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Oooh, du schöner Odenwald - Kapitel II

23.11.2017, 18:37 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Kapitel II

Gerlinde Öhmchen traf ich manchmal beim Einkaufen im Ortskern von Eberstadt und wir unterhielten uns dann ganz gern. In letzter Zeit gingen wir manchmal in unser neues Café – Bistro, das erst vor einigen Monaten eröffnet hat. Es ist in einer ganz neuen, hellen und freundlichen Laden-Galerie, in der wir jetzt endlich auch einen Fischladen haben. Leider ist das kleine italienische Delikatessengeschäft schon wieder verschwunden. Was heißt verschwunden, die werden einfach nicht genug Kunden gehabt haben, um die hohe Miete und die anfallenden Nebenkosten wie z. B. Versicherungen bezahlen zu können. Das ist leider derzeit ein großes Problem für viele kleine Selbstständige – und wenn ich ab und zu einmal ein paar Kleinigkeiten, wie z. B. die gute italienische Salami oder den Parmaschinken, dort gekauft habe, ja davon können sie halt auch nicht leben. Aber mal ganz ehrlich, wer kauft schon einen teueren Prosecco, wenn er ihn im Billigmarkt, der fast um die Ecke ist, für weniger als die Hälfte bekommt?

Ich saß mit Frau Öhmchen an einem angenehm warmen Freitagnachmittag im April auf der Terrasse des Bistros und hatte mir ein Glas Bergsträßer Wein bestellt, das war für mich Freitags manchmal wie ein kleines Fest, wenn ich schon ein bisschen früher als an den anderen Wochentagen Feierabend machen konnte. Dann schwang ich mich auf mein Fahrrad – allerdings nur bei schönem Wetter – und fuhr die kurze Strecke bis in den Ort zum Einkaufen. Jetzt ist das besonders schön, denn in vielen Gärten und Vorgärten blühen die Forsythien, die Zierkirschen, Magnolien und einiges andere, was ich leider nicht zuordnen kann. Ich mag Pflanzen sehr gerne und bleibe öfter einmal stehen, um hier und da zu schnuppern. Manchmal glaube ich fast, dass dies meinem Mann, wenn er abends mit mir spazieren geht, ein bisschen peinlich ist, vielleicht denkt er dann: ‚Oh Gott, gerade benimmt sich Annette wie ein Hund. Überall muss sie stehen bleiben und schnuppern!‘ Eigentlich könnte ich ihn ja auch mal fragen, ob er das tatsächlich denkt. Na ja, schaun wir mal.

Frau Öhmchen hatte sich einen Kaffee bestellt, ich glaube fast sie trinkt gar keinen Alkohol. Sie erzählte mir ein bisschen von ihrem Mann und dass er derzeit fast nie vor 19:00 Uhr nach Hause kommt, da in der Firma in der er arbeitet derzeit unwahrscheinlich viele Aufträge vorliegen.
„Karl hat so viel zu tun, dass er manchmal abends kaum noch weiß wo ihm der Kopf steht.“ – „Aber wieso arbeitet er denn noch so viel, er ist doch nun schon 59. Könnte er denn nicht so langsam seine Rente einreichen?“ „Ganz so einfach ist das nicht. Er war, bevor er vor 10 Jahren dort angefangen hat zu arbeiten, für 6 Jahre selbstständig. Er hat zusammen mit einem Freund eine Praxis für Krankengymnastik gehabt, die leider nicht immer so gut ging. In diesen Zeiten hat er nur sehr unregelmäßig in die Rentenkasse eingezahlt. Eine relativ hohe Lebensversicherung hat er sich damals auch auszahlen lassen, weil wir das Geld halt dringend brauchten, zum Teil zum Leben und auch um Geräte anzuschaffen. Jetzt geht es uns zum Glück finanziell sehr gut. Doch dafür habe ich manchmal so das Gefühl, dass Hugo sich zu viel zumutet und zu viel arbeitet. Er stöhnt seit ein paar Wochen ziemlich oft über Kopfschmerzen, die er hauptsächlich auf der linken Seite hat. Ich glaube, er ist überarbeitet. Gerade gestern hat er mir erzählt, er hätte nun einen jüngeren Kollegen zu seiner Unterstützung bekommen.“ – „Na, das ist doch klasse“ meinte ich. „Er findet es nicht so gut. Er erzählte mir: ‚was meinst du, was der alles ändern und umkrempeln will. Aber das Wesentliche, was im Moment gerade zu tun ist, das will der nicht machen. Wo habe ich denn da eine Hilfe und Unterstützung. Das bringt mir jetzt doch gerade gar nichts.‘ – Also weißt du, ich möchte meinen Mann auch nicht als Kollegen haben. Ich glaube, dem kann man so leicht auch nichts Recht machen.“

Ich sagte erst einmal nichts, sondern dachte an meine eigene Situation. Vor 10 Jahren hatte ich als Sekretärin des Entwicklungsleiters eines großen deutschen Konzerns meine Arbeit aufgegeben. Ich hatte mich einfach nicht mehr wohl in meiner Haut gefühlt und wollte etwas Neues machen, nur was. So fing ich bei meinem Mann in seiner kleinen Großhandlung an. Ich hab’s eigentlich nicht bereut. Wobei es zwischen uns ab und zu schon kleine Reibereien gibt, denn er hat seinen Stil zu arbeiten und ich wollte Anfangs so gern einiges umkrempeln. Wie das eben so ist, wenn man aus einer großen Firma kommt und dann auch noch mit seinem eigenen Mann zusammen arbeitet, der muss das doch kapieren, dass man nur sein Bestes will. Darauf meinte mein Mann Waldemar: „Alle wollen immer nur mein Bestes, nämlich mein Geld.“ Was sollte ich denn darauf sagen?

Nach dieser Unterhaltung radelte ich gedankenverloren nach Hause. Als ich die vielen blühenden Narzissen und fast verblühten Krokusse auf den Grünflächen sah, dachte ich, wie schön es ist, dass die Stadtverwaltung seit 2 Jahren so viele Blumenzwiebeln hat pflanzen lassen. Es war einfach eine Freude die bunten Farben zu sehen und ein kleiner Trost bei dem im Moment so regnerischen und trüben Wetter.

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Heute ist sozusagen mein ‚freier Vormittag‘, den ich mir einmal in der Woche genehmige. Dann gehe ich in ein kleines Fitness-Center, um mich nach allen Regeln der Kunst zu recken und zu strecken. Wenn ich ehrlich bin, macht es mir gar nicht so großen Spaß in einem Raum, der für meinen Geschmack manchmal schon etwas eng ist, mich mit noch etwa 15 bis manchmal 25 anderen Frauen (‚gelangweilten Hausfrauen‘, meint Waldemar), die wie ich schnell durchgeschwitzt und dann leicht vor sich hin müffelnd, sich abzappeln um mit dem Tempo unserer jungen und spritzigen Trainerin mitzuhalten. Deshalb habe ich heute Früh beschlossen, ich werde mal wieder schwimmen gehen. Gesagt – getan! Nachdem ich meinen Rucksack mit den Badesachen gepackt hatte, schnappte ich diesen gleich nach unserem Frühstück um 7:00 Uhr und fuhr mit dem Auto die paar Kilometer ins Hallenbad. Es war wieder einmal ganz ekliges Wetter, es regnete nicht richtig sondern nieselte ganz fein, aber beständig vor sich hin. Für mich kein Wetter zum Radfahren.

Im Schwimmbad angekommen, fragte ich die Kassiererin, was denn nun mit dem warmen Wasser für die Duschen sei, denn beim letzten Mal kam leider nur kaltes Wasser zum duschen. Das kann ich aber am frühen Morgen nun mal nicht vertragen! So sagte ich es natürlich nicht, das dachte ich mir nur für mich. Bei der Kassiererin stand gerade ein Mann, der meinte: „Natürlich funktioniert das warme Wasser wieder. Das ist doch alles kein Problem, das hatten wir schon am nächsten Tag wieder repariert. Und im Übrigen, gute Frau, ich weiß überhaupt nicht was sie so wollen. Sie kommen hierher und der Eintritt ist ja mit € 2.50 nun wirklich preiswert. Gehen Sie doch mal woanders hin, da zahlen Sie ja zum Teil bis zu 10.00 € für 2 Stunden schwimmen.“ – Also, der kam mir ja nun gerade recht, ‚gute Frau‘ das kann ich wirklich gut leiden. Und dann hinkte sein Vergleich ja total: ein städtisches Hallenbad, das ca. 30 Jahre alt ist, dies kann man nun absolut nicht vergleichen mit einem neu erbauten ‚Wellness-Bad‘. Ich sagte nur noch: „Wie Sie meinen.“, und drehte mich auf dem Absatz um und ging Richtung Umkleidekabinen. Für mich dachte ich allerdings: ‚Eigentlich bist du ja schon ein bisschen blöd und wieder einmal nicht sehr schlagfertig. Warum hast du dem Kerl nicht gesagt, dass er einen absolut blödsinnigen Vergleich gebracht hat.‘ Zumal ich, nach meiner Meinung, wirklich nicht unfreundlich gefragt hatte, ob das warme Wasser wieder in Ordnung gebracht ist.

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Am Sonntag waren mein Mann Waldemar, meine Tante Anni mit ihrem Dackel Micki und ich an der Bergstraße. Es war ein schöner, sonniger und warmer Tag, nach ungefähr zwei Wochen endlich einmal wieder.
Meine Tante Anni hatte sich für ein paar Tage mit ihrem Dackel bei uns eingeladen. Sie hatte bis zu ihrer Pensionierung in Frankfurt bei einer kleinen und feinen DamenblusenFirma gearbeitet und dort immer sehr viel zu tun gehabt. Nun war sie schon fünf Jahre zu Hause und hatte sich gleich zu Anfang den Dackel Micki – ein echter Racker – angeschafft. Sehr zum Leidwesen ihrer Schwester Louise, mit der sie sich eine große Altbauwohnung im Norden von Frankfurt teilt. Wenn sie dann manchmal flüchten will, kommt sie einfach für ein paar Tage zu uns. Manchmal kann ich allerdings auch meine Tante Louise verstehen, wenn sie sich bei mir über den unmöglichen Dackel beklagt: „Weißt du was, neulich hat der Kerl doch tatsächlich die Gobelinstickerei von mir ruiniert. Ich bin gerade dabei ein schönes Bild vom Römer zu sticken, das hat ungefähr die Maße 50 auf 70 cm und da hat der sich draufgehockt und kräftig gekratzt und an der Wolle gezerrt. Weißt du wie dieses Bild ausgesehen hat. Ich hab Stunden gebraucht, um es wieder einigermaßen zu richten. Meine Schokolade verachtet er auch nicht. Ich kann nichts herumliegen lassen. Er ist einfach ein schrecklicher Kerl.“ Ich muss dann schon ein bisschen lachen, wenn sie mir solche Geschichten am Telefon erzählt, bis jetzt hat sich der Dackel bei uns immer einigermaßen zivilisiert aufgeführt. Allerdings mache ich auch keine Stickbilder oder ähnlich kompliziertes.

Da also Tante Anni des Öfteren mit ihrem Dackel zu uns flüchtete, hatte ich mich schon so daran gewöhnt, dass die beiden da waren und freute mich auch, denn dann konnte ich auch manchmal in Ruhe zum Bummeln in die Stadt gehen, ohne ein schlechtes Gewissen, dass die Firma und das Telefon verwaist waren. Nur unser Kater Purzel freute sich nicht so sehr, denn er und Micki verstanden sich leider nicht so gut. Micki wollte immer mit Purzel spielen und lauerte ihm auf und sprang ihn unerwartet von der Seite an, was Purzel nicht gefiel. Also suchte er sich ein ruhiges Fleckchen, meist im Keller oder irgendwo im großen Garten, und ich sah ihn manchmal stundenlang überhaupt nicht.

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Wir fuhren die alte Bergstraße entlang, dort blühen zurzeit die Mandelbäume rechts und links der Straße. Es sah wunderschön aus. Wenn die Sonne scheint, dann strahlen die Blühten so richtig in einem warmen Violett. In Zwingenberg hielten wir an und bummelten ein bisschen durch die alten Kopfsteinpflastergassen. Ich dachte: ‚Wie schön, dass die alten Häuser wieder so gut restauriert und zum Teil umgebaut sind. Mir gefallen diese alten Häuser einfach besser als die meisten der modernen Häuser, die in den letzten 10 bis 20 Jahren gebaut wurden.‘
Von Zwingenberg aus fuhren wir dann wieder zurück Richtung Darmstadt und machten noch eine kleine Rast in einem unserer Lieblingslokale, das oberhalb eines kleinen Tals an der Bergstraße liegt. Dort aßen wir etwas und genossen den schönen Ausblick ins Tal und auf die grünen Wiesen und die noch winterdunklen Bäume. Micki lag ganz brav unter dem Tisch und döste und schnarchte vor sich hin. Waldemar hatte sich einen Kasselerbraten im Brotteig bestellt, er musste bestimmt eine Stunde darauf warten. Als er seinen Braten dann endlich serviert bekam, ich glaube man konnte sein Magenknurren schon fast bis an den Tresen hören, schaute ich mir den Braten kurz an: „Das ist doch wohl unmöglich, was die sich da erlaubt haben. Nun schau dir doch mal das an. Der Braten sieht ja aus wie ein Stück Holzkohle.“ Er darauf: „Das macht doch nichts, das ist doch nur äußerlich.“ Und säbelte verdrossen daran herum. Ich meinte: „Von wegen äußerlich, das ist doch ganz schön ungesund so etwas verbranntes zu essen. Außerdem würde mir das auch nicht schmecken.“ – „Das ist mir jetzt egal, ich hab Hunger. Außerdem ist Kohle gesund. Da bekomme ich auch keinen Durchfall. Kohle nimmt man ja schließlich bei Durchfall ein.“ – „Waldemar, du bist echt unmöglich. Ich würde das sofort der Bedienung sagen, dass dieser Braten so nicht zu essen ist. Oder besser noch, du bringst gleich den Teller in die Küche. Die sollen dir dort einen ordentlichen Braten machen. Ich kann ja schon verstehen, dass die etwas Stress haben, so voll wie das heute hier ist. Aber so einen Braten lässt man einfach nicht rausgehen." Er brummt: „Na ja gut, du hast ja eigentlich Recht“, nahm seinen Teller und stand auf und ging in die Küche. Später meinte er: „Es war ihnen dort total peinlich, sie haben mir den Teller abgenommen und waren ganz betreten.“ Nach weiteren 10 Minuten bekam er dann endlich ein schönes Stück Braten serviert, allerdings ohne Brotteig, der war für heute aus.

Am nächsten Tag mussten wir wieder arbeiten. Tante Anni und Micki konnten schön lange schlafen, darauf war ich dann manchmal schon etwas neidisch, wenn die Beiden bei uns waren. Waldemar und ich standen schon um kurz nach halb sechs in der Frühe auf, damit er auch seine Kunden möglichst zeitig besuchen konnte. Einige von ihnen haben ihre kleinen Lebensmittelgeschäfte oder Bäckereien in einer Fußgängerzone und dort wird gewünscht, dass die Lieferanten nur am zeitigen Vormittag kommen. Na ja, eigentlich bin ich die Frühaufsteherin, aber manchmal hab ich halt auch keine Lust dazu. Waldemar würde sicherlich immer lieber länger schlafen, doch es geht nun einmal nicht anders. Er saß brummelnd am Frühstückstisch und muffelte sein Käsebrot. Plötzlich meinte er: „Ist nicht morgen die Beerdigung von Hugo Öhmchen? Du, weißt du eigentlich nun genau, an was der gestorben ist?“ – „Nein, das weiß ich auch nicht so genau. Oder doch, Gerlinde hat doch gesagt, der Arzt hätte plötzlichen Herzstillstand gesagt. Es wundert mich nur etwas, dass Hugo nicht schon früher Herzprobleme hatte. Kann man denn so einfach einen Herzstillstand bekommen?“ – „Tja, wie du nun siehst. Armes Schwein, was hat der denn viel gehabt in seinem Leben. Seit ich ihn kenne, hat der nur gearbeitet wie ein Tier. Apropos Tier, der war doch auch Mitglied im Hühnerzucht und Kaninchenverein. Er hat mir mal erzählt, dass er als Jugendlicher eine ganze Menge Hühner hatte und später auch noch ein paar Kaninchen.
Aber seit ich ihn kenne, hatte er doch kein einziges Tier mehr. Kürzlich habe ich den Kurt getroffen, der meinte auch, dass der Karl nur zahlendes Mitglied war, zu den Vereinsversammlungen ist der nur höchst selten gekommen.“

„Weißt du noch Waldemar, wir waren doch vor zwei Jahren mit Gerlinde und Karl auf dem Sommerfest des Kaninchenvereins, da war es doch sehr schön. Leider hat es einen starken Regenschauer gegeben. Wir mussten uns dann alle in das etwas enge Vereinshaus quetschen, nur Gerlinde war nicht da. Sie kam doch dann nach ungefähr einer drei viertel Stunde ziemlich durchnässt an. Wo sie genau war wollte sie nicht erzählen.“ „Du ich muss mich jetzt aber beeilen, meine Kunden warten hoffentlich schon auf mich.“

Ich saß noch eine Weile in Gedanken versunken am Tisch. Gerlinde war mir manchmal ein Rätsel, sie erzählte nicht sehr viel über sich. Ich weiß, dass sie als Chefsekretärin bei einer großen Darmstädter Firma beschäftigt ist. Sie kleidet sich, nach meiner Meinung, auch entsprechend. Sie hat meist farblich gut aufeinander abgestimmte Kleidung an, mag gern schöne Accessoires wie Tücher und große Ketten oder Broschen. Ich habe bei ihr auch nie so richtig das Gefühl, dass sie sich einmal gehen lässt, also nicht so pingelig oder besser korrekt kleidet. Selbst wenn ich einmal überraschend bei ihr klingele, was selten genug vorkommt, so ist sie auch dann immer höchst ordentlich und anspruchsvoll gekleidet, ganz im Gegensatz zu mir.
Das Haus, das das Ehepaar Öhmchen zusammen mit der Schwiegermutter von Gerlinde bewohnt, ist nun bestimmt schon ungefähr 70 Jahre alt, aber sehr gepflegt und schön modernisiert. Die Schwiegermutter wohnt in der ersten Etage, dort habe ich mich leider noch nicht genauer umsehen können, bis jetzt. Im Erdgeschoss wohnen Karl und Gerlinde, wohnten hätte ich sagen sollen, jetzt wohnt Gerlinde nur noch allein dort. Ob sie wohl da wohnen bleibt? Wer weiß, vielleicht plant sie ja auch auszuziehen, nachdem ihr Mann gestorben ist. Ich glaube, Gerlinde wohnt nicht so gern in diesem Haus, nicht unbedingt weil über ihr die Schwiegermutter lebt. Ich habe eigentlich den Eindruck, dass die Beiden sich ganz gut verstehen. Gerlinde hat mir schon einige Male gesagt, dass ihr die Wohnung eigentlich zu eng und wenig repräsentativ ist. Die Räume sind nicht so groß wie sie sie gerne hätte und sie hätte gern einen Durchbruch zwischen Wohn- und Esszimmer gemacht. Doch Karl meinte, dass sich da der Aufwand nicht lohne und er außerdem auch nicht sicher sei, dass gerade diese trennende Wand eine tragende Wand sei. Ich persönlich möchte gar nicht so gerne so große Zimmer haben, ich finde dort kommt man sich manchmal etwas verloren vor. Ich halte mich auch gern - so wie jetzt gerade - in unserer Küche auf, dort sitze ich auf meinem Platz auf der Eckbank und kann gut nachdenken und mich eben mal ganz bequem in die Ecke lümmeln.

Ich finde unsere kleine Wohnung überhaupt sehr schön und gemütlich. Wir haben im Wohnzimmer zwei schöne große Fenster, vor das eine habe ich aus Glasbauteilen ein Regal für Blumen gestellt, die es gern hell bis sonnig haben. Dies dient auch gleichzeitig als Sichtschutz, denn Gardinen mag ich überhaupt nicht, sehr zum Leidwesen von Waldemar.

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14 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
wie aus dem richtigen Leben - Schwiegermutter ist immer gut für eine Geschichte
  • 27.11.2017, 15:16 Uhr
  • 0
  • 27.11.2017, 19:18 Uhr
  • 0
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hab jetzt auch diese Geschichte gelesen und finde sie sehr humorvoll und farbig..... aus dem puren Leben heraus geschrieben
  • 25.11.2017, 20:02 Uhr
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  • 25.11.2017, 20:26 Uhr
  • 0
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... die Schwiegermutter zieht aus oder?
  • 24.11.2017, 12:18 Uhr
  • 1
Malisa, ich habe den Text vor etwa 8 Jahren geschrieben. Ich was es im Moment selbst nicht mehr.
  • 24.11.2017, 12:22 Uhr
  • 0
Der Text zeigt die Sorgen und Nöten der Menschen und wie es sich zeigt, auch sehr vielen heute noch auf der Seele brennen.
Ganz besonders auch im menschlichen Bereich gut umarmt mit täglichem Einerlei, wie es jeder kennt!
  • 24.11.2017, 12:30 Uhr
  • 1
  • 24.11.2017, 12:52 Uhr
  • 0
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Conny ich habe die Fortsetzung Deiner Erzählung mit Vergnügen gelesen. Und ich warte schon auf den nächsten Teil. So schön hautnah geschrieben. Diese Geschichten kann jeder nachvollziehen. Weiter so!!!!!
  • 24.11.2017, 05:36 Uhr
  • 0
Freut mich sehr, dein Kompliment, Helge. Du weißt sicher, dass hier Dichtung und Wahrheit miteinander verwoben sind.
  • 24.11.2017, 11:36 Uhr
  • 1
Das habe ich mir schon gedacht
  • 24.11.2017, 15:16 Uhr
  • 0
So nun hab ich den Teil II auch gefunden,ganz alleine.Haste schoen gemacht Conny.So richtig von Herzen, fein.
  • 25.11.2017, 21:27 Uhr
  • 0
Dankeschön Barbara.
  • 25.11.2017, 21:51 Uhr
  • 0
  • 25.11.2017, 22:06 Uhr
  • 0
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