel gewonnen.
  • 01.10.2017, 14:12 Uhr
  • 1
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