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Renterin (73) nach Weltkriegsfund vor dem Ruin: Ihr Albtraum nimmt kein Ende

Renterin (73) nach Weltkriegsfund vor dem Ruin: Ihr Albtraum nimmt kein Ende

News Team
28.02.2018, 14:20 Uhr
Beitrag von News Team

Melitta Meinbergers Albtraum will einfach kein Ende nehmen: Vor einem Jahr fanden Arbeiter auf dem Grundstück der 73-Jährigen in München-Freimann eine gigantische Munitionsmüllhalde.

Im Zwergackerweg waren rund 15 Tonnen Weltkriegsmunition gelagert. Heute – ein Jahr nach dem Fund – gleicht der Garten der Rentnerin, der für die Beseitigung der Munition komplett umgegraben werden musste, immer noch einer Baustelle. Da wo einst eine Holzhütte stand und saftiger Gras wuchs, liegt heute eine dicke Kiesschicht. „Wenn ich das hier sehe, werde ich immer noch unruhig“, sagt Meinberger.

Wer zahlt 1.5 Millionen Euro?


Die Rentnerin und rund 200 andere Bewohner Freimanns mussten im vergangenen Jahr, während Spezialkräfte des Kampfmittelräumdienstes eine zwanzig Meter lange und sechs Meter tiefe Grube im Meinbergers Garten aushoben und den explosiven Kriegsschrott beseitigten, ihre Häuser verlassen. Die Evakuierung der Bewohner und die Entschärfung der Weltkriegsmunition verschlang sage und schreibe 1,5 Millionen Euro.

Da immer noch nicht geklärt ist, wer diese Kosten trägt, ist das heute noch rund 60 Zentimeter tiefe Loch im Garten der 73-jährigen längst nicht ihr einziges Problem. Die Stadt München hat zwar die Kosten vorerst übernommen, will das Geld aber wieder zurück. Müsste Meinberger dafür aufkommen, würde es für sie den finanziellen Ruin bedeuten. Für ihren Anwalt Florian Englert ist die Sache klar: Für die Räumung der Kampfmittel muss der Bund, der die Nachfolgeorganisation des Dritten Reiches ist, aufkommen und nicht Meinberger, die nicht wusste, dass auf dem Grundstück, das schon ihre Vorfahren gekauft hatten, Kampfmittel gelagert sind. „Bisher ist noch unklar, ob die Bundesrepublik für die Kosten aufkommt. Für uns ist Warten angesagt, sollte sich die Stadt die Kosten von Frau Meinberger holen, müssen wir die Bundesregierung auf anderem Wege in die Pflicht nehmen“, sagt der Anwalt.

Riesige Schäden am Haus


Die Schäden an den Häusern der Nachbarn wurden mittlerweile schon beseitigt. Um die Schäden an Meinbergers Haus und ihrem Garten hat sich aber bisher noch niemand gekümmert. Laut Englert geht es hier um bis zu 80.000 Euro. Der Anwalt sieht auch hier die Bundesrepublik in der Pflicht: „Wenn ich fremdes Eigentum zerstöre, bin ich verpflichtet den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen.“

Ob der Bund für die Kosten aufkommen wird, steht auch heute, rund einem Jahr nach dem Fund, noch in den Sternen. Meinberger wünscht sich währenddessen, dass sie endlich mit der Sache abschließen kann. „Hoffentlich wächst im Herbst hier wieder ein Grashalm“, sagt die 73-Jährige.

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