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Kann das wahr sein?

21.05.2013, 21:14 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Mein Vater kam aus der Kriegsgefangenschaft, erfüllte sich seinen Traum auf einem Anwesen, das er 1940 erwarb, baute darauf seine Werkstatt, um INTARSIEN herzustellen.

Unser erster Lehrling, damals etwa 14 Jahre alt, ich 10 Jahre, hatte bei uns, wie es damals üblich war, Kost und Logis. Seine ältere Schwester Rosemarie war bei uns Dienstmädchen, eine tüchtige, quirlige Person, Heimatvertriebene, die ihren kleinen Bruder auch bei uns unterbringen wollte. Rosemarie radelte abends heim in ein kleines Dorf auf der Fränkischen Platte. Das Brüderchen hatte ICH am Hals.

Eines Abends besuchte meine Familie einen Kneipp-Vortrag und ließ mich mit dem Azubi alleine zu Hause. Was machen? Mädchensachen - dass ich nicht lache! - Bubensachen? - Never.
Also ergriff ich die Initiative. Kannste MÜHLE, kannste DAME? kannste --- kannste--------.
Es blieb bei DAME. Mein Vater, der bei mir immer gewann, hat mir mal seine Tricks verraten. Papa, warum immer Du? Komm, ich zeig Dir, wie Du NIEMALS verlieren kannst. Ab da gewann ich immer. Ich setzte als Erste. Das war auch ein Trickstück. Ob der Papa das so wollte? Ich war jedenfalls happy und konnte getrost gegen meinen Widersacher spielen. Der Junge hatte weder Ahnung noch Erfahrung. Das war meine große Chance. Ich erklärte ihm die Regeln, die Tricks waren mein Geheimnis. Er verlor und verlor und verlor wieder. Sowohl bei DAME und dann auch noch bei MÜHLE. So was konnte nicht gutgehen. Er war dabei, sein Gesicht zu verlieren.

Irgendwie war es doch ein schlaues Bürschelchen. Nach dem letzten verlorenen Spiel guckte er mich an: "Hab ich Dir eigentlich schon mal erzählt, dass ich scheintot war, schon im Sarg lag, der Deckel war noch nicht zu..........auf einmal hab ich mich bewegt..............................................
Die Story wurde ausgeschmückt so gemein wie nur möglich. "Siehste, so kann es gehen, nun sitze ich hier und spiele mit Dir Göre!!"

Ich guckte ihn fassungslos an, schrie auf, rannte in mein Zimmer im Dachjuchhe, schloss die Tür ab, verbarrikatierte mich noch mit allem, was da rumstand, zitterte am, ganzen Leib und schrie zum Fenster hinaus MAMA, MAMA. Mir war schlecht, ich konnte nichts machen außer warten bis dieser vermaledeite Kneipp--Vortrag zu Ende war.

Niemals habe ich die Wahrheit erfahren.

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2 Kommentare

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Ich liebe solche Geschichten ohne Ausgang. Man steht da und muss sich selbst ein genehmes oder ungenehmes Ende erfinden. Juan Carlos
  • 30.05.2013, 07:43 Uhr
Ich auch nicht, aber das regt die Fantasie an. Gute Zeit -Gabriele
  • 30.05.2013, 09:14 Uhr
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