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Glücksatlas: Zufriedene Deutsche, glückliches Deutschland

Glücksatlas: Zufriedene Deutsche, glückliches Deutschland

Wolfgang Stegers
07.11.2017, 20:13 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Mit einem Glücksindex von 7,07 geht es den Deutschen nach dem Glückssprung auf 7,1 im letzten Jahr nach wie vor gut. Das zeigt der Glücksatlas Deutschland der Deutschen Post. Es gibt aber auch Überraschungen.

„Ich hab’ mein Glück gefunden. Hei-hei-di-ho“, singt Howard Carpendale so inbrünstig, dass die Heide wackelt und die Wehmut tränt. Aber das ist nicht die Absicht der Deutschen Post, wenn sie den wissenschaftlichen Glückssucher Professor Bernd Raffelhüschen alljährlich beauftragt, das Glück der Deutschen zu finden und den Glücksatlas Deutschland zu erstellen.

Persönliche Zufriedenheit hoch

Ein wenig Wasser in den ob seiner hohen Werte trunken machenden Glücksatlas gießt der Professor zu Beginn seiner Erläuterungen, wenn er feststellt, dass es weniger das Glück als vielmehr die Zufriedenheit der Deutschen ist, dem er auf der Spur war. Zugegeben, das ist für den Konzernvorstand der Post und studierten Marketingmenschen Jürgen Gerdes in seiner Sprache weniger griffig und so bleibt es bei dem Glückatlas.

Was ist im Osten los?

Seine Zahlen lesen sich die Hochwassermeldung an den Pegeln zwischen Flensburg und Füssen sowie Aachen und Zittau. Diese Zahlen, 6,78 für Sachsen-Anhalt und 7,41 für Schleswig-Holstein sind die Indices des Glücks und sagen dass die da hoch im Norden viel zufriedener sind als die Bewohner im östlichen Sachsen-Anhalt. Eine Tatsache, die das Team der Statistikenleser um Raffelhüschen nicht weiter zu irritieren vermag, denn „die Bewohner in Ostdeutschland sind schon immer in all den Jahren wesentlich unzufriedener als die Schleswig-Holsteiner“, wie der Professor erklärt, wenn auch der Abstand sich verringert und in den neuen Bundesländer allmählich mehr Zufriedenheit einkehrt. Das sagen jedenfalls die eruierten Zahlen.

Aufgeklarter Norden

Die Bewohner zwischen Nord- und Ostsee und dem angrenzenden Dänemark sind nicht zum ersten Mal Spitzenreiter. Im Gegenteil, sie haben ein Dauerabo für den Siegerplatz im Ranking der 19, besteht aus den Bundesländern und einigen wie Franken oder Nordrhein/Düsseldorf. Interessant an Schleswig-Holstein aber ist die Grenze mit Dänemark. Und siehe da, sie sind ebenfalls Dauersieger im internationale Ranking der Glücklichsten Europas. Da nimmt Deutschland den neunten Rang ein. Schlusslicht ist auch heuer wieder Griechenland auf Platz 33.

Die satte Zufriedenheit der Bewohner im Norden ist nach Meinung von Raffelhüschen nicht allein die exponierte Lage („sehr kleines Land“), auch könne es nicht die wirtschaftliche Prosperität sein („weil nicht vorhanden“), es müsse auch ein genetischer Faktor, ein Erbanlage hinzukommen, zumal die Dänen ebenfalls so viel glückliche Zufriedenheit ausstrahlten und die Verbindung der beiden Völker schon immer sehr eng gewesen sei.

Bayern happy, Württemberg mau

Ja, und was ist mit den glücklichen Südbayern, wo doch der Himmel so blau, die Landschaft so schön und die dort wohnenden Menschen so wohlhabend sind? Sie belegen den sechsten Platz. Tendenz aufwärts, im letzten Jahr war es noch der achte. Wie überhaupt alle Zufriedenheitswerte in den deutschen Regionen sind angestiegen. Alle, bis auf einen. Württemberg, ausgerechnet das Musterländle, mit erfolgreicher Industrie, reichen Bürgen, vielen Eigenheimen ist nicht nur um zwei Positionen von 9 auf 11 gefallen, sondern auch der Glücksindex ist gesunken: von 7,15 im letzten auf 7,14 im Jahr 2017.

Nach Ansicht der Verfasser Studie sind wichtige Gründe für die gesteigerte Zufriedenheit der Deutschen in der guten wirtschaftlichen Lage bei steigenden Reallöhnen sowie der geringen Arbeitslosigkeit zu finden. Auch die „verbesserte Gesundheitsentwicklung“ wirke sich positiv auf die Lebenszufriedenheit aus.

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